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Bundesliga

16.02.2021

Dem FC Augsburg macht seine Standardschwäche zu schaffen

Daniel Caligiuri (links) und Laszlo Benes führen die meisten Standardsituationen beim FC Augsburg aus. Richtig viel kommt dabei aber nicht rum.
Bild: Witters

Plus Die Augsburger haben in dieser Saison erst drei Tore nach ruhenden Bällen erzielt, dabei üben sie die Standards oft. Und es gibt mittlerweile zwei gute Schützen.

Felix Uduokhai hatte ein seltenes Glücksgefühl in dieser Saison. Es war am zweiten Spieltag, also noch zu einer Zeit, als sich Deutschland zwischenzeitlich etwas von der Corona-Pandemie erholt hatte und sogar Zuschauer in der WWK-Arena waren. Gegen Borussia Dortmund drückte der Innenverteidiger des FC Augsburg den Ball mit dem Kopf über die Torlinie – nach einem Freistoß. Das 1:0 beim späteren 2:0-Erfolg war eines von bisher nur drei Toren nach Standardsituationen für den FCA in dieser Spielzeit. Das bisher letzte gelang Daniel Caligiuri am Freitagabend beim 1:2 in Leipzig durch einen Strafstoß.

Standardsituationen spielen im Fußball eine große Rolle. Noch vor zwei Jahren unter Manuel Baum waren die Augsburger in der Statistik der Treffer nach Standardsituationen an der Ligaspitze. Nun liegen sie mit nur drei Toren und acht Gegentreffern nach ruhenden Bällen auf Rang 14. Dabei sind Standards gerade für Teams wie den FCA ganz entscheidend. Mit nur einer Aktion kann fehlende Durchschlagskraft in der Offensive ausgeglichen werden. Gerade in Spielen wie am Freitagabend in Leipzig hätten sich die Augsburger Verantwortlichen mehr Gefahr nach ruhenden Bällen erhofft. „In solchen Spielen muss man aus den wenigen Chancen mehr machen“, sagte Manager Stefan Reuter, „wir hatten einige Standardsituationen, da muss mehr rumkommen.“

Felix Uduokhai erzielte beim Hinrundenspiel gegen Borussia Dortmund per Standard ein Tor für den FCA. In dieser Saison allerdings eine Seltenheit bei dem Bundesligisten aus Augsburg. Bild: Ulrich Wagner
Bild: Ulrich Wagner

FCA-Innenverteidiger Uduokhai und Oxford sind prädestiniert als Schützen

Eigentlich sind die Voraussetzungen für Gefahr bei ruhenden Bällen gegeben. „Wir haben gute Schützen und gute Spieler in der Mitte“, sagte Reuter. Die großen Innenverteidiger Felix Uduokhai und Reece Oxford zum Beispiel. Und neben Daniel Caligiuri, der bislang die Vielzahl an Standardsituationen ausführte, nun auch Laszlo Benes, der vor zwei Wochen per Ausleihe von Borussia Mönchengladbach zum FCA gekommen war.

Caligiuri ist Rechtsfüßer, Benes hat seine Stärken im linken Bein, es gibt also durchaus Variationsmöglichkeiten. „Mit Laszlo haben wir einen zusätzlichen Spieler, der die Bälle gut spielen kann. Natürlich erhoffen wir uns davon etwas“, sagte Heiko Herrlich. Der FCA-Trainer weiß natürlich um die Schwäche bei Standardsituationen in dieser Saison. „Teilweise haben wir die Möglichkeiten kläglich vergeben“, sagte Herrlich. Alfred Finnbogason zum Beispiel verschoss gegen den FC Bayern München einen Strafstoß, am Ende hieß es 0:1 gegen den Rekordmeister.

Großes Manko des FCA: In dieser Saison noch kein Tor nach einer Ecke

Gegen Leipzig zeigte sich in der Schlussphase, dass bei Standardsituationen durchaus Gefahr für das gegnerische Tor entstehen kann. In der Nachspielzeit verlängerte André Hahn den Ball mit dem Kopf nach einem Eckball von Mads Pedersen vorne am Pfosten, hinten lauerte Florian Niederlechner. Dumm nur, dass Jeffrey Gouweleeuw vor ihm im Weg und auch noch im Abseits stand. „Da hat man gesehen, was möglich ist, wenn die Bälle gut kommen“, sagte Reuter, der grundsätzlich forderte: „Es muss mehr Überzeugung in die Bälle rein. Standardsituationen sind ein Mittel, aus dem wir mehr Ertrag schlagen müssen. Es ist ein großes Manko, dass uns in dieser Saison noch kein Tor nach einer Ecke gelungen ist.“ Dabei werde viel Trainingsarbeit in die Standardsituationen investiert, wie der FCA-Manager bestätigte: „Wir werden weiter daran arbeiten.“ Permanent werde es trainiert, sagte Heiko Herrlich.

Die Harmlosigkeit bei ruhenden Bällen beschäftigt natürlich auch den Trainer. Vor allem in Phasen, in denen spielerische Harmlosigkeiten zu beobachten gibt, wären einfache Tore umso wichtiger. Im Herausspielen von Möglichkeiten liegt der FCA im Hinterfeld der Liga. Im Schnitt schießen die Augsburger acht mal pro Partie auf das gegnerische Tor, eine Bilanz, die zum Beispiel auch Aufsteiger Arminia Bielefeld aufweist. Schlusslicht FC Schalke 04 ist mit zehn Versuchen pro Partie sogar besser, der Ligadurchschnitt liegt bei zwölf. Wenn sich dann auch noch Standardsituationen durch Ungefährlichkeit auszeichnen, wird es umso schwerer, Punkte einzufahren. Der FCA erlebt das gerade: Aus den vergangenen sieben Spielen gab es sechs Niederlagen.

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18.02.2021

Reuter erkennt es, aber er ist ein Spezi von Herrlich. Das ist ein großes Problem.

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16.02.2021

Ganz einfach. Herrlich hat die Mannschaft verschlechtert. Punkt.

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18.02.2021

Und Herr Reuter als Geschäftsführer Sport ist nicht in der Lage das zu erkennen. Ausrufezeichen !

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