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Nationalmannschaft

09.09.2018

Sieg mit Misstönen: Deutschland gewinnt 2:1 gegen Peru

Der Treffer von Nico Schulz war das Siegtor.
Bild: Thomas Kienzle, afp

Trotz zahlreicher Großchancen fällt der Siegtreffer durch einen Debütanten erst kurz vor Schluss. Zuvor hatte es Ärger wegen der Verlegung des Spielortes gegeben

Das Gute zuerst: Der Neustart der deutschen Nationalmannschaft scheint Gestalt anzunehmen. Am Sonntagabend gewann die DFB-Auswahl gegen die Nationalmannschaft Perus 2:1 und erspielte sich in einer ansprechenden Partie zahlreiche Großchancen. 

In der DFB-Zentrale dürfte am Wochenende aber ein anderes Thema dominiert haben. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte berichtet, dass das Länderspiel eigentlich in Frankfurt stattfinden hätte sollen. DFB-Präsident Reinhard Grindel hatte aber die Verlegung nach Sinsheim durchgesetzt. Er befürchtete, dass Frankfurter Ultras kurz vor der Vergabe des EM-Turniers 2024 die deutsche Bewerbung mit negativen Bildern von Ausschreitungen oder Pyrotechnik torpedieren könnten.

Grindel wollte keine Ausschreitungen von Ultras

Der Spiegel berief sich dabei auf einen internen Mailwechsel der DFB-Spitze zwischen Grindel und seinem Stellvertreter Rainer Koch, den Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbandes. Der Verband hatte beteuert, dass bei der Ortswahl ein anderes Argument im Vordergrund gestanden habe, Koch die Kontroverse mit Grindel bestritten. Teammanager Oliver Bierhoff sagte am Samstagabend im ZDF-Sportstudio: „Es war ein Gedanke dahin, ein ausverkauftes Stadion zu haben.“ Die im Vergleich zum Frankfurter Stadion halb so große Rhein-Neckar-Arena konnte mit knapp 26.000 Zuschauern tatsächlich gefüllt werden – ein Großteil davon waren übrigens peruanische Fans.

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Ein am Sonntag vom Spiegel veröffentlichter E-Mail-Verkehr zwischen Grindel und Koch belegte aber, dass für Grindel mögliche Ausschreitungen der Frankfurter Fanszene im Vordergrund gestanden hatten. Die dortige Ultra-Szene hatte er in der Mail vom Februar als „viel zu unberechenbar“ bezeichnet. Grindel bemängelte am Sonntag, dass die internen Dokumente an die Öffentlichkeit geraten sind.

Nationalelf geht gegen Peru verschwenderisch mit ihren Chancen um

Zum Sportlichen: Bundestrainer Joachim Löw hatte eine im Vergleich zur Begegnung mit Frankreich deutlich offensivere Aufstellung gewählt. Der Hoffenheimer Nico Schulz bekam sein „Heimspiel“, dazu rückte der Leverkusener Julian Brandt in die Startelf. Neu in der Startelf waren auch ter Stegen, Gündogan und Süle.

Die DFB-Elf spielte stürmisch, war aber äußerst verschwenderisch im Umgang mit Großchancen: Schon nach zwei Minuten hatte Marco Reus auf Pass von Ilkay Gündogan die Chance zur Führung, doch der peruanische Schlussmann Pedro Gallese klärte zur Ecke. Bei einem Kopfball des freistehenden Ginter bewahrte der Keeper seine Mannschaft erneut vor einem Rückstand (13.). Die nächsten beiden Gelegenheiten durfte Marco Reus vergeben. Zwei Anspiele im Strafraum von Werner und Gündogan mündeten in Abstößen Perus (20./21.).

Schulz debütiert mit einem Tor

Wer solche Chancen nicht nutzt, wird bestraft – eine Binsenweisheit, die wieder einmal zutraf. Der Ex-Hoffenheimer Luis Advincula schloss einen Konter (23.) ab. Das deutsche Team setzte seinen Sturmlauf aber unbeeindruckt fort. Die nach Özils Rücktritt neue Nummer 10, Julian Brandt, lupfte den Ball gefühlvoll zum Ausgleich (25.). Sein Mittelfeld-Kollege Gündogan scheiterte danach an Gallese (38.) Peru verlagerte sich auf seltene, aber gefährliche Konter.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste ter Stegen alles riskieren, um bei einer Ecke gegen Aquino zu klären (54.). Danach vergab Werner mal wieder ein dickes Ding – ebenso wie Farfan, der einen Stellungsfehler von Kimmich nicht ausnutzte (58.). Der Spielfluss war im zweiten Durchgang durch die vielen Wechsel dahin. Als alles auf ein Remis hindeutete, schlug die Stunde des ansonsten blassen Debütanten Nico Schulz: Perus Schlussmann Gallese ließ einen eigentlich harmlosen Schuss des Verteidigers passieren (84.).

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