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21.09.2014

Nikki Adler verteidigt WM-Gürtel: Eine emotionale Geschichte

Feiern mit Nikki Adler: Die Augsburgerin besiegte in Holzminden ihre Gegnerin Rita Kennesy nach vier Runden.
Bild: Jule Schutz

Nikki Adler gewinnt in Holzminden nach vier Runden und wird von ihren Fans gefeiert. Dabei gab es vor dem Kampf ein ernsthaftes Problem.

Der Auftritt von Nikki Adler in Holzminden war vor allem eine emotionale Geschichte. „80 Prozent der Zuschauer waren nur wegen Nikki da. Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, was sich nach dem Kampf abgespielt hat“, erzählt Jule Schutz, die Pressesprecherin von Adler.

Beim WM-Kampf der WBU in Holzminden, wo Adler ihren Titel verteidigen musste, war die Halle zunächst nur mit 500 Stühlen bestuhlt. Doch der Andrang war riesengroß. Die Veranstalter mussten Platz für mehr Fans schaffen und am Ende waren fast 1 500 Menschen in der Halle. Die wenigsten davon wussten, dass es vor dem Fight ein Problem gab. Adlers ursprüngliche Gegnerin, die Ungarin Borbola Kocsis, war erkrankt und musste absagen. Doch die Veranstalter handelten schnell und präsentierten Rita Kennesy – eine Landsmännin von Kocsis. Beim Wiegen am Freitag strahlten beide noch siegessicher in die Kameras. Adler kam auf 74,3 Kilogramm und Kennesy auf exakt 75 Kilogramm.

Doch im Ring gab die vierfache Weltmeisterin eindeutig den Ton an. Technisch und konditionell auf den Punkt fit und mental stärker denn je, ließ sie ihrer Gegnerin kaum eine Chance. Kennesy versuchte sich, so gut es ging zu verteidigen, doch bereits nach vier Runden schlug die Augsburgerin ihre Kontrahentin k.o..

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„Ich bin sehr gut in den Kampf reingekommen. Meine Gegnerin konnte sich gar nicht entfalten“, erzählt Adler am Tag danach. Die 27-Jährige weiß aber auch, bei wem sie sich zu bedanken hat: „Seit ich wieder in Augsburg unter Trainer Alexander Haan trainiere, habe ich mich technisch stark verbessert. Ich hatte eine unglaublich intensive Vorbereitung.“ Doch Adler rang auch ihrer Kontrahentin Kennesy Respekt ab: „Sie hat einen harten Schlag und ist sehr zäh. Sie kann wirklich einstecken.“

Nach ihrem Kampf in Holzminden brachen alle Dämme. Ein Großteil des Publikums stürmte auf Adler zu. „Wir waren völlig perplex. Jeder wollte mit Nikki ein paar Worte sprechen oder einfach nur ein Autogramm. Es fanden anschließend ja noch weitere Kämpfe in der Halle statt, aber die mussten alle um eine halbe Stunde verschoben werden“, erzählt Schutz.

Eventuell bestreitet Adler in diesem Jahr noch einen Kampf, aber wann und wo steht noch in den Sternen. Für die Boxweltmeisterin geht es zunächst am heutigen Montag weiter nach Mexiko. Zusammen mit ihrem Promoter Wjatscheslaw Tschibisow fliegt sie zur WBC-Convention. Dort treffen sich die Weltmeisterinnen aller Gewichtsklassen aus dem WBC-Verband. Ziel ist es, neue Maßstäbe und Zeichen für die Frauen im Ring zu setzen.

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