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Fußball

21.06.2017

Warum der Transfermarkt außer Kontrolle ist

Kölns Top-Torjäger Anthony Modeste wechselt für eine Wahnsinnssumme nach China.
Foto: Marius Becker (dpa)

35 Millionen für Modeste, 40 Millionen Euro für Douglas Costa - die Summen auf dem Fußball-Transfermarkt haben sich in die Absurdität verschoben.

Über die Stadt Tianjin im Osten Chinas ist hierzulande wenig bekannt. Bis vor einigen Monaten dürften sich die Kenntnisse des Stürmers Anthony Modeste bezüglich der Metropolregion am Gelben Meer in eng gesteckten Grenzen bewegt haben. Dann aber begann der Franzose in Diensten des 1. FC Köln ein Tor nach dem anderen zu schießen. 25 Stück hatte Modeste am Ende der Saison erzielt. So etwas spricht sich herum. Sogar bis nach China. Dort sind die Vereine samt finanzstarker Investoren seit wenigen Jahren ganz vernarrt in die Idee, das eigene Team mit Stars der europäischen Ligen aufzuhübschen.

Weil nun aber kein Könner der Klasse Ronaldos, Messis oder Neymars seinen Lebensunterhalt in China verdienen will, greifen die Manager im Regal ein oder auch zwei Fächer weiter unten zu. Wie bei Modeste. „Es geht in die Richtung, finalisiert ist es allerdings noch nicht“, sagt Kölns Geschäftsführer Jörg Schmadtke über den Wechsel seines Angreifers zu Tianjin Quanjian. Es wird noch über das ein oder andere Milliönchen verhandelt. Am Ende werden sich die Parteien wohl bei etwa 35 Millionen Euro treffen. Welch immense Wertsteigerung, mag sich mancher denken, schließlich haben die Kölner vor zwei Jahren lediglich 4,5 Millionen an Hoffenheim für den Stürmer gezahlt.

In kaum einem anderen Bereich galoppierte die Inflation so davon wie in der großen weiten Fußballwelt.

Anders ist kaum zu erklären, dass Juventus Turin dem FC Bayern rund 40 Millionen Euro für die Dienste von Douglas Costa bietet. Der Brasilianer ließ einem fantastischen Spätsommer 2015 eineinhalb eher lustlose Jahre in München folgen. Der Buchhalter der Turiner wird trotzdem weiter ruhigen Gewissens in seiner Juve-Bettwäsche schlafen. Im vergangenen Jahr verkaufte man Paul Pogba für rund 100 Millionen Euro nach Manchester.

Die Bayern indes sind dank ihres Festgeldkontos nicht zwingend auf die italienischen Millionen angewiesen. Im Sinne einer ausgeglichenen Bilanz könnte der Meister sie aber doch gebrauchen. Schließlich sicherte sich der Verein in der vergangenen Woche die Dienste des eher unbekannten Franzosen Corentin Tolisso. Für etwas über 40 Millionen Euro.

Gerüchte, Wechsel, Spekulationen: Lesen Sie alles zum Transfermarkt in unserem News-Blog.

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