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TSV 1860 München

21.07.2020

Warum Sascha Mölders ein Münchner Löwe bleibt

Sascha Mölders, 35, denkt noch nicht ans Aufhören: Der ehemalige FCA-Stürmer hat seinen Vertrag bei 1860 verlängert.
Bild: Andreas Gebert, dpa

Plus Sascha Mölders hat noch einmal beim TSV 1860 München für ein Jahr unterschrieben. Der 35-Jährige soll als Alphatier das junge Löwen-Rudel anführen.

Sascha Mölders hat die Wappen seiner fünf Profi-Vereine auf seine rechte Brust tätowieren lassen. Zuerst kommt der MSV Duisburg, dann RW Essen, FSV Frankfurt, FC Augsburg und dann der TSV 1860 München.

Dass der Münchner Löwe seinem Herzen am nächsten verewigt wurde, liegt zuallererst an der zeitlichen Reihenfolge seiner Engagements. Es kann aber durchaus als Symbol der ganz speziellen Verbundenheit verstanden werden. Als Sascha Mölders, immerhin schon 35, am Freitag einen neuen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, sagte er: „Ich musste mich zwischen Geld und Liebe entscheiden.“ Dann fügte er an: „Und hier bin ich.“

Sascha Mölders hatte auch ein Angebot aus Unterhaching

Wäre er seinem Verstand und wohl auch seinem Berater gefolgt, hätte er wohl anders entschieden und die etwas besseren Angebote der Ligakonkurrenten SpVgg Unterhaching oder des neureichen Aufsteigers Türk-Gücü München genommen. Denn auch nach 13 Jahren Profi-Fußball hat Mölders nach dem Ende seiner aktiven Karriere finanziell nicht ausgesorgt.

Doch der Kult-Klub aus dem Münchner Arbeiter-Viertel Giesing ist die große Liebe des wohl letzten Malocher im deutschen Profi-Fußball. Deshalb hat der 35-jährige Stürmer das durch die Corona-Krise deutlich abgespeckte Angebot der Löwen angenommen. Die 60er-Fans lieben ihn dafür. Auch weil er die Tugenden verkörpert, die sie in ihrem Verein, seit der Übernahme durch Investor Ismaik, nicht mehr finden. Mölders arbeitet Fußball, so wie es der gelernte Anlagenmechaniker, der bei den Stadtwerken Essen öfters mit dem Presslufthammer den Asphalt aufstemmen musste, in der Jugend auf den Ascheplätzen des Ruhrpotts gelernt hatte. Er steht für Schweiß und Grätsche, nicht für Filigranität und Übersteiger.

Mölders zeigt auf Instagram den Alltag seiner Familie

So wie er spielt, ist der gebürtige Essener auch privat. Offen, ehrlich, verlässlich. Aber er hat auch Ecken und Kanten, an denen man sich auch mal stoßen kann. Im Ruhrpott sagt man, was man denkt, auch wenn das im Medienrummel rund um die Bundesliga nicht immer zu seinem Vorteil ist. Aus seinem Privatleben macht Mölders kein Geheimnis. Wer will kann auf Instagram den Alltag der Familie verfolgen. Doch ist das nicht die inszenierte Hochglanzwelt vieler Profis. Die Mölders zeigen einfach ungeschminkt, wie es bei ihnen Hause zugeht.

Er hätte auch zurück in seine Heimat gehen können, RW Essen soll interessiert gewesen sein, doch mit seiner Frau Ivonne, seinen vier Kindern und den drei Hunden hat er längst im Markt Mering (Kreis Aichach-Friedberg) Wurzeln geschlagen. Hier hat er während seiner Zeit beim FCA ein Haus gekauft. Hier haben die zwei älteren Kinder ihre Ausbildung absolviert, hier trainiert er zusammen mit seiner Frau die A-Junioren. Als Trainer will er auch später arbeiten. Doch vorerst geht es darum, dass junge Löwenrudel als Alphatier sicher durch die 3. Liga zu führen.

Lesen Sie dazu auch: "Geld oder Liebe": Ex-FCA-Stürmer Sascha Mölders bleibt ein Löwe

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