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Augsburger Panther

12.12.2019

Tuomie und Stewart im Interview: "Am Freitag sind wir keine Freunde"

In der vergangenen Saison arbeiteten Tray Tuomie (links) und Mike Stewart noch gemeinsam hinter der Bande der Augsburger Panther. Am Freitag sind sie Kontrahenten.
Bild: Siegfried Kerpf

Plus Mike Stewart tritt mit Köln zum ersten Mal in Augsburg an und trifft auf seinen Ex-Assistenten Tray Tuomie. Was die beiden über ihre Teams und die bisherige Saison sagen.

In der vergangenen Saison bildeten sie ein Team, nun sind sie Kontrahenten: Am Freitag kehrt Erfolgstrainer Mike Stewart mit den Kölner Haien erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück. Dort trifft der Kanadier auf seinen ehemaligen Assistenten Tray Tuomie, der die Augsburger Panther jetzt als Cheftrainer führt. Stewart beantwortet am Telefon in Köln die gleichen Fragen wie Tuomie am Donnerstag nach dem AEV-Training im Curt-Frenzel-Stadion.

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Haben Sie noch Kontakt miteinander?

Tray Tuomie: Ja, wir telefonieren fast jede Woche miteinander. Oft geht es um private Dinge wie die Familie. Oder wir diskutieren besondere Situationen in der DEL. Über unsere Teams unterhalten wir uns eher selten.

Tuomie und Stewart im Interview: "Am Freitag sind wir keine Freunde"

Mike Stewart: Wir haben erst am Dienstag miteinander gesprochen. Tray ist einer meiner besten Freunde und das wird so bleiben. Nur am Freitag sind wir keine Freunde, bis das Spiel vorbei ist. Ich halte auch Kontakte zu anderen Leuten in Augsburg. Das sind Bekannte, die nichts mit dem Eishockey zu tun haben. Freunde bleiben Freunde.

Köln hatte zuletzt Nürnberg zu Gast, die Panther empfingen Iserlohn – wie ordnen Sie das jüngste Spiel Ihrer Mannschaft ein?

Stewart: Unsere Partie ist ausgefallen, weil wir eine große Tragödie im Stadion hatten. Ein Fan ist auf der Tribüne mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen und gestorben.

Tuomie: Mit dem 1:0 gegen Iserlohn bin ich nicht ganz zufrieden. Zu null zu spielen ist in Ordnung, aber wir müssen mehr Tore schießen.

Stewart: "Augsburg hat in der Liga einen Preis für die CHL bezahlt"

Noch ein Spiel und es ist DEL-Halbzeit. Wie fällt die Zwischenbilanz aus?

Stewart: Unser Start war holprig. Am Anfang der Saison haben wir viel Verletzungspech gehabt, wir mussten teilweise mit nur vier Verteidigern spielen, dann haben wir keine Tore geschossen. Inzwischen ist die Spielweise zum Instinkt geworden, wir haben gut agiert, unsere Sturmreihen arbeiten in guter Harmonie. Wir haben eine gute Phase gestartet.

Tuomie: Die Teilnahme an der Champions Hockey League hat körperlich und mental viel Kraft gekostet. Das waren eigentlich acht Play-off-Partien gleich zu Saisonbeginn, denn man darf sich keinen Durchhänger erlauben. Wir hatten dadurch auch einige verletzte Spieler. Jetzt ist das Kapitel beendet und wir können uns ganz auf die DEL konzentrieren. Wir haben uns in den vergangenen vier Spielen gefangen und machen Fortschritte.

Tray Tuomie (vorne) arbeitete in den vergangenen drei Jahren als Assistent von Mike Stewart. Jetzt hat er dessen Posten als Cheftrainer der Augsburger Panther übernommen.
Bild: Siegfried Kerpf

Die Panther haben mit Adam Payerl und Simon Sezemsky mit jeweils neun Treffern sowie dem achtfachen Torschützen David Stieler mehr Torjäger in der Mannschaft als die Kölner, bei denen Jason Akeson und Ex-Panther Ben Hanowski mit jeweils fünf Treffern die erfolgreichsten Spieler sind. Was ist besser: Torjäger zu haben oder die Torproduktion auf mehrere Schultern zu verteilen?

Tuomie: Wir sind im Überzahlspiel recht erfolgreich. So hat Verteidiger Simon Sezemsky alle seine Treffer im Powerplay erzielt. Natürlich habe ich da nichts dagegen. Aber wir müssen mehr Tore bei fünf gegen fünf erzwingen.

Stewart: Am Anfang der Saison haben Akeson und Uvira Tore geschossen und haben die Mannschaft geführt. Jetzt sind die beiden etwas kalt geworden und andere Spieler haben die Verantwortung übernommen. Ausgeglichenheit in den Linien hilft uns, jede Sturmreihe ist gefährlich. Verschiedene Rollen sind ausgefüllt, vom Penaltykilling über das Powerplay. Es ist jetzt so, dass ich vor dem Spiel nicht weiß, welche Reihe die Tore schießen wird, und das ist gut.

Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Stewart: Es ist schwer für mich, die Panther zu beurteilen, weil ich jetzt ein Außenstehender bin. Aber ich glaube, dass die Champions League schon eine große Belastung war. Denn die Mannschaft hat sehr gut gespielt und ist weit gekommen. Augsburg hat in der Liga einen Preis dafür bezahlt. Aber es ist eine gute Mannschaft und es wird schon werden.

Tuomie: Es gab neue Spieler in Köln, einen neuen Trainer mit einem anderen System – das braucht seine Zeit, bis alles funktioniert. Aber Mike Stewart hat in Augsburg bewiesen, dass er seine Mannschaft auf eine Linie einschwören kann. Die Haie hatten zuletzt einen starken Aufwärtstrend.

Das erste Saisonduell am 11. Oktober gewann der AEV nach zwei Toren von Simon Sezemsky und Thomas Holzmann mit 3:1 in Köln. Ist das erste Aufeinandertreffen in Augsburg ein Spiel wie jedes andere für Sie?

Tuomie: Ich freue mich, Mike wieder zu sehen und ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Er und ich haben ein funktionierendes Team gebildet, Mike war ein angenehmer Arbeitskollege. Ich wünsche ihm viel Erfolg, außer gegen uns. Wir brauchen die Punkte dringend, um den Anschluss an die Play-off-Plätze zu halten.

Stewart: Es wird meine allererste Partie in Augsburg. Ich freue mich darauf. Ich bin zwar jetzt ein Kölner Hai durch und durch, trotzdem wird es ein komisches Gefühl sein. Ich habe vier schöne Jahre in Augsburg verbracht. Ich weiß, wie die Gesellschafter und auch die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle arbeiten. Ich weiß, was die Fans geleistet haben. Unser Heimvorteil war die Stimmung in der Halle. Ich habe meine Mannschaft schon gewarnt, dass es dort nicht leicht zu spielen ist. Wir müssen hellwach sein, denn es könnte gefährlich werden.

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