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Ex-FCA-Spieler

06.10.2020

Caiuby ist wieder da: Brasilianer trainiert beim FC Ingolstadt mit

Beim FC Augsburg flog Caiuby wegen seiner Eskapaden raus – nach über einem Jahr ohne Spiel will der 32-Jährige nun einen Verein finden. Dafür trainiert er beim FC Ingolstadt mit.
Bild: Fc Ingolstadt

Plus Beim FC Augsburg war der Vertrag von Caiuby wegen seiner Skandale aufgelöst worden. Nun kehrt er als Trainingsgast zu seinem Ex-Klub FC Ingolstadt zurück.

Beim FC Augsburg fiel Caiuby durch Tore und gute Leistungen, aber auch durch Disziplinlosigkeiten auf. Lange drückte man in Augsburg ein bis zwei Augen zu, doch seit knapp einem Jahr ist der Vertrag zwischen dem FCA und seinem ehemaligen Publikumsliebling aufgelöst. Einen neuen Klub hat „Kai-Uwe“, wie ihn die Augsburger Fans nannten, seitdem nicht mehr gefunden, lebte zuletzt in seiner Heimat Sao Paolo. Nun ist er wieder zurück in Deutschland: Seit kurzem trainiert er bei seinem anderen Ex-Klub in Bayern, dem FC Ingolstadt, mit. Der Brasilianer will sich beim Drittligisten fit halten und für einen neuen Verein empfehlen.

Ingolstadts Sportdirektor Michael Henke erklärte die Gründe dafür: „Ich habe mit ihm privat telefoniert, auch als er in Sao Paolo war. Dann kam irgendwann vom ihm die Bitte, dass er wieder nach Deutschland will, um vielleicht auch noch mal Fußball zu spielen in Europa. Er möchte sich bei uns fit halten. Und weil er ein sehr verdienter Spieler ist, der hier eine sehr gute Zeit hatte, trainiert er mit.“

Caiuby stand von Januar 2011 bis Juli 2014 beim FC Ingolstadt unter Vertrag, erzielte für die Oberbayern in 110 Spielen 24 Tore. Dass er zu den Schanzern ein inniges Verhältnis pflegt, war nicht zuletzt beim Bundesligaaufstieg des FCI zu sehen, der ein Jahr nach dem Abschied des Brasilianers gelang. Bei den Aufstiegsfeiern war Caiuby, damals schon in Diensten des FC Augsburg, ein oft gesehener Gast.

Caiuby darf in der 3. Liga nicht für den FC Ingolstadt spielen

Einen Vertrag bei einem neuen Verein kann der Mittelfeldspieler übrigens auch dann noch unterzeichnen, obwohl das Transferfenster in Deutschland seit Montagabend geschlossen ist – denn schließlich ist Caiuby aktuell vertragslos. Dass er aber in der 3. Liga tatsächlich für den FC Ingolstadt auflaufen wird, ist ausgeschlossen: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit dem brasilianischen Verband kein Abkommen darüber, dass unterhalb der beiden ersten Ligen Spieler aus dem südamerikanischen Land eingesetzt werden dürfen. Etwas anders sieht das zum Beispiel für Kicker aus den USA, Kanada, Australien oder Südkorea aus.

Sein Berater Selcuk Büyükakman gibt sich optimistisch, dass Caiuby bald wieder eine Anstellung haben könnte: „Angebote gab es immer wieder einige, aber wegen Corona hat sich vieles zerschlagen.“ Wegen der Pandemie sei es zeitweise kaum möglich gewesen, das Land zu verlassen. Seine Zukunft sieht Caiuby auf alle Fälle in Europa, auch wenn in Brasilien seine beiden Kinder leben: „Er will nach der Karriere auf alle Fälle in Deutschland bleiben, fühlt sich hier wohl.“ Körperlich scheint man dem im Juli 32 Jahre alt gewordenen Brasilianer die lange Pause (das letzte Pflichtspiel bestritt Caiuby am 20. April 2019 für die Grasshoppers Zürich) nur bedingt anzumerken, so Henke: „Caiuby ist den Umständen entsprechend fit. Er hat kein Übergewicht, nur etwas an Muskeln und Kraft eingebüßt.“ Wie der FC Ingolstadt mitteilt, bekommt Caiuby kein Geld, muss aber wie alle anderen Spielern regelmäßig auf Corona getestet werden. Probleme mit der Disziplin gibt es laut Henke nicht – im Gegenteil: „Caiu“ sei überpünktlich und professionell.

Im Oktober 2019 hatten der FC Augsburg und Caiuby den Vertrag aufgelöst

Eben das war in seiner Zeit beim FC Augsburg jedoch ein großes Problem: Gleich mehrfach kam Caiuby in Augsburg zu spät zum Trainingsauftakt, verpasste deswegen mitunter ganze Trainingslager. Als er im Januar 2019 seinen Urlaub um fast einen Monat überzog und stattdessen in einer Augsburger Disco beim Feiern erwischt wurde, suspendierte der FCA den Spieler und verlieh ihn nach Zürich – mit höchst überschaubarem Erfolg. Zürich stieg ab, Caiuby musste zurück nach Augsburg. Im Oktober 2019 lösten Verein und Spieler schließlich den Vertrag auf.

Zu diesem Zeitpunkt war Caiuby schon wieder mit neuen juristischen Problemen beschäftigt: Das Augsburger Amtsgericht hatte ihn zu einer Geldstrafe von 49.500 Euro verurteilt, weil er einen Mann im Augsburger Nachtleben mit einem Kopfstoß verletzt haben soll. Caiuby bestreitet, den Mann verletzt zu haben. Gegen das Urteil legte er Berufung ein, die anschließende Verhandlung am Augsburger Landgericht steht noch aus und wird wohl in diesem Herbst stattfinden – aller Voraussicht nach mit Caiuby.

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