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Fußball

10.07.2020

Nach Champions League-Auslosung: Ist der FC Bayern triplereif?

Das Objekt der Begierde: Am 23. August findet in Lissabon das Champions-League-Finale statt. Für den FC Bayern beginnt der Weg dorthin mit dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Chelsea am 8. August.
Bild: Nick Potts, dpa

Ohne qualifiziert zu sein, blickt der FC Bayern auf die Champions-League-Endrunde. Im Viertelfinale droht der FC Barcelona. Warum der FCB trotzdem Favorit ist.

Spätestens Freitagmittag, kurz vor 13 Uhr, dürfte Silke Flick ihren Segen gegeben haben. Ehemann Hans-Dieter, meist „Hansi“ genannter Trainer beim FC Bayern, hatte vor knapp einer Woche über seine Urlaubspläne gesprochen. Ob er in seiner freien Zeit auch mögliche Gegner für die anstehende Champions-League-Endrunde beobachten werde? „Wenn meine Frau mir das erlaubt, werde ich das schon machen“, antwortete Flick damals halbwegs diplomatisch und mit einem Grinsen auf den Lippen. Seit der Viertelfinal-Auslosung am Freitag in Nyon kommt der Übungsleiter wohl nicht umhin, seinen Fokus wieder voll auf das Geschäftliche zu richten. Es gilt, mögliche Gegner zu analysieren – aus Spanien, Italien, England, vielleicht sogar aus Frankreich. Bayerns Weg zum großen Ziel, dem Triple, wird ein Labyrinth.

Sämtliche Gedankenspiele über die Champions-League-Endrunde, die vom 12. bis zum 23. August in Lissabon stattfindet, sind überflüssig, wenn der FC Bayern zuvor sein Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea in München vergeigt. Dass am 8. August etwas schiefläuft, ist angesichts eines 3:0-Vorsprungs aber kein Szenario, mit dem sich die Bayern-Bosse ernsthaft beschäftigen. Der Blick geht nach Lissabon und auf die Gegner, die dort warten könnten: Zunächst wäre das der Gewinner aus dem Duell SSC Neapel gegen FC Barcelona. 1:1 trennten sich die beiden im Hinspiel. „Ich habe vorgestern ein Spiel von Barcelona gesehen, das war grausam“, fasste Bayerns Stürmer-Legende Giovane Elber die sportliche Lage der Katalanen treffend bei Sky zusammen. „Aber Barcelona bleibt Barcelona.“ Noch Fragen?

Champions League: FC Bayern drohen in der Endrunde schwere Gegner

Für das, was danach folgt, wurde der Konjunktiv erfunden. Die Bayern würden im Halbfinale auf Manchester City, Real Madrid, Olympique Lyon oder Juventus Turin treffen. Auch die genannten Teams müssen noch ein Achtelfinal-Rückspiel austragen. Manchester City hat nach einem 2:1 in Madrid die besseren Karten, Lyon nach einem 1:0 zu Hause gegen Turin. Das bedeutet: Von den wohl besten verbleibenden Mannschaften im Wettbewerb – FC Bayern, Juventus Turin, FC Barcelona und Real Madrid – wird es nur eine ins Finale am 23. August schaffen.

Die Gedankenspiele beim zweiten deutschen Vertreter in der Königsklasse fallen linearer aus: RB Leipzig machte den Viertelfinal-Einzug am 10. März, und damit noch vor der Corona-Pause, gegen Tottenham Hotspur perfekt. In Lissabon trifft RB auf Diego Simeones Wadenbeißer von Atlético Madrid.

Kurz nach der Champions League wurden auch die Paarungen der Europa League ausgelost. Nach dem 3:1-Auswärtssieg im Hinspiel gegen Glasgow Rangers würde Bayer Leverkusen bei einem erfolgreichen Achtelfinal-Rückspiel gegen Inter Mailand oder den FC Getafe spielen. Sollten der VfL Wolfsburg (nach einem 1:2 zu Hause gegen Schachtjor Donezk) und Eintracht Frankfurt (0:3 zu Hause gegen den FC Basel) das Achtelfinale überstehen, würden sie im direkten Duell aufeinandertreffen. Das Europa-League-Finalturnier findet vom 10. bis 21. August in Nordrhein-Westfalen statt.

Rummenigge warnt vor Achtelfinal-Rückspiel gegen Chelsea

In beiden Wettbewerben, Champions League und Europa League, gilt: kein Heimvorteil, keine Auswärtstorregel, dazu jeweils nur ein entscheidendes Spiel. Könnte man sich da das Verteilen von Favoritenrollen nicht sparen? Egal, längst geschehen. Der Vereinsname, der in der Champions League mit am häufigsten fällt: FC Bayern. Bayern-Boss Rummenigge betonte zwar, er wolle sich nicht zum möglichen Viertelfinale äußern. Ihm sei „zu viel Euphorie im Spiel“. Elf Siege in elf Nach-Corona-Spielen haben aber Eindruck hinterlassen.

Und: Die Konkurrenz beneidet die Bayern um den 14-tägigen Urlaub, den Hansi Flick verordnete. Die Mitfavoriten haben dagegen noch kräftezehrende Spiele in Liga und Pokal vor sich. Unterdessen setzen die Bayern ihr Projekt Triple ab 20. Juli an der Säbener Straße fort. Wie gut dann Hansi Flick vorbereitet ist, weiß wohl nur Ehefrau Silke.

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