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Eishockey

20.01.2019

Panther bedienen erfolgreich ihr Klientel

Und rein damit: Panther-Verteidiger Benedikt Kohl (links) stochert die Scheibe im zweiten Anlauf zur Ingolstädter 1:0-Führung über die Kölner Torlinie. Nachdem die Referees den Videobeweis bemüht hatten, erkannten sie den Treffer endgültig an.
Bild: Xaver Habermeier

Wer Spannung und Nervenkitzel liebt, ist in diesen Wochen beim ERC Ingolstadt richtig. Auch im Heimspiel gegen die Kölner Haie spannt das Shedden-Team die 4080 Zuschauer auf die Folter, um am Ende mit 3:2 zu triumphieren

Profi-Eishockey ist bekanntlich zu einem Großteil Entertainment. Sprich: Der zahlende Kunde – in diesem Fall der Zuschauer – möchte möglichst gut unterhalten werden. Wenn es um Spannung und Nervenkitzel geht, dann war man in den vergangenen Wochen in der Saturn-Arena bestens aufgehoben. Auch am gestrigen Sonntag im Heimspiel gegen die Kölner Haie spannte der ERC Ingolstadt die 4080 Zuschauer gehörig auf die Folter. Am Ende stand ein eminent wichtiger 3:2 (2:0, 0:2, 1:0)-Erfolg zu Buche, der sich gerade im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation noch als goldwert erweisen könnte.

Nach dem wilden Auf und Ab zwei Tage zuvor in Bremerhaven, als man das Defensiv-Verhalten der Panther bei der 5:6-Niederlage nach Verlängerung noch überaus wohlwollend den Begriff „Mangelhaft“ verdiente, hatte Headcoach Doug Shedden seinen Angriffsreihen (mal wieder) eine „Frischzellen-Kur“ verordnet. Lediglich das Trio Tyler Kelleher, Darin Olver und Mike Collins blieb zusammen. Ansonsten lief die Wechsel-Maschinerie auf Hochtouren. Zudem rotierte auch Joachim Ramoser wieder in den Kader, während Petr Taticek – ebenso wie der immer noch angeschlagene Brett Olson – das Geschehen von der Tribüne aus verfolgen musste. Im Gehäuse erhielt Jochen Reimer den Vorzug gegenüber Timo Pielmeier, der zuletzt in Bremerhaven nach etwas mehr als sechs Minuten und drei Gegentreffern vorzeitig seinen Platz räumen musste.

Zahlreiche Umstellungen, die sich gegen zunächst erschreckend schwache Haie im ersten Durchgang durchaus bezahlt machten. Während die Gäste aus dem Rheinland kaum einmal Tempo auf’s Eis beziehungsweise Reimer in Verlegenheit brachten, wirkten die Aktionen der Hausherren zumindest zielstrebiger. Die logische Konsequenz: In der achten Minute zappelte die Hartgummischeibe zum ersten Mal im Kasten von KEC-Goalie Gustaf Wesslau. Nach einer schönen Kombination über Collins und Kelleher kam Benedikt Kohl frei zum Abschluss. Den ersten Versuch des Verteidigers konnte Wesslau noch reaktionsschnell parieren. Doch beim Nachschuss war er chancenlos.

Apropos Verteidiger: Auch der zweite Ingolstädter Treffer exakt vier Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels ging auf das Konto eines Akteurs, dessen Kernkompetenz eigentlich die Arbeit vor dem eigenen Gehäuse beziehungsweise das Verhindern von Gegentoren ist: Sean Sullivan! Bei einem schnellen Konter ließ Jerry D’Amigo den Puck für den aufgerückten Deutsch-Kanadier liegen – und dieser bedankte sich mit einem trockenen Schuss in Wesslaus Torwart-Ecke – 2:0 (20.). Eine Führung, die zu diesem Zeitpunkt absolut verdient war – zumal von Köln bis dato wenig bis gar nichts kam!

Dies sollte sich allerdings im zweiten Abschnitt ändern. Aus unerfindlichen Gründen hatten sich die Haie entschieden, nun doch an dieser Partie teilzunehmen. Prompt hatte Ingolstadts Schlussmann Jochen Reimer einiges zu tun, um sein Team vor einem Gegentreffer zu bewahren. Unter anderem reagierte der „Joker“ gegen den freistehenden Felix Schütz stark (25.). Aber auch die Panther hätten ihrerseits für eine mögliche Entscheidung sorgen können. Tyler Kelleher (27.) und Joachim Ramoser (29.) visierten aber jeweils nur das Gestänge an.

Wie schnell im Eishockey eine Begegnung kippen kann, zeigte sich dann kurz vor der zweiten Pause. Innerhalb von 72 Sekunden machten die Haie aus einem 0:2-Rückstand ein 2:2. Erst traf Austin Madaisky in Überzahl (37./Pat Cannone saß draußen). Dann nutzte Fabio Pfohl einen Scheibengewinn von Mike Zalewski („klaute“ Kohl hinter dem ERCI-Kasten das Spielgerät) zum etwas überraschenden Ausgleich (38.). Im Schlussabschnitt boten sich dann beiden Teams Chancen zum „Dreier“ – doch lediglich die Oberbayern konnten eine davon nutzen. Eine tolle Vorlage des immer stärker werdenden Cannone vollendete David Elsner zum 3:2-Siegtreffer (53.).

„Im Kampf um die ersten sechs Plätze war das gegen einen unmittelbaren Kontrahenten definitiv ein sehr wichtiger Erfolg“, resümierte Panther-Coach Doug Shedden. Auch Goalie Jochen Reimer war die Wichtigkeit dieses Sieges freilich bewusst: „Speziell in den letzten fünf Minuten hat man nochmals gesehen, dass wir das Eis unbedingt mit drei Punkten verlassen wollten. Wir haben nach wie vor eine sehr gute Ausgangsposition und möchten diese jetzt auch nutzen.“

ERC Ingolstadt: Pielmeier – Friesen, Wagner; Kohl, Koistinen; Edwards, Sullivan; Jobke – Braun, Garbutt, D’Amigo; Kelleher, Olver, Collins; Greilinger, Cannone, Elsner; Ramoser, Wohlgemuth, Mashinter. – Tore: 1:0 Kohl (8.), 2:0 Sullivan (20.), 2:1 Madaisky (37./PP), 2:2 Pfohl (38.), 3:2 Elsner (53.). – Zuschauer: 4080.

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