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FC Augsburg

10.11.2019

Der FCA hat in einer hitzigen Atmosphäre einen kühlen Kopf bewahrt

Philipp Max traf wunderschön zum 1:0 in Paderborn. Für den Linksverteidiger war es der erste Treffer der laufenden Saison. Im Hintergrund zünden Augsburger Fans Pyrotechnik.
Bild: David Inderlied, dpa

Plus Der FCA kann doch noch auswärts gewinnen. Der 1:0-Erfolg in Paderborn basiert auf einem umstrittenen Freistoß. Zudem zeigt ein zuletzt Kritisierter seine Klasse.

Als Trainer Martin Schmidt und Manager Stefan Reuter in der Mixed-Zone des Paderborner Stadions gerade versuchten, den 1:0-Auswärtssieg des FC Augsburg gegen den SC Paderborn einzuordnen, war nicht zu überhören, dass in der Gästekabine die Siegesfeier noch voll im Gange war.

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"Man hat an dem gemerkt, was da in der Kabine gerade herausgebrochen ist, wie wichtig dieser Erfolg war", erklärte ein glücklicher Schmidt. "Seit drei Wochen reden wir darüber, dass eine Entwicklung da ist. Wir wussten aber, dass jetzt ein Dreier kommen muss." Und er kam, wenn er auch allen Verantwortlichen, den Spielern und den rund 600 mitgereisten FCA-Fans unter den 13.800 Zuschauern viel Nerven kostete.

Der FCA war mit einem Charterflugzeug nach Paderborn gereist

Dabei schien es ein trüber Nachmittag im regnerischen Ostwestfalen zu werden. Die am Samstag mit dem Charter-Flugzeug angereisten Augsburger, sie flogen auch am Abend zurück, hatten in der Anfangsphase mit den aggressiven Hausherren große Probleme. Schon nach sieben Minuten zeigte Schiedsrichter Marco Fritz auf den Elfmeterpunkt. Im eigenen Strafraum war Raphael Framberger gegen Streli Mamba zu ungestüm zu Werke gegangen. Ausgerechnet Framberger. Schmidt hatte der jugendlichen Schnelligkeit des 24-Jährigen den Vorzug vor der Routine eines Stephan Lichtsteiners, 35, gegeben. Lag er damit innerhalb einer Woche mit seiner zweiten Personalentscheidung falsch? Beim 2:3 gegen Schalke hatte er Reece Oxford eingewechselt, der den Siegtreffer mit einem Fehlpass einleitete.

FCA-Manager Stefan Reuter freute sich für Torhüter Koubek

Es kam zum Duell zwischen Paderborns Kapitän Klaus Gjasula und FCA-Torhüter Tomas Koubek. Der zuletzt oft gescholtene Tscheche behielt die Nerven und parierte den aber auch schlecht geschossenen Elfmeter souverän. "Tomas hat ein Sensationsspiel abgeliefert. Ich freue mich riesig für ihn", lobte Stefan Reuter. Auch für ihn selbst war es wohl eine Genugtuung, dass Koubek endlich einmal zeigte, warum der FCA geschätzte 7,5 Millionen Euro für Koubek im Sommer ausgegeben hatte. "Der gehaltene Elfmeter war ein Hallo-wach-Effekt für uns", erklärte Schmidt die Großtat von Koubek zur Schlüsselszene.

FCA-Keeper Tomas Koubek hatte mit seinem gehaltenen Elfmeter großen Anteil am Augsburger Sieg in Paderborn.
Bild: David Inderlied/dpa

Tatsächlich kam seine Mannschaft mit den Gegner und der Atmosphäre in der engen Arena in Paderborn immer besser zurecht. Doch der FCA vergab durch Florian Niederlechner und Ruben Vargas stümperhaft. Dafür traf Philipp Max in der 41. Minute. Er zirkelte einen Freistoß so genau ins Paderborner Tor, dass der Ball eine Hintertor-Kamera traf und sofort wieder zurück ins Feld sprang. Bei den Paderbornern sorgte das 0:1 für mächtig Ärger, da Rani Khedira und Alfred Finnbogason aus ihrer Sicht zu nahe an der Paderborner Mauer gestanden waren, was ab dieser Saison eigentlich verboten ist. Schiedsrichter Fritz gab den Treffer, wohl fälschlicherweise, dem FCA war das aber egal. Denn das erste Saisontor von Max sollte das einzige an diesem Nachmittag bleiben.

FCA-Trainer Schmidt: "Hier gibt es keinen Schönheitspreis"

Erstens weil es der FCA in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit versäumte, nachzulegen, zweitens weil die Paderborner in der turbulenten Schlussphase, als sie alles nach vorne warfen, nur selten die gut organisierte Augsburger Defensive überwinden konnten. Und wenn, dann stand ihnen FCA-Torhüter Koubek im Weg. Dass sein Team am Ende gehörig unter Druck geriet, war für FCA-Trainer Schmidt nicht überraschend: "Hier gibt es keinen Schönheitspreis, keinen Pokal, aber drei Punkte." Selbst Bayern München sei bei seinem 3:2-Sieg in Nöte geraten: "Hier war noch keiner souverän. Ob Bayern oder Freiburg. Auch Bayern hat hier am Schluss nur noch die Bälle weggeknallt."

Beim FCA war die Erleichterung nach sechs Spielen in Folge ohne Sieg groß. Stefan Reuter: "In den letzten Wochen waren die Leistungen positiv, aber wir haben die Ergebnisse nicht gebracht, auch weil wir Fehler gemacht haben. Darum ist so ein Sieg für alle Beteiligten eminent wichtig." Aber nicht nur darum. Mit dem ersten Auswärtssieg seit April, damals hatte der FCA zum Amtsantritt von Martin Schmidt in Frankfurt 3:1 gewonnen, arbeitete sich der FCA auf Platz 15 vor und verpasste zudem Schlusslicht Paderborn einen gehörigen Dämpfer. Ob es aber schon die Wende zum Besseren war oder nur ein kleines Zwischenhoch? Man wird sehen. Für den FCA war der Sieg aber auch wichtig, weil damit den Kritikern von Trainer Martin Schmidt wieder Wind aus den Segeln genommen wurde.

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