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FC Augsburg

25.02.2015

Daniel Stanese vom FCA: Der Nationalspieler aus Liga vier

Daniel Stanese spielt für den FCA im Regionalteam - in Kanada durfte er jetzt aber ins Trikot des Nationalteams schlüpfen.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Daniel Stanese hat eine ungewöhnliche Karriere hingelegt: Beim FCA spielt er im Regionalligateam - für sein Heimatland Kanada wurde er aber ins Eliteteam berufen.

Welcher kleine Junge träumt nicht davon, einmal das Trikot der Fußball-Nationalmannschaft seines Heimatlandes tragen zu dürfen. Daniel Stanese war einer von ihnen. Der gerade 21 Jahre alt gewordene Kicker mit rumänischen Wurzeln und doppelter Staatsangehörigkeit (USA und Kanada) konnte sich vor wenigen Wochen diesen lang gehegten Wunsch erfüllen. Im Januar durfte er sich in einem Länderspiel gegen Island (1:1) das Trikot des kanadischen Nationalteams überziehen – aus dem Traum wurde Wirklichkeit.

"Für mich war das natürlich sehr schön"

Ein doch ungewöhnlicher Vorgang, denn Stanese spielt in keiner der großen Ligen dieser Welt, sondern in der Regionalliga Bayern – der vierten Spielklasse in Deutschland. „Für mich war das natürlich sehr schön“, die Augen des Verteidigers leuchten immer noch, wenn er an den Augenblick denkt, als ihn sein Nationaltrainer Benito Floro im Stadion von Orlando (Florida) gegen das Team aus dem Nordmeer in der Schlussphase auf den Rasen schickte.

Seit Sommer 2013 steht der robuste Innenverteidiger in der U23-Mannschaft des FC Augsburg unter Vertrag. Und erhält seit einigen Jahren regelmäßig Einladungen zu Lehrgängen der kanadischen Teams. Er trug die Trikots mit dem Ahornblatt in den U17- und U20-Teams und bekam nach seinem Wechsel immer wieder Einladungen ins A-Team der Nordamerikaner. Wie auch Marcel den Jong, der bis zum Januar 2015 im Augsburger Bundesligateam kickte. Doch eingesetzt wurde Stanese in der Vergangenheit, im Gegensatz zu Stammspieler de Jong, nicht – bis zum Januar eben.

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Liebe zum Fußball stärker als Heimweh

Geboren ist Daniel Stanese in Queens im US-Staat New York, aufgewachsen im kanadischen Vancouver. Schon mit vier Jahren begeisterte er sich für Soccer, spielte bis zum Alter von 17 Jahren bei den Vancouver White Caps.

Danach zog es ihn nach Florida, an der Gulf Coast University von Fort Myers begann er ein Studium und spielte im dortigen Soccer-Team. Ein deutscher Scout entdeckte den Abwehrspieler und machte ihm einen Wechsel nach Europa schmackhaft. Genauer gesagt nach Deutschland, zu den A-Junioren des 1. FC Nürnberg. „Das war ein Wunschtraum von mir“ bekennt Stanese, „der deutsche Fußball besitzt in Kanada einen hervorragenden Ruf“. Doch der Wechsel hatte seine Tücken. Allein auf einem fremden Kontinent, in völlig neuer Umgebung. Der Nachwuchskicker hatte Probleme. „Ich bekam fast schon Depressionen“, gibt er zu. Doch die Liebe zum Fußball war stärker als das Heimweh.

Nach einem halben Jahr in der Noris kam das Angebot vom FC Augsburg. „Wir haben ihn mehrmals beobachtet und waren von ihm überzeugt“, erzählt FCA-Nachwuchschef Manfred Paula, der zusammen mit U23-Trainer Dieter Märkle den Transfer über die Bühne brachte. „Ich musste mich erst an den europäischen Fußball gewöhnen“ gibt Stanese zu, doch einige Anpassungsprobleme erlebt zu haben.

Fußball-Lehrer Paula stellt gutes Zeugnis aus

Das weiß auch Paula, der seinem talentierten Abwehrspieler ein gutes Zeugnis ausstellt. „Daniel besitzt Potenzial, er hat sich enorm weiter- entwickelt“, erklärt der Fußball-Lehrer. So sieht es auch Stefan Reuter, Manager der Augsburger Profis. Der ehemalige Nationalspieler schränkt allerdings ein: „Er ist noch nicht ganz so nah dran, wie einige unserer anderen jungen Spieler.“ Reuter denkt dabei an Talente wie Raphael Framberger, 19, Marco Schuster, 19, Bastian Kurz , 18, oder Maik Uhde , 20. Doch der Manager macht dem Kanadier auch Hoffnung: „Er hat die Chance, sich über die zweite Mannschaft zu empfehlen.“

Daniel Stanese, der mittlerweile neben Englisch, Rumänisch und Französisch auch hervorragend Deutsch spricht, fühlt sich im bayerischen Schwaben pudelwohl. Nicht nur sportlich, sondern auch privat. Er unternimmt ziemlich viel mit seinen Teamkollegen, geht gerne ins Kino und will demnächst mit Pianounterricht („ich liebe Musik“) beginnen. Für einen 21-jährigen gibt er sich zudem sehr selbstkritisch. „Ich bin zu ungeduldig“, bekennt er und offenbart damit eine Schwäche, die auch Manfred Paula längst bemerkt hat. „Dabei ist seine Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen“, sagt Paula. Ehrgeiz und Einsatz sollen sich irgendwann auszahlen.

Am kommenden Samstag startet der FCA II bei der SpVgg Oberfranken Bayreuth in die Frühjahrsrunde. „Wir müssen konstanter als im bisherigen Saisonverlauf werden“, gibt Stanese als eines der Ziele für die Restsaison aus. Sportlich sollen nach Möglichkeit noch 20 Punkte in den zwölf Spielen dazu kommen.

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