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WM 2014
16.06.2014

Hansi Flick: Vom Co-Trainer zum DFB-Sportdirektor

Joachim Löw und Hansi Flick lassen den «Ernstfall» proben - Training zur Anstoßzeit gegen Portugal.
Foto: Foto: Marcus Brandt (dpa)

Auch diese WM steht Hansi Flick an der Seite von Jogi Löw. Bald soll er viel mehr sein, als nur Assistent.

Heute Abend, wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien ihr erstes Spiel gegen Portugal bestreitet, wird Hans-Dieter Flick im Stadion wieder neben seinem Chef stehen. Voraussichtlich werden beide das gleiche Hemd tragen, so wie sie das bei derartigen Anlässen immer gehalten haben. Die augenfällige Botschaft: Wir sind ein Team. Hans-Dieter, den alle Welt Hansi nennt, und Jogi. Der Assistent und der Cheftrainer.

Hansi und Jogi wollen zeigen: Wir sind ein Team

Als Löw 2006, nach Jürgen Klinsmanns Rückzug, vom Assistenten zum Chef-Coach aufstieg, suchte er einen Nachfolger für sich selbst – und fand ihn in Flick. Der gebürtige Heidelberger hatte eine respektable Spielerkarriere vorzuweisen; fünf Jahre FC Bayern und drei Jahre 1. FC Köln. Seine Trainer-Vita dagegen war bis dahin unspektakulär. FC Viktoria Bammental, TSG Hoffenheim, allerdings zu Regionalliga-Zeiten, und Red Bull Salzburg, als Assistent von Giovanni Trapattoni.

Dann rief Löw – und Fußball-Deutschland wunderte sich. Was wollte der smarte Löw mit dem blassen Flick? Löw wollte einen Assistenten, der im Wesen und im Denken zu ihm passte, wie er selbst einst zu Jürgen Klinsmann gepasst hat. Flick ist Zuarbeiter und steht doch auf gleicher Höhe neben Löw. Wer den gelernten Bankkaufmann mit Fachhochschulreife auf dem Trainingsplatz in Santo André sieht, könnte ihn von Weitem für einen Spieler halten.

Das Trainingsfeld ist sein Platz. Hier fühlt er sich wohl

Ein 49 Jahre jung gebliebener Kerl, der weiß, was er den Spielern zu sagen hat. Das Trainingsfeld ist sein Platz. Hier fühlt er sich wohl. Vor Kameras oder auf Pressepodien wirkt er dagegen immer etwas hölzern. Flick hat die Rolle des Bundestrainer-Sprechers akzeptiert, ohne sie zu mögen.

Während Löw auch öffentlich entspannt plaudern kann, muss sich sein Sprecher um Redefluss bemühen. Also bemüht er sich. Es ist der Preis, den er für das Leben in der großen Welt bezahlen muss.

Hansi Flick wird Sportdirektor

Das Überschaubare aber ist ihm näher. Wie Bammental, die 3000- Einwohner-Gemeinde im Kraichgau, wo Flick mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt. Dazu passt auch sein neuer Job. Zum 1. September wechselt er auf den frei gewordenen Posten als Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund. Eine Lebensstellung in einer festgefügten Ordnung, die eher fußball-strategisches und weniger unterhaltendes Talent erfordert.

Bis es so weit ist, muss Flick noch einige Male raus in die große Welt. Er wird seinen Hansi stehen. Schließlich steht Jogi neben ihm.

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