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FC Augsburg

09.08.2019

Diese Abwehr soll es in der neuen Saison richten

"In der Defensive sind wir noch nicht auf dem Toplevel", sagte Martin Schmidt nach dem Spiel gegen den FC Bologna. Wer soll es in Zukunft besser machen?
Bild: Ulrich Wagner

Plus So viele Gegentore wie 2018/19 hat der FC Augsburg in der ersten Liga noch nie kassiert. Jetzt hat der Klub seine Abwehr einer Generalüberholung unterzogen.

Mit 71 Gegentoren stellte der FC Augsburg in der vergangenen Saison einen persönlichen Negativrekord in der Bundesliga auf. Allein Gregor Kobel für die Gegentorflut verantwortlich zu machen, würde dem Schweizer nicht gerecht werden – auch wenn der Torhüter in der Rückrunde mit einem Gegentorschnitt von 2,5 pro Spiel eine schwache Bilanz aufwies.

In der Vorrunde versuchten sich noch Fabian Giefer und Andreas Luthe zwischen den Pfosten. Konstanz zeigte keiner der Torleute, wobei sie oft Leidtragende des ungenügenden Verteidigens der Vorderleute waren.

Diese Gegentorstatistik musste Augsburgs sportliche Leitung alarmieren. In der Vergangenheit garantierte eine stabile Defensive Erfolg, auf ihr basierte meist der Klassenerhalt. Kompakt stehen, Ball abfangen, schnell kontern – so der Plan. Mit Tomas Koubek hat der Bundesligist einen gestandenen Torhüter verpflichtet, in den letzten Tagen vor dem DFB-Pokalspiel beim SC Verl (Samstag, 15.30 Uhr) werkelt Trainer Martin Schmidt noch an der Abstimmung in der Defensive.

Der FCA hat seine Abwehr einer Generalüberholung unterzogen

Nach der 2:3-Niederlage in der Generalprobe gegen den FC Bologna lobte der 52-Jährige den offensiven Auftritt seiner Mannschaft, einmal mehr musste er jedoch drei Gegentreffer erklären. Zuvor gegen den FC Villarreal hatten die Augsburger gleich sechs Treffer kassiert. „In der Rückwärtsbewegung sind wir noch fehlerhaft, da haben wir viel zu tun. In der Defensive sind wir noch nicht auf dem Toplevel“, sagte Schmidt. Ihn ärgerten vor allem die Gegentreffer nach ruhenden Bällen. „Das darf uns nicht passieren, so verlieren wir während der Saison Punkte.“

Dass noch nicht alle Abläufe in der Hintermannschaft passen, war zu erwarten gewesen. Schließlich hat der FCA seine Abwehr einer Generalüberholung unterzogen. Mit Martin Hinteregger, Christoph Janker, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Konstantinos Stafylidis und Jonathan Schmid haben fünf Verteidiger den Bundesligisten verlassen, im Gegenzug schlossen sich Reece Oxford, Marek Suchy, Mads Pedersen und Iago dem FCA an.

Am Samstag bestreitet der FC Augsburg auswärts das erste Pflichtspiel der Saiison - und zwar die erste Runde im DFB Pokal - gegen den SC Verl. Und zwar mit einer fast neuen Mannschaft. Trainer Martin Schmidt und sein Team wollen unbedingt als Sieger nach Hause kommen!
Video: rt1.tv

Innenverteidiger

Trainer Schmidt bevorzugt ein taktisches System mit einer Viererkette, entsprechend müssen zwei Planstellen in der Innenverteidigung besetzt werden. Mit Hinteregger hat ein Linksfuß den Klub verlassen, für Schmidt stellt dies aber kein Problem dar. „Wir müssen einen umfunktionieren, viele Mannschaften spielen mit einem Rechtsfuß auf der Position des linken Innenverteidigers.“

Schmidt bringt selbst zwei Spieler ins Gespräch, so könnten Marek Suchy oder Rani Khedira diesen Part übernehmen. Der Tscheche Suchy hat mit dem FC Basel Meisterschaften gefeiert und in der Nationalmannschaft sowie im Europapokal internationale Erfahrung gesammelt. In der Vorbereitung hat der 31-jährige Routinier einen guten Eindruck hinterlassen, derzeit scheint er gesetzt. Offen ist hingegen, wer neben der Abwehrkante im Abwehrzentrum verteidigen wird. Jeffrey Gouweleeuw plagt sich weiterhin mit Adduktorenproblemen, als Alternativen stehen Oxford, Khedira, Tim Rieder und Nachwuchsspieler Jozo Stanic bereit. Danso ist keine Option mehr, da er für ein Jahr an Southampton verliehen wurde.

Prognose Der Ausfall Gouweleeuws schwächt die Abwehr enorm. Wäre der Niederländer fit, würde er mit Suchy ein starkes Duo bilden. So dürfte in den ersten Pflichtspielbegegnungen Khedira erste Wahl sein, der 20-jährige Oxford muss sich wohl gedulden. Rieder könnte den FCA leihweise oder dauerhaft verlassen.

Linker Außenverteidiger

Aktuell stehen mit Philipp Max, Iago und Mads Pedersen drei Linksverteidiger im FCA-Kader. Max hatte sich nach einer aufsehenerregenden Saison 2017/18 mit herausragenden Werten als Torvorbereiter in den Fokus gespielt. In der vergangenen Spielzeit reichte er an diese Topleistungen selten heran. Zudem hat er offen seinen Wechselwunsch formuliert, bei einem entsprechenden Angebot dürfte der 25-Jährige den FCA wohl verlassen. Schmerzen wird den FCA der Ausfall des Brasilianers Iago, der wegen einer Knieoperation mindestens bis Mitte September ausfallen wird. Schmidt hätte mit einer längeren Eingewöhnungszeit gerechnet, Iago bezeichnete er als „Gewinner der Vorbereitung“. Pedersen gilt als Investition in die Zukunft.

Prognose Vorerst wird Max hinten links in der Abwehrreihe verteidigen, auf Dauer wird ihm Iago den Platz streitig machen. Dass Max bis zum Ende der Transferperiode am 2. September den FCA verlässt, ist nicht ausgeschlossen. Pedersen steht als talentierter Back-up bereit.

Rechter Außenverteidiger

Auf allen anderen Positionen hat der FCA nachgerüstet, ein neuer Rechtsverteidiger fehlt noch. Mit Jonathan Schmid wechselte der etatmäßige Außenbahnspieler nach Freiburg, Raphael Framberger erholt sich von einem Kreuzbandriss. In der Vorbereitung agierte der Österreicher Georg Teigl hinten rechts in der Abwehr, alternativ Nachwuchsspieler Simon Asta. Aktuell wird dem FCA Interesse an Kevin Rüegg (FC Zürich) und Michael Lang (Borussia Mönchengladbach) nachgesagt. Der 28-jährige Schweizer Lang erklärte jüngst, Kontakt zwischen seinem Berater und dem FCA könnte bereits bestanden haben. Aber: „Ich habe mit meinem Berater vereinbart, dass ich mich erst darum kümmern werde, wenn etwas Konkretes auf dem Tisch liegt.“

Prognose In Kürze wird der FCA einen weiteren Rechtsverteidiger verpflichten. Mit dem vorhandenen Personal in die Spielzeit zu gehen, birgt ein hohes Risiko. Framberger ist zu verletzungsanfällig, Teigl denkt zu offensiv und Asta ist zu unerfahren.

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit FCA-Kapitän Daniel Baier an.

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