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FC Augsburg

01.12.2019

André Hahn erwischt gegen Köln einen gebrauchten Samstag

FCA-Spieler André Hahn verlässt nach einer Gelb-Roten Karte den Platz.
Bild: Marius Becker, dpa

Plus Der Flügelstürmer vergab gegen Köln zuerst einen Elfmeter, sah dann infolge seiner Übermotiviertheit die Rote Karte. Florian Niederlechner sieht dennoch viel Positives.

André Hahn kauert am Boden. Er sitzt an die Wand gelehnt im Untergeschoss der Kölner Fußball-Arena. Über ihn hängt ein großer Fernseher, auf dem er miterleben muss, was er nicht unmaßgeblich beeinflusst hat. Kurz vor Schluss kassieren wenige Meter weiter oben auf dem Rasen seine Mitspieler des FC Augsburg den Ausgleich zum 1:1. Der sicher geglaubte Sieg ist dahin.

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Hahn weiß, dass er die Partie in eine ganz andere Richtung hätte drehen können. Erst verschießt der Augsburger Angreifer einen Elfmeter (9.), später kassiert er die Gelb-Rote Karte (44.) wegen überharten Einsatzes. Es ist bis auf die Tribüne zu spüren: Hahn ist nach dem Fehlschuss übermotiviert, was sich vor allem beim Foul gegen Rafael Czichos zeigt, das ihm Gelb bringt.

Auch Martin Schmidt merkt das. Er versucht, Hahn zu  beruhigen. "Wir hatten Augenkontakt", sagt der Trainer des FC Augsburg. Er hofft, in der Pause für Beruhigung sorgen zu können. So weit aber kommt es nicht. Hätte er Hahn besser frühzeitig auswechseln sollen? Schmidt verneint das. Zum einen muss er schon in der 27. Minute den verletzten Raphael Framberger durch Stephan Lichtsteiner ersetzen, zum anderen laufen auch Ruben Vargas und Sergio Cordova in dem hart geführten Duell schon recht früh nicht mehr ganz rund.

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FCA-Manager Reuter versteht, dass der Trainer Hahn nicht auswechselte

Schmidt muss sich also personelle Optionen offenhalten. Auch Stefan Reuter versteht die Entscheidung des Trainers, Hahn nicht vorzeitig ausgewechselt zu haben. "Er ist ja auch kein 18- oder 19-jähriger Spieler mehr", sagt der Manager. Soll wohl heißen: Von einem erfahrenen Akteure wie dem 29-Jährigen kann man durchaus erwarten, dass er seine Nerven und vor allem Emotionen im Griff hat.

Dass es Hahn nicht bis in die herbei gesehnte Pause schafft, hat allerdings auch mit Pech zu tun. In der Aktion, die zu seiner zweiten Gelben Karte führt, sieht er den hinter im stehenden Dominick Drexler nicht, was dazu führt, dass sein ausgestrecktes Bein gefährlich nah an den Kopf des Kölners rauscht. Die Hinausstellung ist wohl berechtigt, aber umso bitterer, da wenige Augenblicke zuvor die Gastgeber Czichos ebenso mit Gelb-Rot verloren hatten. Es ist eigentlich alles gerichtet gewesen für die Gäste.

Ein weiteres Mal auch dank Florian Niederlechner. Mit seinem sechsten Saisontor kurz vor der Pause bringt er den FCA nach vorne, was ein angemessener Zwischenstand nach einer stark geführten ersten Halbzeit der Augsburger ist. Am Ende aber darf sich Niederlechner nicht freuen, sondern muss Fehlleistungen seiner Kollegen erklären. "Das ist natürlich nicht schön für André", sagt er, "wir helfen ihm aber wieder auf." Vor allem er selbst, der als Busnachbar allerbesten Kontakt zu Hahn hat. "Ich werde ihn wohl ein bisschen triezen müssen, dann wird das schon wieder", sagt Niederlechner und lacht. Gleiches muss er wohl mit Torwart Tomas Koubek tun. Der Tscheche hatte sich in den vergangenen Wochen zu einer stabilen Kraft entwickelt, was er auch in Köln bis zur 86. Minute beweist. Dann aber verschätzt er sich beim Herauslaufen, grätscht ins Leere – schon steht es 1:1 durch Jhon Cordoba. "Er ist ein strammer Mann, er wird das verkraften", sagt Niederlechner.

Niederlechner sieht den FCA seit dem Bayern-Spiel im Aufschwung

Der Stürmer ist ein wichtiger Teil des Augsburger Aufschwungs. Auch in Köln hat er etliche gute Aktionen in einem Spiel, das körperlich besonders anstrengend ist. Es gilt Räume zuzulaufen, die sich durch die zwei frühen Hinausstellungen auftun. Und es gilt, eine Vielzahl an Zweikämpfen zu führen, was die Augsburger freilich nicht überrascht. "Wir waren darauf eingestellt, dass es ein hartes Spiel wird", sagt Niederlechner, den die Entwicklung des Teams optimistisch stimmt. "Seit dem Bayern-Spiel sind wir richtig stabil. Wir haben eine geile Truppe, das macht viel Spaß", sagt er.

Spaß allerdings dürfte vor allem André Hahn am Samstag nicht gehabt haben. Vor einer Woche gegen Hertha BSC war er zu Beginn noch auf der Bank gesessen und kam früh in der ersten Halbzeit nach der Verletzung von Marco Richter ins Spiel. Mit einer starken Leistung ergriff er die Chance und sicherte sich auch am Samstag in Köln einen Platz in der Startelf, obwohl Richter wieder fit ist. Nun allerding ist Hahn erst einmal wieder draußen. Alleine schon wegen seiner Sperre.

Lesen Sie dazu auch: FCA-Spieler in der Einzelkritik: Niederlechner überzeugt, Hahn enttäuscht

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