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Wegen Ehliz brennt bei den Nürnberg Ice Tigers die Sicherung durch

Kommentar Von Andreas Kornes
09.11.2018

Nationalspieler Yasin Ehliz versuchte sein Glück in der NHL, scheiterte und kehrte nicht nach Nürnberg zurück, sondern zu RB München. Das gibt nun Ärger.

An dieser Stelle geht es heute um enttäuschte Liebe. Ein Zustand, den man niemand wünscht. Das Herz schmerzt und der dranhängende Mensch neigt zu Taten, die er mit einigem Abstand möglicherweise nicht mehr ganz so clever findet. Ob und wann sie in Nürnberg zu dieser Erkenntnis kommen, ist momentan noch offen. Denn noch schmerzt dort das Herz. Yasin Ehliz hat sich von den Ice Tigers entliebt.

Der Mann ist ein Eishockeyspieler, ein ziemlich guter sogar. Nationalmannschaft und so. Gut genug, dass ihn im Sommer ein Ruf aus der nordamerikanischen NHL ereilte. Das ist die beste Eishockeyliga der Welt und wen sie ruft, der kommt. Besser gesagt: Der packt umgehend seine Koffer und setzt sich in den nächstbesten Flieger. Die NHL ist das gelobte Land des Eishockey.

Alle dachten: Wenn Ehliz scheitert, kehrt nach Nürnberg zurück. Falsch gedacht

Ehliz flog nach Calgary. Und landete hart. Die Flames schoben ihn in ein unterklassiges Team ab und selbst dort kam er nur viermal zum Einsatz. Dumm gelaufen. Kommt aber vor. Die NHL ist ein Haifischbecken. Ehliz entschied, nach Deutschland zurückzukehren.

Exakt hier beginnt der Schlamassel, denn jetzt kommt die Liebe ins Spiel. Acht Jahre hatte Ehliz zuvor in Nürnberg gespielt. Gut bezahlt. Alle dachten, dass er im Falle eines Scheiterns wieder nach Nürnberg zurückkommen werde. Blöderweise unterschrieb er in München. Vermutlich noch besser bezahlt.

Als das bekannt wurde, brannte in Nürnberg ein ganzes Feuerwerk an Sicherungen durch. Man kann sich wunderbar vorstellen, wie der dortige Hauptsponsor, ein bekanntermaßen auf Ausgleich bedachter Mensch, den Pressesprecher des Vereins damit beauftragte, eine Stellungnahme zu formulieren.

Das Ergebnis ist ein ähnlich gelungenes Stück Öffentlichkeitsarbeit wie die legendäre Pressekonferenz des FC Bayern, auf der es um die Würde des Menschen ging. Alle Details des Wechsels werden aufgelistet, Ehliz frontal angegriffen. Er habe versprochen, zurückzukehren. Das Highlight: „Trotz der vor allem menschlichen, aber natürlich auch sportlichen Enttäuschung wünschen wir Yasin Ehliz alles Gute in München, sind sehr dankbar für seine Leistungen im Nürnberger Trikot und schlagen gleichzeitig vor, dass er zumindest einen Teil der Bonuszahlung, die er für die Vertragsverlängerung in Nürnberg sicher gerne angenommen hat, an den Nachwuchs des EHC 80 Nürnberg spendet.“

Anfang Dezember muss Ehliz mit München nach Nürnberg

Seitdem tobt der Mob. 800 Kommentare sind auf der Facebook-Seite schon eingegangen. Freundlich sind die wenigsten. Und Ehliz? Tauchte ab, ehe er sich am Freitagabend auf Instagram in aller Kürze von den Nürnberg-Fans verabschiedete. Am 7. Dezember kehrt er erstmals mit München dorthin zurück. Es wird kein liebevoller Empfang werden.

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