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10.02.2018

Probe-Gold für Wellinger

Das Lächeln eines zukünftigen Olympiasiegers? Andreas Wellinger zählt für das Springen am heutigen Samstag zu den Gold-Anwärtern.
Bild: dpa

Organisatoren üben Zeremonie und setzen Deutschen auf Eins

Jemandem einen Tag vor dem Geburtstag zu gratulieren, ist allgemeinhin verpönt. Ganz Abergläubische meinen sogar, das könne Unglück bringen. Was bitte passiert, wenn man einen Skispringer schon drei Tage vor dem Wettbewerb zum Olympiasieger erklärt? Bringt das auch Pech – oder ist es am Ende sogar ein gutes Omen?

Jedenfalls will die Deutsche Presseagentur erfahren haben, dass die Organisatoren von Pyeongchang bereits am Mittwochabend mit einer Reihe von freiwilligen Helfern die Siegerehrung für das Skispringen von der Normalschanze geübt haben und dabei den Ruhpoldinger Andreas Wellinger auf Goldplatz eins gesetzt haben sollen. Für Silber sei der Norweger Johann André Forfang auserkoren worden – und für Bronze Titelverteidiger Kamil Stoch aus Polen. Die dpa weiter: „Die vermeintliche Goldmedaille überreichte dem falschen Wellinger auch ein falscher Thomas Bach.“

Die Mitfavoritenrolle für die erste Medaillenentscheidung im Skispringen (Samstag, ab 13.35 Uhr) wird Wellinger so oder so nicht mehr los. Mit 103 Metern hatte der 22-jährige Traunsteiner die Qualifikation gewonnen, war davor Gesamtbester bei den Trainingssprüngen und sorgte so auch beim sonst so zurückhaltenden Bundestrainer Werner Schuster für große Zuversicht. Angesprochen darauf, dass der letzte deutsche Einzel-Olympiasieg nun schon 24 Jahre zurückliegt – 1994 in Lillehammer gewann Jens Weißflog auf der Großschanze – meinte Schuster: „Ja, wir können Geschichte schreiben. Wir können aber auch leer ausgehen.“ Die Vorarbeit jedenfalls sei gemacht.

Schon vor der Abreise nach Korea war Wellinger der Schuster-Junge Nummer eins. Der Kleinwalsertaler erklärte der Stuttgarter Zeitung Wellingers besondere Qualitäten – gerade auf der Normalschanze: „Auf der kleineren Anlage sind seine Chancen sogar noch besser, da er auch im hohen und weiten Bereich einen sehr guten Telemark setzen kann“. Auch Wellingers direkte Wettkampfvorbereitung dürfte Schuster gefallen haben. Er verzichtete gestern im Gegensatz zu seinen Teamkollegen Freitag, Eisenbichler und Geiger auf eine Teilnahme an der Eröffnungsfeier und setzte statt auf Kälte, Feuerwerk und wummernde Lautsprecher auf einen ruhigen Fernseh-Abend im warmen Mannschaftsquartier. „Die Feier ist etwas Besonderes, aber ich bin hier, um Wettkämpfe zu springen“, begründete Wellinger seinen Verzicht.

Mit Richard Freitag dürfte der Oberbayer einen der härtesten Konkurrenten im eigenen Team haben. Der 26-jährige Sachse, der seit Sommer in Oberstdorf lebt und trainiert, hält mit seinen Zielen ebenfalls nicht hinter dem Berg: „Ich würde schon gerne nach den Medaillen greifen, aber das wird sehr, sehr hart.“

Zwei deutsche Medaillen – das könnte nicht nur die Fans in Deutschland verzücken, sondern auch die freiwilligen Helfer von Pyeongchang bei der Siegerehrung aus der Bahn werfen. Aber vor dem Springen von der Großschanze können sie ja noch einmal deutsche Siegerehrungen üben...

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