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Löw, Müller, Leipzig: Nur Staubkörner der Geschichte

Kommentar Von Tilmann Mehl
19.01.2020

So bald ein Rekord aufgestellt ist, ist klar: Er ist nicht für die Ewigkeit. Das gilt auch für Bestmarken, die für unverrückbar gehalten werden.

Dem Fußballfan wird ein Hang zur Romantik nachgesagt. Nicht, dass er seiner Partnerin (oder seinem Partner) täglich Blumen mitbringt, das Frühstück im Bett bereitet oder auch nur regelmäßig den Abwasch erledigt. Er schaut aber gerne und oft mit verträumtem Blick auf seine eine große Leidenschaft. Nur wenig kann die Schwärmerei trüben.

Gewinnen die Bayern die siebte Meisterschaft in Folge, hofft er auf ein Ende der Serie im achten Jahr.

Allenfalls Neuerungen gegenüber sind die Fans kaum aufgeschlossen. Video-Beweis, RB Leipzig, alkoholfreies Bier – Teufelszeug. Die verklärte Sicht auf die Vergangenheit ist typisch für den Romantiker. Früher, ach früher, war doch vieles einfach besser. Vor allem die Stürmer.

Einer wie Gerd Müller wird nie mehr in deutschen Stadien Tor um Tor erzielen. Seine Rekorde: erzielt für die Ewigkeit. Dachte der Fan. Jene 40 Treffer, die er in der Spielzeit 71/72 müllerte, galten als unerreichbar. Nun machen sich aber mit Timo Werner und Robert Lewandowski gleich zwei Stürmer an der Bestmarke zu schaffen. Und sollte diese norwegische Naturgewalt im Dress der Dortmunder so weiter treffen ...

Auch der sensationellste Rekord ist nur ein Staubkorn der Geschichte. Es wartet darauf, weggewischt zu werden. Eine Erfahrung, die auch Joachim Löw machen musste. Bevor er zum ewigen Bundestrainer wurde, war er ein recht talentierter Angreifer. Niemand erzielte mehr Tore für den SC Freiburg als er. Bis am Samstag Nils Petersen zum 84. Mal für die Breisgauer jubelte. Löw ist nicht Müller und Petersen nicht Lewandowski, Rekord nicht gleich Rekord.

Dass nun aber ausgerechnet die Leipziger als erstes Team in der Geschichte der Bundesliga in neun aufeinanderfolgenden Spielen mindestens drei Treffer geschossen haben, ist eine Randnotiz, die den Romantiker stört. Ausgerechnet diese Leipziger. Dann sollen doch wirklich lieber die Bayern noch mal Meister werden. Selbst wenn Lewandowskis 41. Treffer dafür notwendig ist.

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