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Bundesliga-Serie: Bei Union Berlin ist der Trainer der Star

Bundesliga-Serie

Bei Union Berlin ist der Trainer der Star

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    Urs Fischer führte Union Berlin von der zweiten Liga bis in die Europa League – und die Konkurrenz reibt sich die Augen.
    Urs Fischer führte Union Berlin von der zweiten Liga bis in die Europa League – und die Konkurrenz reibt sich die Augen. Foto: Matthias Koch, dpa

    In unserer Bundesliga-Serie stellen wir die 18 Erstligisten vor dem Saisonstart vor. Heute: Union Berlin.

    Am Mittwoch verabschiedete sich der 1. FC Union Berlin aus Neukirchen am Großvenediger. Zehn Tage lang hatten sich die Spieler im Salzburger Land auf die kommende Spielzeit vorbereitet. "Die Mannschaft hat gut gearbeitet und Bereitschaft gezeigt. Wir konnten das, was wir geplant haben, eins zu eins umsetzen", sagte Trainer Urs Fischer. Am 6. August beginnt die Bundesliga für die Eisernen mit einem Heimspiel gegen den Stadtrivalen Hertha BSC.

    Seit drei Jahren spielt Union in der Bundesliga – und hat sich stetig verbessert. Was ist das Erfolgsrezept?

    "Wir sind mit einem sehr guten Gefühl aus der vergangenen Saison gegangen. Wir absolvieren bisher eine gute Vorbereitung. Wir haben uns sportlich vom Niveau noch mal verstärkt", glaubt Präsident Dirk Zingler. "Der Klub ist intakt. Die Bedingungen stimmen. Die Leute haben Spaß bei dem, was sie tun. Ich freue mich auf die Saison. Ich glaube, dass sie erfolgreich sein wird."

    Hat Union sogar das Zeug zum Europapokal-Hattrick und qualifiziert sich zum dritten Mal hintereinander für den internationalen Wettbewerb?

    Die Konkurrenz reibt sich die Augen, was dem Klub mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln und dem aktuell kleinsten Erstligastadion (Fassungsvermögen 22.012 Besucher) gelingt. "Wir gehören zu den zwölf Mannschaften, die jedes Jahr absteigen, aber auch um Europa spielen können. Dieser Schritt ist enorm", sagt Zingler. Aber Union zeigt auch den Großkopferten einen Weg auf, wie es funktionieren kann. Bei den Wuhlheidern wird nicht mehr regelmäßig der Trainer gewechselt, sondern es gibt einen steten Austausch auf der Profi-Seite.

    Gibt es schon einen neuen Star bei den Eisernen? Oder ist das ohnehin der Trainer?

    Seitdem der Schweizer Fischer im Sommer 2018 das Traineramt übernommen hat, geht es im Südosten Berlins nur bergauf. 2019 erfolgte der umjubelte erste Aufstieg des Vereins ins Oberhaus. In der Bundesliga geriet Union in den ersten drei Spielzeiten mit den Rängen elf, sieben und fünf nie in Abstiegsgefahr. Wie immer in den letzten Jahren liegt die Anzahl der Zu- und Abgänge auch diesmal wieder jeweils im zweistelligen Bereich.

    Jordan Siebatcheu, hier noch im Trikot von den Young Boys Bern, jubelt nach seinem Treffer.
    Jordan Siebatcheu, hier noch im Trikot von den Young Boys Bern, jubelt nach seinem Treffer. Foto: Peter Klaunzer, dpa

    Was macht Union mit den 20 Millionen Euro vom Verkauf des Top-Torjägers Awoniyi?

    Die rund 20 Millionen Euro Ablöse für Awoniyi werden in Beine, sprich Spieler, investiert. Unter den jetzigen Neuverpflichtungen gibt es mit Stürmer Jordan Siebatcheu (Young Boys Bern) und U21-Nationalkicker Jamie Leweling (Greuther Fürth) interessante Personalien. In den letzten Tagen kamen mit Verteidiger Diogo Leite (FC Porto) und Mittelfeldmann Morten Thorsby (Sampdoria Genua) Akteure von namhaften Vereinen dazu. "Natürlich bist du als Klub für einen Spieler attraktiv, wenn man in der Gruppenphase der Europa League spielt, logisch", frohlockte Fischer.

    Zuletzt fremdelte Union nicht mal mehr im großen Olympiastadion des Stadtrivalen Hertha. Welche Rolle spielt überhaupt noch das heimische Kult-Stadion an der Alten Försterei?

    Weil die Alte Försterei für internationale Partien zu wenig Sitzplätze hat, wird Union auf europäischer Ebene erneut im Olympiastadion spielen, wo Stadtrivale Hertha BSC seit Jahrzehnten zu Hause ist. Union hat sich damit jedoch arrangiert. Dort ist auch Platz für mehr Fans. Viele der rund 43.000 Mitglieder kommen nicht an Karten für Bundesliga-Heimspiele. Sollten für die Europa League beispielsweise Manchester United, Arsenal London oder AS Rom zugelost werden, dürfte auch die Betonschüssel in Charlottenburg eine Party in Rot-Weiß erleben.

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