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17.07.2017

Rehm gibt nicht auf

Markus Rehm

Prothesen-Springer will zur WM

In seinem Kampf gegen Windmühlen stellt sich Markus Rehm manchmal eine ernüchternde Frage: Wird er von einem möglichen Sieg überhaupt noch etwas haben? „Ich glaube daran, dass es in ein paar Jahren selbstverständlich sein wird, dass Para-Athleten gemeinsam mit Nichtbehinderten starten werden“, sagt der 28-Jährige. „Irgendwann wird keiner mehr darüber reden. Aber natürlich besteht die Gefahr, dass ich das nicht mehr als Aktiver erlebe.“

In London prangt er an der Seite von Sprint-Superstar Usain Bolt von den Werbeplakaten für die beiden Leichtathletik-Weltmeisterschaften – starten darf er aber wieder nur bei den Para-Athleten. Aufgeben will der Prothesen-Weitspringer aber nicht. Und er stellt seine Mission auch über seine persönliche Situation. Deshalb möchte er sich auch nicht wie einst Oscar Pistorius einklagen. „Vielleicht wäre das für mich persönlich besser. Aber es wäre bestimmt nicht besser für den Sport“, sagt Rehm: „Vielleicht werde ich solche Wettkämpfe irgendwann nur von außen betrachten können. Aber auch das wäre ja eine schöne Bestätigung.“

Einen Doppelstart in London hatte Rehm nach den Paralympics im Vorjahr offen als Ziel ausgegeben. Der Rahmen wäre auch ideal gewesen. Denn zum ersten Mal bestreiten die Para-Athleten ihre Wettkämpfe kurz vor den Nichtbehinderten an selber Stätte. Im Olympiastadion von 2012, in dem der inzwischen wegen Mordes an seiner Freundin im Gefängnis sitzende Pistorius einst mit zwei Prothesen bei Olympia in der 4x400-Meter-Staffel mitlief. Fast ein Jahr lang hat Rehm die Aussprache gesucht, doch beim Weltverband IAAF ignorierte man ihn. „Wir haben mehrfach Kontakt zur IAAF aufgenommen“, berichtet er: „Aber es gestaltet sich schwierig. Es wird immer weiter rausgezögert, ob mutwillig, weiß ich nicht.“

Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, erklärt: „Es hat kein Treffen mehr gegeben. Und auf Nachfragen per E-Mail in der jüngeren Vergangenheit hat Markus keine Reaktion erhalten.“ Rehm findet das „schade, weil es bei den deutschen Meisterschaften auch funktioniert“. Dort legte der dreimalige Paralympicssieger in Erfurt mit 8,19 Metern außer Konkurrenz den weitesten Sprung hin. (dpa)

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