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Augsburger EV

11.07.2019

Michael Bakos über sein AEV-Aus: "Habe mich aufgerieben"

Michael Bakos (rechts) kehrt dem AEV und dem Eishockey den Rücken.
Bild: Annette Zoepf

Plus Der Ex-Profi und Trainer der DNL-Mannschaft verlässt den Stammverein der Panther. Warum er mit dem Profi-Sport erst einmal nichts mehr zu tun haben will.

Michael Bakos nimmt Abschied - nicht nur vom AEV, sondern auch vom Eishockey: Der 40-Jährige, der in seiner Karriere als Profi für Augsburg, Ingolstadt, Mannheim und Straubing auflief und 100 Länderspiele für Deutschland bestritt, möchte aus persönlichen Gründen nicht mehr in dem Sport arbeiten. Seinen Posten als Trainer der U20 wird er niederlegen.

Den Entschluss habe er nach reiflicher Überlegung gefasst, sagte Bakos auf Nachfrage: "Vor etwa zwei Wochen war für mich klar, dass ich nicht mehr weiter machen möchte." Davor standen lange Überlegungen, ob es für ihn weitergeht oder nicht.

Bakos will "aus moralischer Sicht" Abstand gewinnen

Mittlerweile weiß er: Nein. Die Gründe, betont Michael Bakos, seien nicht im direkten Umfeld des AEV zu finden, sondern im Eishockey-Geschäft allgemein. "Ich habe mich da aufgerieben. Und ich tue mir schwer, im System Eishockey eine Rolle zu finden, die mich erfüllt. Ich kann mich nicht mit allen Dingen anfreunden, auch nicht aus moralischer Sicht."

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Was genau Bakos damit meint, lässt er offen. Kritik an der Nachwuchsförderung im deutschen Eishockey wird aber immer wieder geübt: Es ist ein System, in dem Quoten jungen Spielern ermöglichen sollen, ihren Platz im Profi-Team zu finden. Oft wird der Nachwuchs aber lediglich zwischen den Vereinen hin- und hergeschoben, um eben jene Quoten zu erfüllen. Und viele Klubs setzen lieber auf kurzfristigen Erfolg.

Der Posten des Co-Trainers der Panther hätte Bakos gereizt

Für einige war Bakos auch ein Favorit auf den Posten als Co-Trainer unter dem neuen Panther-Coach Tray Tuomie. Dass der Klub stattdessen auf Jamie Bartman setzt, sei kein direkter Grund für seinen Abschied gewesen, sagt Bakos. Er betont aber auch: "Wenn diese Tür aufgegangen wäre, hätte ich mir das zu diesem Zeitpunkt schon überlegt. Ich hege aber keinerlei Groll gegenüber den Panthern. Ich weiß wie es im Profigeschäft läuft und kann diese Entwicklung sehr gut nachvollziehen. Es gut so wie es ist und ich bin zufrieden damit."

AEV-Präsident Wolfgang Renner bedauert in einer Pressemitteilung "den überraschenden Schritt von Michael Bakos sehr". Dennoch respektiere man dessen Wunsch nach beruflicher Veränderung und bedanke sich. Tatsächlich können sich die sportlichen Erfolge sehen lassen: Unter Bakos schloss die Nachwuchsmannschaft des AEV die vergangenen Spielzeiten in der höchsten deutschen Nachwuchsliga DNL mit den Plätzen 5 und 6 ab – es ist der größte Erfolg für den Verein in der Liga.

In die Profi-Mannschaft der Panther schaffte in dieser Zeit das Talent Marco Sternheimer den Sprung. Für den AEV bedeutet der Schritt von Bakos, dass schnell ein Ersatz für Bakos gefunden werden muss. Laut AEV-Präsident Wolfgang Renner befinde man sich "bereits in Gesprächen mit potenziellen Kandidaten".

Für Bakos endet die Zeit beim AEV Ende Juli. Eine neue Aufgabe hat der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann noch nicht. "Nach 24 Jahren im Eishockey möchte ich jetzt einen Schritt aus diesem Umfeld machen."

Lesen Sie dazu den Kommentar: Der Bakos-Abschied ist ein Verlust für beide Seiten

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