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Reinhard Grindel
21.11.2015

Der Fußball-Aufsteiger: Wird Grindel der neue DFB-Präsident?

Reinhard Grindel könnte der Nachfolger von Wolfgang Niersbach werden.
Foto: Philipp Schulze (dpa)

Reinhard Grindel war Fernseh-Journalist, ist derzeit Politiker und könnte DFB-Präsident werden. Doch nicht jeder hält ihn geeignet für dieses Amt.

Für Reinhard Grindel könnte es der Weg in ein drittes berufliches Leben werden – nach dem ersten als Journalist und dem zweiten als Politiker nun jenes als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Im Abgeordnetenverzeichnis des Bundestages firmiert der 54 Jahre alte CDU-Mann noch als „Fernsehjournalist“. Bevor Grindel 2002 erstmals ins Parlament gewählt wurde, war der Jurist zehn Jahre beim ZDF: in Bonn und als Studioleiter in Berlin und Brüssel.

Grindel als Favorit für den DFB-Präsident

Im Bundestag ist Grindel derzeit stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses, zudem sitzt er im Rechts- und Verbraucherausschuss. In der Diskussion um das kürzlich beschlossene Anti-Doping-Gesetz hatte er zunächst dafür geworben, in einem Gesamtpaket gleich ein Gesetz gegen Spielmanipulation mit in Angriff zu nehmen. Früher hatte er sich unter anderem mit Innen- und Medienpolitik beschäftigt. CDU-Mitglied ist Grindel, der das Direktmandat im niedersächsischen Wahlkreis Rotenburg I/Heidekreis holte, seit fast 40 Jahren. Der gebürtige Hamburger ist katholisch und hat zwei Söhne.

Sollte er jemals regelmäßig gegen einen Ball getreten haben, dann geschah das so unauffällig, dass sich niemand mehr daran erinnern kann. 2011 tauchte er zum ersten Mal als Fußball-Funktionär auf. Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist Grindel seit 2013 Schatzmeister. Dafür gibt er Einkünfte von bis zu 7000 Euro im Monat an. Im Umfeld des DFB wurde Grindels Name schon schnell nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach immer wieder als Top-Kandidat genannt, obwohl ihn bis dahin kaum ein Mensch aus dem Fußball kannte.

Er ist der Favorit des Amateurlagers im DFB. Die meisten der 21 Landesverbände trauen ihm das Präsidenten-Amt zu. Gerade jetzt, wo der mit sieben Millionen Mitgliedern größte Sport-Fachverband der Welt wegen der Affäre um die WM 2006 in der schwersten Krise seiner 115-jährigen Geschichte steckt, sei der unbelastete Grindel der richtige Mann. Trotzdem freut sich nicht jeder auf Grindel. Am wenigsten das Lager der Profis. Auf der gestrigen DFB-Präsidiumssitzung hat man sich geeinigt, die Suche nach einem Niersbach-Nachfolger zunächst auf Eis zu legen. Im Vordergrund steht die Aufklärung der WM-Affäre.

Grindel wird auch kritisiert

Kritik am Kandidaten Grindel kam auch wegen seiner Doppelrolle als Funktionär und Bundestagsabgeordneter auf. Allerdings hat der 54-Jährige für seine Wahl zum Präsidenten angekündigt, sein Abgeordnetenmandat niederzulegen. Grindel gilt als Mann, der stets umfassend informiert werden will und als Ehrenamtlicher auch operativ ins Geschäft eingreift.

Als Mann also, der „die kurze Leine bevorzugt und sehr fordernd auftreten kann“, schrieb die Frankfurter Rundschau. Andere bezeichnen ihn als aufbrausend. Wenn ein Fernsehbericht missfällt, ruft er schon mal beim Intendanten an. Grindel gilt als karriereorientiert. Zunächst einmal muss er sich in Geduld üben. dpa/as

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