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FC Augsburg

25.01.2020

Ex-FCA-Spieler Marvin Friedrich ist die Konstante in Unions Abwehr

Marvin Friedrich (am Ball) behauptet sich in der Bundesliga gegen die besten Angreifer (rechts Leipzigs Marcel Sabitzer). Im Trikot von Union Berlin fühlt sich Friedrich wohl.
Foto: Frank Peters, Witters

Plus Beim FCA wurde Marvin Friedrich nie glücklich, in Berlin zählt er zum Stammpersonal. Nun treffen die Klubs aufeinander. Warum das bei Friedrich keine Emotionen auslöst.

Marvin Friedrich saß auf einer kleinen Bank im Business-Bereich der Augsburger Arena. Der FC Augsburg hatte für Mitglieder ein E-Sports-Event organisiert, Fans zockten gegen Profis an der Spielekonsole. Friedrich saß dort ganz allein, kein Mitspieler leistete ihm Gesellschaft. Der junge Mann blickte leer in den Raum, wirkte abwesend. Als fragte er sich: Was mache ich hier eigentlich? Im November 2016 war das.

Friedrich stand damals seit rund vier Monaten beim FCA unter Vertrag, für eine Million Euro war er im Sommer zum Fußball-Bundesligisten gewechselt. Hier wollte er sich als Erstligaspieler etablieren. In Tritt kam er allerdings nie, Verletzungen warfen ihn zurück. Ein Beckenschiefstand wirkte sich in Form einer Schambeinentzündung aus. Im rechten Schuh trägt er seitdem eine Einlage. Statt in der Bundesliga lief Friedrich in der viertklassigen Regionalliga für die U23 auf. Diese Entwicklung war wenig befriedigend für den schlaksigen Abwehrspieler.

Ex-FCA-Spieler Marvin Friedrich ist bei Union Berlin Vizekapitän

Rund drei Jahre später hat man es mit einem ganz anderen Marvin Friedrich zu tun. 24 Jahre alt, gereift. Und in der Bundesliga angekommen. In der Vorrunde hat er 16 von 17 Begegnungen bestritten, als Vizekapitän übernimmt er Verantwortung, sein Wort hat Gewicht. Ausschlaggebend für diese Entwicklung: sein Wechsel vom FCA zu Union Berlin. Im Januar 2018 schloss er sich dem damaligen Zweitligisten zunächst als Leihspieler an.

Der Standortwechsel sollte sich für ihn lohnen. Als Stammkraft half er mit, den Ligaverbleib zu sichern. Im Sommer 2018 einigten sich Augsburg und Berlin über einen dauerhaften Wechsel. Ablösesumme: eine Million Euro. Friedrich, geboren in Kassel und öffentlich ein zurückhaltender Mensch, blühte in Berlin auf. Bestärkt durch das Gefühl, wichtiger Bestandteil einer Mannschaft zu sein. In allen Liga- und Pokalspielen stand der Abwehrspieler über die volle Distanz auf dem Rasen.

Marvin Friedrich wollte in Berlin bleiben - dem FCA ging es ums Geld

Als Friedrich zu Union wechselte, ließ sich der FCA eine Rückkaufoption zusichern, von der er im Sommer 2019 Gebrauch machte. Letztlich ging es dem FCA ums Geld, nicht um Friedrichs sportliche Qualitäten. Der Spieler bekannte sich zu Union, fühlte sich dort wohl, wollte bleiben, offiziell kehrte er dennoch zum FCA zurück. Friedrich hielt sich während des Wechsel-Hin und -Her in Kassel bei seinen Eltern fit. In der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen schilderte er seine Gefühlslage: "Als Spieler wünscht man sich aber natürlich, dass es so schnell wie möglich passiert. Insgesamt war ich aber überzeugt davon, dass es klappt, und deshalb war ich auch einigermaßen entspannt." Letztlich wechselte Friedrich für zwei Millionen Euro endgültig zu Union.

Dass er in der Bundesliga Fuß fassen könnte, deutete sich in jungen Jahren an. Als 18-Jähriger debütierte er für Schalke 04 in der Bundesliga und Champions League. In Berlin zeigt er, wozu er fähig ist.

Von Trainer Urs Fischer bekommt er in der Innenverteidigung das Vertrauen, obwohl mit Neven Subotic, Keven Schlotterbeck oder Florian Hübner Alternativen parat stehen. Überzeugend im Spielaufbau, entschlossen im Zweikampf und in den Leistungen konstant – so präsentiert sich Friedrich. In der laufenden Runde zählt der 1,92-Meter-Mann zu den kopfballstärksten Bundesligaspielern.

Wir wollten Ihre Meinung wissen: Wer ist Ihr FCA-Spieler des Jahres? Zur Wahl standen alle Spieler, die im Kalenderjahr 2019 für den FC Augsburg aktiv waren.

Wer ist der FCA-Spieler des Jahres? Kapitän Daniel Baier dürfte einer der Favoriten sein.
39 Bilder
Marco Richter ist der FCA-Spieler des Jahres 2019
Foto: Ulrich Wagner

An der Alten Försterei tun sich die Auswärtsteams gegen Union Berlin schwer

In der Hinrunde mussten Spitzenteams erkennen, wie schwer es ist, beim Aufsteiger zu punkten. Im Stadion An der alten Försterei, unterstützt von frenetischem Anhang, überraschten die "Eisernen" unter anderem Dortmund (3:1), Hertha BSC (1:0) und Mönchengladbach (2:0). Selbst Friedrich staunte über manchen Spielausgang. "Als Mannschaft müssen wir in jedem Saisonspiel ans Limit gehen, um in der Fußball-Bundesliga zu bestehen. Wenn wir das schaffen, wird es vor allem zuhause an der Alten Försterei für alle Gegner schwer, drei Punkte mitzunehmen." Diese Erfahrung machen soll der FC Augsburg, wenn er in der Traditionsspielstätte antritt (Samstag, 15.30 Uhr).

In der Vorrunde hat Friedrich exakt eine Partie verpasst: Ausgerechet in Augsburg kam er nicht zum Einsatz. Während er in allen anderen Bundesligapartien der Hinrunde über die gesamte Spielzeit auf dem Rasen stand. Von einer Vereinbarung, dass Friedrich nicht gegen seinen ehemaligen Klub auflaufen dürfe, war nichts bekannt. Trainer Fischer, 53, bevorzugte just an diesem Tag den ehemaligen Dortmunder Subotic, schätzt grundsätzlich aber Friedrichs Zuverlässigkeit. Auf den Spieler sei Verlass, meint Fischer.

Im Rückspiel wird Friedrich wohl zur Startformation zählen. Zu Augsburg sagt der Profi vor der Partie lediglich, es handle sich um einen direkten Konkurrenten. Und verdeutlicht, dass er zum FCA nie eine emotionale Bindung hatte.

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