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Nationalmannschaft

08.10.2019

Neuer und ter Stegen: ein "professionelles Verhältnis", mehr nicht

Gegen Argentinien spielt Marc ter Stegen (rechts), am Sonntag gegen Estland soll Manuel Neuer ins deutsche Tor zurückkehren.
Bild: Christian Charisius, dpa

Torwart Marc ter Stegen will vor dem Spiel gegen Argentinien den Torwart-Zwist nicht weiter befeuern. Bundestrainer Löw plagen andere Sorgen.

Im Nachhinein ja immer noch verwunderlich, dass ein paar selbstverständlich hingephraste Wörter zu derartiger Aufregung führten. Marc-André ter Stegen hatte dem Vereinsfernsehen des FC Barcelona ja lediglich erzählt, dass er mit der momentanen Situation nicht in Gänze zufrieden ist. Die momentane Situation stellt sich so dar, dass der 27-Jährige zwar in schöner Regelmäßigkeit Außergewöhnliches im Trikot des FC Barcelona leistet, in der deutschen Nationalmannschaft aber nur dann im Tor steht, wenn es kaum etwas zu verlieren und noch weniger zu gewinnen gibt.

Uli Hoeneß sah darin allerdings einen verbalen Anschlag auf den untadeligen Sportsmann Manuel Neuer. Die Kombination aus Wutanfall und latenten Drohungen in Richtung Bundestrainer Joachim Löw überraschten selbst für einen der Unparteilichkeit nicht verdächtigen Mann wie dem Präsidenten des FC Bayern. Ter Stegen nun wiederum tat am Dienstag alles, um dem Wüterich vom Tegernsee nicht ein weiteres Mal zu verärgern.

Die Torwartfrage ist keines von Löws Problemen - eigentlich

Sein Verhältnis zu Manuel Neuer sei "absolut professionell", sagte er vor dem Spiel gegen Argentinien (20.45 Uhr, RTL). Es ist eine jener Partien, in denen ter Stegen zeigen darf, dass sich Deutschland keine Sorgen machen muss, falls Neuer einmal unpässlich sein sollte. Der Münchner Torwart kehrt am Sonntag in Estland zurück ins Tor, wenn die deutsche Mannschaft einen weiteren Schritt in Richtung der EM-Qualifikation gehen will.

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Die Torwartfrage ist ein Problem, das sich für Löw verständlicherweise nicht als solches darstellt. Schließlich handelt es sich um die einzige Position im Kader, in der er die Auswahl zwischen zwei Ausnahmekönnern hat. Das Spiel gegen Argentinien wird zum unfreiwilligen Experimentierfeld. Leroy Sané wird ihm noch längere Zeit fehlen, Julian Draxler, Thilo Kehrer, Antonio Rüdiger und Leon Goretzka kehren vielleicht wieder zu den nächsten Länderspielen im November zurück und nun fallen auch noch Ilkay Gündogan (muskuläre Probleme) und Jonathan Tah (Erkältung) kurzfristig für die Argentinien-Partie aus. Wegen Knieschmerzen könnte zudem auch noch Marco Reus unpässlich sein.

"Die Gesamtlage ist angespannt und das ist natürlich unerfreulich", fasst Löw die Situation zusammen. Schließlich wollte er das Länderspieljahr 2018 vornehmlich dazu nutzen, seiner sich im Umbruch befindlichen Mannschaft zur Eingespieltheit zu verhelfen. Daraus wurde nichts. Nach dem erfrischenden 3:2-Sieg in Holland im März folgte allerdings zuletzt "ein Bruch", wie es Löw nennt.

Auch Niklas Stark und Luca Waldschmidt kommen gegen Argentinien zum Einsatz

Die Ausfälle machen es auch hinsichtlich der EM im kommenden Jahr "etwas schwieriger", schließlich folgt nach den Länderspielen im November nur noch die Abstellungsperiode im kommenden März, ehe der Bundestrainer seinen Kader für die Europameisterschaft nominiert. Etwas unverhofft könnten dann möglicherweise Niklas Stark und Luca Waldschmidt eine Rolle spielen. Sowohl dem Berliner Abwehrmann als auch dem Freiburger Stürmer versprach Löw einen Platz in der Startelf gegen Argentinien.

Angesichts der Vielzahl an Problemen und Problemchen sieht Löw in dem aus München herbeigewüteten Zwist ums Tor keinen gesteigerten Gesprächsbedarf. Er werde nach dem Spiel gegen Argentinien zwar mal kurz mit seinen beiden Torhütern sprechen. Das ist es dann aber auch. "Manuel Neuer ist mein Kapitän. An unserem Verhältnis wird sich nichts ändern – egal, was aus München kommt." Löw hat wahrlich andere Themen, die ihn mehr beschäftigen.

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