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Corona-Krise

08.05.2020

Nach der Corona-Pause geht es zurück auf den Tennisplatz

Auf den Augsburger Tennisplätzen, wie hier beim TC Schießgraben, wird ab Montag der Spielbetrieb wieder aufgenommen.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Bei den Augsburger Sportvereinen herrscht Erleichterung, dass sie unter Hygiene-Auflagen den Betrieb im Freien aufnehmen dürfen. Mannschaftssportler müssen noch warten.

„Wir haben schon alles fix und fertig. Unsere Plätze sind seit zwei Wochen spielbereit. Wir müssen nur noch die Netze einspannen und dann geht es los“, sagt Roland Odörfer, Vorsitzender des Tennisclub Schießgraben bereits einen Tag, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel die Lockerungen für den Breitensport verkündet hat. Aber nicht nur Odörfers Verein steht in den Startlöchern, überall in Augsburg laufen die Vorbereitungen in den Sportstätten auf Hochtouren, damit der erlaubte Betrieb am Montag, 11. Mai, starten kann.

Natürlich gibt es aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin große Einschränkungen. Sportarten, die nun im Verein ausgeübt werden dürfen, haben folgende Vorgaben zu erfüllen: Sie müssen individuell, mit einem ausreichenden Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern und unter freiem Himmel ausgeübt werden. Dazu dürfen Kleingruppen die Größe von fünf Personen nicht überschreiten. Sportarten wie Golf, Kanufahren, Segeln, Reiten, Leichtathletik und eben auch Tennis sind damit erlaubt.

Duschen dürfen nicht genutzt werden

Was Roland Odörfer und seine Mitglieder erleichtert zur Kenntnis genommen haben. „Wir haben uns sehr gefreut, schließlich sind wir jetzt seit mehr als vier Wochen im Verzug. Was gibt es Schöneres, als dass man endlich wieder rausgehen und Sport treiben kann“, sagt er. Wie in allen anderen Vereinen hat man beim TC Schießgraben natürlich ein umfangreiches Hygienekonzept entwickelt, damit die Auflagen der Gesundheitsbehörden zum Infektionsschutz eingehalten werden. „Einschneidende Maßnahmen sind sicherlich, dass die Duschen nicht genutzt werden dürfen, und dass das Clublokal vorerst noch geschlossen bleibt. Zum Glück haben wir Platz genug. Auch auf unserer Terrasse können wir, wenn zumindest der Außenbetrieb wieder erlaubt ist, die Abstandsregeln gut einhalten“, sagt Odörfer.

 

Auch der TC Augsburg wird die Anlage am Montag wieder öffnen. Weil TCA-Chef Jakob Schweyer und sein Team auf eine behutsame Rückkehr zum Sportbetrieb setzen, wurde übereinstimmend beschlossen, dass die Mitglieder in dieser Saison an keinem Punkt- oder Freundschaftsspielbetrieb mehr teilnehmen. Schweyer betont: „Ich möchte, dass meine Mitglieder erst einmal spielen nach der Zeit der Entbehrung.“ Er hofft, dass sein Club die Vorgaben korrekt umsetzen kann und sich die Mitglieder auch danach richten. „Das Schlimmste, was uns passieren könnte, ist, dass wir nach einer Kontrolle wieder schließen müssen.“

Verlegung des Studioangebots ins Freie

Beim Turnverein Augsburg sind die Tennisplätze ab Montag ebenfalls wieder geöffnet, doch der Verein geht mit seinen Planungen noch einen Schritt weiter. Laut TVA-Geschäftsführer Christian Butz arbeitet das Team gerade daran, ab 18. Mai einen Großteil des Studioangebots auf die große Freifläche des Vereinsareals an der Gabelsberger Straße zu verlegen. „Unter welchen Voraussetzungen das möglich ist, müssen wir noch abklären, denn momentan ist der Knackpunkt die Vorgabe, dass nur Gruppen bis zu fünf Personen zugelassen sind. Das wäre aber unrentabel. Dabei könnten wir auf unserer Freifläche bis zu 30 Personen unterbringen und dennoch alle Abstandsregeln einhalten“, berichtet Butz.

Kurse wie etwa Bodyforming, Yoga, Work-outs oder Pilates würden sich für das Outdoor-Konzept anbieten. Ungeklärt sei allerdings bisher die Situation des Rehasports. „Dass Lungen- und Herzgruppen außen vor bleiben, ist klar, aber ein orthopädisch Kranker gehört ja eigentlich nicht zur Risikogruppe. Im Gegenteil, da würde Sport guttun“, sagt Butz mit Blick auf seine 500 Rehasportler im Verein. Nicht nur Butz, sondern viele andere Verantwortliche der Augsburger Vereine erhoffen sich, dass im Austausch mit dem Bayerischen Landessportverband und dem bayerischen Innenministerium bald noch weitere solcher Detailfragen geklärt werden können.

Corona-Krise: Amateurfußballer müssen sich noch gedulden

Sicher ist momentan, dass am Montag nicht nur vereinseigene Außenanlagen, sondern auch städtischen Sportstätten öffnen, wie etwa das Rosenaustadion und das Ernst-Lehner-Stadion für Leichtathleten. Davon profitieren auch die zwei Augsburger Kanuvereine, der Augsburger Kajak Verein und Kanu Schwaben Augsburg mit dem Eiskanal. Für die Paddler kommt allerdings erschwerend hinzu, dass dort gerade die Umbauarbeiten für die Kanuslalom-Weltmeisterschaft 2022 in vollem Gange sind und das ganze Areal Baustelle ist. Zu den Hygienekonzepten, die die Vereine bereits erarbeitet haben, kommen hier also wohl noch weitere corona-unabhängige Vorschriften hinzu, wie besondere Laufwege und zeitliche Trainingsvorgaben.

Keine Auswirkungen haben die beschlossenen Änderungen im Sport hingegen für die Amateurfußballer. Da Sport nur in Kleingruppen bis maximal fünf Personen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ausgeübt werden darf, ist ein Mannschaftstraining in der Praxis ohnehin unmöglich. Dies sieht auch der Bayerische Fußball-Verband (BFV) so. Für die Amateurfußballer in Bayern hat der BFV eine Corona-Pause bis 31. August verkündet. Danach soll von der Bayernliga abwärts – soweit dies die politischen Rahmenbedingungen zulassen – die Saison fortgesetzt werden. Mittlerweile hat der Verband diesen Beschluss auf den Nachwuchsfußball ausgeweitet. Auch bei den Junioren soll die Saison nicht abgebrochen, sondern möglichst im September fortgesetzt werden.

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