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ERC Ingolstadt

23.01.2020

Maury Edwards: (13) Volltreffer für die Panther

Stolzer Familienvater, überragender Verteidiger: Seit der Geburt seiner beiden Kinder hat sich das Leben von Ingolstadts Topscorer Maury Edwards komplett verändert.

Plus Maury Edwards ist nicht nur Topscorer beim ERC Ingolstadt. Der 32-jährige Kanadier hat sich zu einem der besten DEL-Verteidiger entwickelt. Im NR-Gespräch gibt der 13-fache Saison-Torschütze 13 Antworten.

Nein, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen oder gar Eigenwerbung zu betreiben, kommt für Maury Edwards überhaupt nicht infrage. Der 32-jährige kanadische Verteidiger des ERC Ingolstadt lässt viel lieber Taten sprechen: 13 Tore und 25 Assists in 39 Partien sagen zweifelsohne mehr als 1000 Worte. Wir haben vor dem Auswärtsmatch am Freitag (19.30 Uhr) bei den Krefelder Pinguinen seine 13 Saisontreffer zum Anlass genommen, um uns mit dem Panther-Topscorer über 13 verschiedene Aspekte zu unterhalten – genauer gesagt über...

...seine bisherige persönliche Bilanz mit 38 Scorerpunkten in 39 Begegnungen: „In meinen Augen ist es letztlich nur das Ergebnis davon, dass wir als gesamte Mannschaft sehr ordentlich spielen. Gerade unser Powerplay läuft bislang hervorragend, was mir in Sachen Scorerpunkten natürlich entgegenkommt und vieles einfacher macht. Auf mich persönlich bezogen, würde ich schon sagen, dass ich bisher meine beste und konstanteste Saison, seit ich Profi bin, absolviere.“

...... das Geheimnis seines gefürchteten Schlagschusses und seiner herausragenden offensiven Fähigkeiten: „(lacht) Da gibt es kein wirkliches Geheimnis. Man kann schon sagen, dass sehr viel Arbeit dahinter steckt. Gerade in den Sommermonaten feile ich eigentlich immer an meiner Schusstechnik. Aber auch während der Saison bleibe ich des Öfteren nach den Trainingseinheiten mit ein paar anderen Jungs auf dem Eis, um möglichst viele Schüsse zu nehmen. Wenn sich das Ganze dann auch auszahlt, ist es natürlich um so schöner und motivierender.“

Maury Edwards: (13) Volltreffer für die Panther

...die These, dass die – im Gegensatz zu Nordamerika – in Europa größere Eisfläche seiner Spielweise entgegenkommt: „Das würde ich so unterschreiben, ja. Hier in Europa hast du einfach etwas mehr Zeit, um Entscheidungen zu treffen oder Spielzüge einzuleiten. Nachdem ich die Scheibe sehr gerne auf meinem Schläger habe, um meine Teamkollegen in Szene zu setzen oder selbst abzuschließen, kommt mir das sicherlich entgegen.“

...seine knapp halbjährige Erfahrung in der Saison 2012/2013 bei den Florida Everblades in der ECHL: „Bereits mein Einstieg war eigentlich eine ganz lustige Geschichte. Nachdem ich die Saison bei den Cincinnati Cyclones begonnen hatte, wurde ich kurz nach Neujahr zu den Everblades getradet. An diesem Tag bin ich sehr früh aufgestanden, musste erst noch meine Scheiben vom Eis befreien, habe die Heizung angedreht und bin dann losgefahren. Als ich dann am späten Nachmittag an meinem Zielort in Florida angekommen war, lief meine Klimaanlage auf Hochtouren (lacht). Die Zeit dort habe ich wirklich sehr genossen. Du hast am Vormittag in der Eishalle hart gearbeitet, ehe es dann nachmittags mit deinen Teamkollegen entweder an den Strand oder auf den Golfplatz ging. Das war schon eine großartige Erfahrung und ein toller Standort, um Eishockey zu spielen.

...die größten Herausforderungen bei seinem erstmaligen Wechsel nach Europa beziehungsweise Deutschland (ESV Kaufbeuren) im Jahr 2013: „Nun, meine Frau und ich haben damals die Entscheidung getroffen, etwas Neues ausprobieren zu wollen. Als wir dann nach Kaufbeuren gekommen sind, war ich zunächst doch ziemlich überrascht – und daran kann ich mich wirklich noch sehr gut erinnern (lacht) – wie alt das Eisstadion dort war! Es fanden gerade Bauarbeiten statt beziehungsweise eine Seite war komplett offen. Im ersten Monat haben wir deshalb in Füssen und Buchloe trainiert. Nichtsdestotrotz war es eine großartige Erfahrung und ein erstklassiger Einstieg in Europa. Wir hatten damals ein richtig gutes Team mit vielen jungen Akteuren wie beispielsweise auch Hans Detsch. Es hat mir definitiv sehr viel Spaß gemacht.“

...seinen Schritt im Jahr 2015 von der DEL2 (Ravensburg) in die DEL (Straubing): „Für meine Karriere war dieser Wechsel extrem wichtig. Larry Mitchell, der damals Cheftrainer in Straubing war, hat mir seinerzeit die Möglichkeit gegeben, in der DEL zu spielen und mich weiterzuentwickeln. Im Vergleich zur DEL2 war das Tempo natürlich deutlich höher. Auch die Mit- und Gegenspieler waren plötzlich größer, stärker und besser. Glücklicherweise konnte ich mich im Laufe der Zeit ganz gut anpassen und auch steigern.“

...die Wichtigkeit der Person Larry Mitchell im Hinblick auf den weiteren Karriere-Verlauf: „Ich habe sowohl in Straubing unter ihm als Headcoach als auch hier in Ingolstadt in seiner Position als Sportdirektor sehr gerne gespielt und tue das nach wie vor. Von seiner damaligen Entscheidung, mir eine Chance in der DEL zu geben, habe ich enorm profitiert. Von dem her ist Larry für mich definitiv sehr wichtig.“

...die Veränderung in seinem Leben als zweifacher Vater: „Mein ganzes Leben hat sich mit der Geburt unserer beiden Kinder komplett verändert. Als wir noch keine „Kids“ hatten, bin ich nach dem Training oft mit meinen Mannschaftskollegen zum Essen gegangen oder habe mit meiner Frau in der Stadt oder Umgebung etwas unternommen. Heutzutage geht es nach der Arbeit zumeist schnell nach Hause, um möglichst viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Ich genieße ganz einfach die gemeinsame Zeit und kann dabei auch perfekt entspannen.“

...Dinge, die er außerhalb des Eisstadions gerne macht: „Während der Saison bleibt eigentlich kaum Zeit für andere Hobbys. Wie bereits gesagt, verbringe ich die freie Zeit am liebsten mit meiner Familie. Im Sommer bin ich zwei- oder dreimal pro Woche auf dem Golfplatz. Das macht mir auch sehr viel Spaß.“

...American Football beziehungsweise den Super Bowl 2020: Kansas City Chiefs oder San Francisco 49ers?: „Mein Interesse an Football begann erst so richtig während meiner Zeit an der University in Massachusetts. Seitdem gelten meine Sympathien den New England Patriots. Sie hatten ja in den vergangenen Jahren ein großartiges Team und sehr viel Erfolg. Was den diesjährigen Super Bowl betrifft: Patrick Mahomes ist schon ein wahnsinnig guter Quarterback. Daher tippe ich auch auf die Chiefs.“

...sein Lieblingsteam in der NHL und den Stanley-Cup-Champion 2021: „Nun, als Kanadier hoffe ich natürlich, dass die kanadischen Teams erfolgreich sind. Nachdem ich aus der Provinz Alberta komme, drücke ich vor allem den Edmonton Oilers und Calgary Flames die Daumen. Wer in dieser Saison den Cup holt? Puh, das ist eine ganz schwere Frage. Am Beispiel der St. Louis Blues in der vergangenen Saison hat sich gezeigt, dass eine Vorhersage so gut wie unmöglich ist. Daher halte ich mich mit einem Tipp zurück.“

...die Auszeichnungen zum DEL-Spieler und Panther des Monats Dezember: „Ich habe mich sehr darüber gefreut und fühle mich auch geehrt, sowohl von unseren Anhängern als auch von vielen anderen Leuten in Deutschland derartige Auszeichnungen zu bekommen. Das macht einen schon stolz und beweist, dass man für sein Team einiges richtig gemacht hat.“

...die Chancen, dass er auch in der kommenden Saison beim ERC Ingolstadt spielt (Vertrag läuft aus): „Das ist noch offen. Wir werden sehen, was passiert.“

Sportdirektor Larry Mitchell über Maury Edwards

Bleibt er oder geht er? Klar ist: Mit jedem Treffer dürfte es für Panther-Sportdirektor Larry Mitchell schwerer werden, den auslaufenden Vertrag von Maury Edwards zu verlängern. „Aufgrund der Tatsache, dass Maury als Verteidiger derzeit drittbester Scorer in der Deutschen Eishockey-Liga ist, interessieren sich auch deutlich finanzkräftigere Klubs für ihn“, weiß Mitchell. Nichtsdestotrotz habe man „sehr starkes Interesse daran, den Kontrakt mit Maury zu verlängern“. Ein Zeitfenster, in dem Mitchell das Thema abgeschlossen haben möchte, existiere indes nicht. Edwards wechselte im Jahr 2019 vom Liga-Konkurrenten Straubing nach Ingolstadt, wo er sich auf Anhieb als echte Verstärkung erwies. (disi)

Panther am Wochenende

Gleich zweimal muss der ERC Ingolstadt an diesem Wochenende auswärts ran. Am Freitagabend (19.30 Uhr) geht es bei den Krefelder Pinguinen um Wiedergutmachung für den schwachen Auftritt am Sonntag bei der 1:4-Pleite gegen die Rheinländer. Zwei Tage später steht dann das fränkisch-oberbayerische Duell mit den Nürnberg Ice Tigers auf dem Programm (17 Uhr). Dabei kann Cheftrainer Doug Shedden auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Auch Torhüter Timo Pielmeier dürfte wieder zum Einsatz kommen.

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