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Augsburger Panther

03.07.2019

Ex-AEV-Stürmer White über seinen Abgang: "Musste schnell entscheiden"

Ein Bild, das es in der kommenden Saison nicht mehr geben wird: Matt White im Trikot der Augsburger Panther. Der Top-Stürmer der vergangenen Saison wechselte per Ausstiegsklausel in die russische KHL.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Matt White war in der vergangenen Saison der beste AEV-Torjäger. Der Amerikaner spricht über seinen Wechsel nach Russland, Tray Tuomie und die Augsburger Fans.

Derzeit genießt Matt White die Sonne in seiner Heimat Omaha. Über zu wenig Sonnenstunden kann sich der ehemalige AEV-Stürmer nicht beklagen: Auf bis zu 32 Grad steigt die Temperatur im US-Bundesstaat Nebraska. Der 29-Jährige ist gut beraten, die Wärme noch zu genießen – denn in einer Woche steht ein heftiger Temperatursturz an: Am 9. Juli startet White mit seinem neuen Verein Neftekhimik Nizhnekamsk in die Vorbereitung auf die neue Saison in der russischen Liga KHL.

Nizhnekamsk, das knapp 1100 Kilometer östlich von Moskau liegt, zählt gemeinhin zu den lebenswertesten Städten Russlands – an den klimatischen Bedingungen scheint das aber nicht unbedingt zu liegen. Aktuell herrscht in der 230.000 Einwohner großen Stadt eine Maximaltemperatur von 20 Grad .

Für White ist der Wechsel ein neues Abenteuer, wie er unserer Redaktion sagt. "Ich war noch nie in der Stadt und werde mir eine Wohnung suchen, wenn ich dort ankomme." Dann wird auch Zeit sein, die neuen Mitspieler kennen zu lernen – die meisten sind Russen, im Kader ist White bislang der einzige Nicht-Europäer. Der Saisonstart ist am 1. September. "Das wird wirklich eine ganz neue Erfahrung, aber ich freue mich darauf", sagt White. Immerhin: Der Trainer und einige der Spieler sprechen Englisch.

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Der Abgang von Mike Stewart habe für White keine Rolle gespielt

Dass White in der neuen Saison in Russland spielen würde, habe er selbst lange nicht für möglich gehalten. Sein Vertrag bei den Panthern, den er Anfang Februar verlängert hatte, beinhaltete eine Ausstiegsklausel für das Ausland. Wenige Tage, bevor diese am 1. Juni ausgelaufen wäre, kam das Angebot aus Russland. "Das ist alles sehr schnell gegangen, innerhalb von wenigen Tagen war alles klar", erinnert sich der 29-Jährige. "Ich musste schnell entscheiden. Es ging darum, was am besten für mich ist." Mit dem Weggang von Trainer Mike Stewart zu den Kölner Haien habe seine Entscheidung nichts zu tun gehabt, betont er.

Dass alles so schnell gegangen ist, bedauert White: "Ich bin enttäuscht, dass ich mich nicht mehr von den Panther-Fans verabschieden konnte. Sie haben treu zu uns gehalten und uns immer unterstützt." Die zwei Jahre im AEV-Trikot, betont White, wird er in guter Erinnerung bewahren: "Meine Zeit bei den Panthern war unglaublich. Wir haben uns im Team wirklich gut verstanden, es sind Freundschaften mit Mitspielern und Mitgliedern des Teams entstanden."

Und so sieht es aus, wenn Matt White im Einsatz ist: Der 1,78 Meter große Stürmer war in seinen beiden AEV-Jahren immer für ein Tor gut.
Bild: Siegfried Kerpf

White ist sich sicher: Tuomie wird in Augsburg Erfolg haben

Die Stimmung in Augsburg habe ihn beeindruckt: "Vor dieser Kulisse zu spielen, war super. Die Fans stehen hier hinter ihrer Mannschaft, egal was passiert. Daraus haben wir auf dem Eis zusätzliche Energie gezogen." Sportlich liefen die beiden Jahre in Augsburg für White bestens: In 116 Spielen für den AEV erzielte er 42 Tore und gab 58 Assists. Nachdem im ersten Jahr die Play-offs verpasst wurden, belegte Augsburg mit Goalgetter White ein Jahr später Platz drei und damit die beste Platzierung der DEL-Geschichte. Ob Augsburg auch unter dem neuen Trainer Tray Tuomie den Erfolg der Vorsaison wiederholen kann? White, der Tuomie bislang als Assistent erlebt hat, hat daran keine Zweifel. "Tray ist ein guter Trainer, ein toller Mensch. Er hat unglaublich viel Fachwissen und er kennt die Mannschaft bereits. Er wird Erfolg haben, da bin ich mir ganz sicher." Damit das klappt, braucht Augsburg aber erst einmal einen Nachfolger für Matt White. Klubchef Lothar Sigl betonte zuletzt, dass den Verein der Abgang des Top-Stürmers nicht unvorbereitet getroffen habe. Ein Ersatz ist bislang aber nicht verpflichtet.

Eine Rückkehr zu den Panthern schließt White nicht aus

Am liebsten wäre es den Panther-Fans wohl gewesen, wenn White einfach geblieben wäre. Kommt es vielleicht mal zur Rückkehr nach Augsburg? White gibt sich bedeckt: "Im Eishockey kann man nie sagen, was alles passieren wird." Er sei gespannt, was in der Zukunft alles passieren werde. Ein kleines Hintertürchen lässt er aber offen: "Wenn sich irgendwann die Gelegenheit ergeben sollte, wieder zu den Augsburger Panthern zu kommen, würde ich das sehr gerne tun."

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