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Corona-Krise

14.04.2020

Profi-Sport und Corona: Skurrile Ideen, gewagte Pläne und viel Illusion

Jan Frodeno absolvierte angesichts der Corona-Krise einen Triathlon auf seinem Grundstück.
Bild: Nik Howe, dpa

Je größer die Not, desto verrückter dürfen die Ideen sein - oder wie sonst sind die Pläne zu bewerten, die rund um den Profi-Sport derzeit diskutiert werden?

Not macht erfinderisch. In der Corona-Krise eine strenge Ausgangssperre in der spanischen Wahlheimat? Da liefert Ironmansieger Jan Frodeno eben einen Triathlon auf seinem Grundstück ab. Schwimmen im Pool mit Gegenstromanlage, Radeln auf der Rolle und Joggen auf dem Laufband. Achteinhalb Stunden lang.

Elisha Nochomovitz aus Toulouse hat in einer ähnlich strengen Quarantäne-Situation einen ganzen Marathon auf seinem Balkon absolviert. Paralympics-Sieger Mathias Mester veranstaltet seit ein paar Tagen die "Parantänischen Spiele" und sorgt mit Hochsprung aufs Bett und anderen amüsanten Ideen für Unterhaltung. Gemeinsam haben alle drei: Sie sind Einzelsportler. 

Die Herausforderungen für Ligen und andere große Sportveranstaltungen sind während der Corona-Krise ungleich größer. Es geht auch um deutlich mehr Geld. Wohl auch deshalb sind die Ideen umso verrückter. Ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit: 

UFC: Eine Insel mit einem Käfig

UFC-Boss Dana White wollte überhaupt nicht pausieren mit seinen Kämpfen in Mixed Material Arts. Erst auf Druck der TV-Rechteinhaber ließ er den für kommenden Samstag geplanten Kampfabend absagen. Dass manche Sportler aber derzeit ohnehin gar nicht erst in die USA einreisen dürfen, hat auch der 50-Jährige nicht ignoriert.

Deswegen arbeitet er schon seit Wochen an dem Plan, auf einer privaten Insel die notwendige Infrastruktur aufzubauen. "Fight Island" soll helfen, dass Whites Organisation Ultimate Fighting Championship zu den ersten gehört, die ihren Sport wieder austragen. 

US-Ligen denken über Gruppenquarantäne nach

Die grobe Idee hinter Whites Insel-Plan - alle notwendigen Personen einfach zusammen in Quarantäne stecken und dann isolieren - haben auch andere Organisatoren zumindest schon einmal angedacht. Man nehme dafür eine Gegend mit ausreichend Hotels, der notwendigen Anzahl an Sportstätten und verlagere eine komplette Liga dorthin.

So in etwa sehen Überlegungen in der MLB, der NBA, der NHL und auch der NFL aus. Die Baseballer könnten allesamt nach Arizona gebracht werden und dort bis zu drei Partien am Tag austragen. In der NBA ist Las Vegas im Gespräch als Austragungsort für Playoffs in Corona-Zeiten, die NHL denkt angeblich über North Dakota nach. In der NFL ist die Rede von einem Ort "mitten im Nirgendwo." 

Die MLB hat zumindest bestätigt, dass es die Überlegung gibt, von Basketballern und Eishockey-Chefs gab es bislang keine offiziellen Kommentare dazu. Rund um die NFL gibt es das Gedankenspiel auch nur auf Gerüchteebene. Gemeinsam haben die Ligen die Frage, wie das logistisch überhaupt funktionieren soll: Betroffen wären jeweils weit über tausend Leute, die alle für eine lange Zeit nicht bei ihren Familien sein dürften und sich streng an die Regeln halten müssten.  

Coronavirus: Wenige Orte - Wenige Leute

Den Ursprung hatte die Idee mit einem abgeriegelten Ort für eine ganze Liga wohl in Englands Premiere League. Angeblich soll es sogar einen Club geben, der das Ende der unterbrochenen Saison in China ausspielen will. Das schrieb vor kurzem zumindest The Sun. Auch gab es schon Berichte über die Idee, die Saison in nur wenigen Stadien mit Geisterspielen zu beenden. Die Situation wäre vergleichbar mit einer WM oder EM und den Teamhotels dort - nur müssten auch hier natürlich viele logistische Fragen bedacht und geklärt werden. 

Denn all diese Pläne setzen voraus, dass es neben der Disziplin aller Beteiligten auch ausreichend viele Testmöglichkeiten auf das Coronavirus gibt und Ergebnisse schnell vorliegen. Der Bedarf dafür ist aber in jedem Teil der Gesellschaft - weltweit - groß. 

Was bedeutet das Coronavirus für die Formel 1?

Von den einst 22 geplanten Saisonrennen hat sich die Formel 1 längst verabschiedet. Bis zu 19 Wettfahrten soll es noch geben. Eine Idee: Auf einer Strecke zweimal fahren - aber einmal verkehrt herum. Reise-Kosten und Personal wären auf diese Art reduziert. Den Vorschlag von Red-Bull-Berater Helmut Marko, dass sich die Fahrer absichtlich infizieren und so immunisieren sollen, gab es auch schon. "Es ist nicht positiv aufgenommen worden", sagte der Österreicher zu den Reaktionen darauf. (dpa)

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