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Champions League

21.11.2017

Sorgen statt Sekt

Dortmunds Trainer Peter Bosz hat heute Geburtstag. Zum Feiern ist ihm aber eher nicht zumute. Er muss seine Mannschaft gegen Tottenham aus der Krise führen

Von einem unbeschwerten Ehrentag kann wahrlich nicht die Rede sein. Schließlich steht Peter Bosz an seinem 54. Geburtstag mächtig unter Druck. Der krachende Absturz von Borussia Dortmund in den vergangenen Wochen und Schlagzeilen über anstehende Schicksalsspiele machen dem Fußball-Trainer zu schaffen. Ohne einen Sieg am heutigen Dienstag im Champions-League-Duell mit Tottenham Hotspur (20.45 Uhr) dürften die Diskussionen über seine Zukunft weiter zunehmen.

Noch steht die Vereinsführung demonstrativ hinter ihm, sehnt aber eine Trendwende herbei. „Irgendwann müssen wir den Bock umstoßen“, forderte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Auf Bosz kommt eine heikle Woche zu. Denn nur vier Tage nach der Partie gegen Tottenham steht das Revierderby gegen den erstarkten und in der Bundesliga-Tabelle mittlerweile vorbeigezogenen Erzrivalen FC Schalke an, das seit jeher einen großen Einfluss auf die Stimmungslage beim BVB hat. Weltmeister Mario Götze brachte die knifflige Ausgangslage auf den Punkt: „Es ist uns bewusst, dass wir gerade in keiner so großartigen Situation sind. Wir müssten gegen Tottenham punkten. Dann kommt Schalke – da müssen wir auch punkten.“

Nach zuletzt nur einem Zähler aus fünf Bundesligaspielen und dem Fall von Rang eins auf fünf herrscht Krisenstimmung. Nach lebhaften Diskussionen auf allen Ebenen verspürt Michael Zorc jedoch „absolute Bereitschaft“, der Misere zu entkommen. „Wir haben die Dinge intensiv und stundenlang aufgearbeitet“, sagte der Sportdirektor dem Kicker, „aber es gibt nicht den einen Knopf, den man drücken kann, damit es wieder in die richtige Richtung läuft. Wir müssen an den kleinen Schrauben drehen.“

Gehen auch die kommenden beiden Spiele verloren, wächst jedoch der Handlungsdruck der Vereinsführung. Ob in diesem Fall immer noch Treueschwüre wie von Zorc im Anschluss an den neuerlichen Rückschlag in Stuttgart zu hören sind, wonach es intern „keine Trainerdiskussionen“ gibt, darf bezweifelt werden.

Angreifer André Schürrle hofft, dass die Mannschaft einen Beitrag zum Erhalt des Arbeitsplatzes von Bosz leistet: „Wir müssen uns Mut zusprechen, müssen klar bleiben. Irgendwann wird der Knoten wieder platzen und wir werden Siege holen. Dann wird uns auch vieles leichter fallen.“

Nicht nur in der Bundesliga ging es abwärts. Nach den beiden indiskutablen Vorstellungen gegen Außenseiter Apoel Nikosia (jeweils 1:1) tendiert die Chance auf ein Überwintern in der Champions League gegen null. Selbst der Trostpreis Europa League ist in Gefahr. Schließlich steht der BVB in der Gruppe F, die Tottenham (10 Punkte) und Real Madrid (7) anführen, im direkten Vergleich nur zwei Treffer besser da als die punktgleichen Zyprer (2).

Ein Sieg über den Tabellenvierten der Premier League aus London könnte verhindern, dass der BVB sich vollends aus Europa verabschiedet. Dieses Szenario soll abgewendet werden – auch mithilfe von Pierre-Emerick Aubameyang. Nach seiner Suspendierung für die Partie in Stuttgart kehrt der Torjäger in den Kader zurück.

Fraglich bleibt der Einsatz von Christian Pulisic, der am Freitag aufgrund von muskulären Problemen kurzfristig ausgefallen war. Sicher fehlen wird Abwehrchef Sokratis, dessen Rippenknorpelbruch ihn zu einer Pause zwingt.

BVB-Trainer Bosz flüchtete sich bereits nach der Niederlage in Stuttgart in Durchhalteparolen: „Wir müssen gegen die Spurs ein gutes Resultat holen. Das werden wir schaffen.“ (dpa)

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