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Versteigerung
25.06.2019

Unterm Hammer

Boris Becker
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Boris Becker

Boris Becker muss sich von vielen seiner Trophäen und Erinnerungsstücke trennen – gegen seinen Willen. Der ehemalige Tennisstar glaubt nicht, dass Pokale, Socken und Co. viel Geld einbringen

Eine Nachbildung des Wimbledon-Pokals, eine Goldene Kamera, ein Bambi: Insgesamt 82 Erinnerungsstücke des Ex-Tennisstars Boris Becker werden nun in einer Online-Auktion zwangsversteigert. Sie endet am 11. Juli mit dem Verkauf an die Höchstbietenden, wie das Auktionshaus Wyles Hardy & Co in Hemel Hempstead bei London am Montag mitteilte. Damit soll Geld für die Gläubiger eingetrieben werden.

Becker war im Juni 2017 von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Zahlreiche Gegenstände sollten daraufhin von dem Auktionshaus meistbietend versteigert werden. Der dreifache Wimbledon-Sieger sah durch die Versteigerung seine Würde verletzt. Beckers Anwälte hatten die Auktion Ende Juni 2018 daher in letzter Minute durch eine einstweilige Verfügung gestoppt – allerdings sollte der Erfolg nicht lange währen. „Ich freue mich sehr, dass die Auktion abgesagt wurde“, teilte Becker damals mit. Zugleich beklagte er sich bitterlich über das „merkwürdige Verhalten“ der Insolvenzverwalter.

In einem Interview der Bild am Sonntag schätzte Becker, dass die Memorabilien – mit viel Glück und einem echten Fan als Käufer – vielleicht 100000 Euro einbringen könnten. „Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge.“ Ein Sprecher des Auktionshauses wollte keine konkrete Schätzung abgeben, hält aber die von Becker genannte Summe für zu gering.

Der Ex-Tennisstar zog noch ein Ass: Er gab an, diplomatische Immunität zu genießen – er könne daher nicht belangt werden: Er sei nämlich zum Sport-Attaché in der EU-Vertretung der Zentralafrikanischen Republik berufen worden. Mit seiner schwierigen Situation habe diese Aufgabe aber nichts zu tun, betonte er. Jedoch machten die Behörden des afrikanischen Landes unterschiedliche Aussagen, ob diese Berufung wirksam sei. Schließlich erklärte Becker im vergangenen Dezember, er mache seinen Diplomatenstatus nicht länger geltend. Das Konkursgericht verlängerte den Insolvenzstatus Ende 2018 auf unbestimmte Zeit.

Die vergangenen Monate waren nicht die besten seines Lebens. Zur Misere um seine finanziellen Verhältnisse kam die Trennung von Ehefrau Lilly nach neun Ehejahren hinzu. Einen Polizeieinsatz in seiner Londoner Villa kommentierte Becker trocken mit dem Satz: „Wie Sie alle wissen, habe ich eine sehr temperamentvolle Frau, die kann schon mal lauter werden.“ Auch Lilly meldete sich zu Wort. Die 42-Jährige sagte gegenüber dem Stern: „Wir waren in allem immer sehr leidenschaftlich, im Leben, in der Liebe und im Streit.“ (dpa)

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