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FC Augsburg

11.01.2019

FCA-Keeper Kobel: Laut ist er nur im Tor

„Er hat gute Reflexe, denkt extrem offensiv und ist sehr gut auf den Beinen“ sagt FCA-Trainer Manuel Baum über den Schweizer U21-Nationalmannschaftstorhüter Gregor Kobel.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Die Hoffenheimer Leihgabe könnte zur neuen Nummer eins beim FCA werden. So energisch Kobel im Training auftritt, so schweigsam ist er gegenüber Journalisten.

Gregor Kobel ist auf dem Trainingsplatz im spanischen Algorfa nicht zu überhören. Lautstark dirigiert der Torhüter seine Viererkette bei der Spielform, die das schnelle defensive Verschieben bei einem gegnerischen Seitenwechsel simuliert. „Schneller“, schreit der 21-Jährige. Erst seit wenigen Tagen ist der Schweizer Mitglied des Bundesliga-Teams des FC Augsburg, für ein halbes Jahr ausgeliehen von der TSG 1899 Hoffenheim, doch Berührungsängste hat Kobel keine. „Er hat gute Reflexe, denkt extrem offensiv, hat eine enorme körperliche Präsenz, ist sehr gut auf den Beinen, ist gut im Coaching“, stellt FCA-Cheftrainer Baum seinem Winter-Neuzugang nach den bisherigen Trainingseindrücken ein gutes Zeugnis aus. Außerdem sei Kobel, den Baum schon in der TSG-Jugend beobachtet, für sein Alter ein sehr selbstbewusster Torhüter.

Zwischen den Pfosten vielleicht. Doch sobald er das Spielfeld verlässt, gibt sich der 1,93 Meter große und 90 Kilogramm schwere durchtrainierte Profi schüchtern wie ein Grundschüler. Interview-Wünsche der beiden mitgereisten Journalisten lehnte er vor Ort ab. Nur im geschützten Umfeld des vereinseigenen Fan-TV stellte er sich den dosierten Fragen des eigenen Pressemitarbeiters.

Aber auch im Umgang mit den Medien sollte Kobel schnell seine Reifeprüfung ablegen. Denn der Anspruch des Torhüters der Schweizer U21-Nationalmannschaft, der auch schon zur A-Nationalmannschaft eingeladen war, ist es, schon am 19. Januar beim Rückrundenauftakt gegen Fortuna Düsseldorf im Tor zu stehen. Dort, und anders kann man den Transfer kaum deuten, haben die eigentlichen Stammtorhüter Andreas Luthe und Fabian Giefer die sportliche Führung des FC Augsburg in der Vorrunde nicht überzeugt. Da kann Stefan Reuter, der Geschäftsführer Sport, immer wieder betonen, dass man Vertrauen in Luthe und Giefer habe und Kobel nur geholt wurde, um den Konkurrenzkampf und die Qualität zu erhöhen.

Wird Kobel die neue Nummer 1 beim FCA?

Wird Kobel jetzt die neue Nummer eins? Sein Stammverein, die TSG 1899 Hoffenheim, hat natürlich großes Interesse daran, dass ihr Talent Spielpraxis bekommt. Eine Kaufoption für den FCA kam für die TSG aber nicht infrage. Und Kobels Berater teilte via Instagram nach der Unterzeichnung des Vertrages mit: „…und wird dort in der Rückrunde als No. 1 im Tor stehen“. So weit ist FCA-Trainer Manuel Baum in seiner Entscheidungsfindung wohl noch nicht. Er sagt: „Es gibt für mich keine Vorgaben. In dieser Situation zählt nur die Leistung.“

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Bild: Klaus Rainer Krieger

Am Freitag (15 Uhr) beim Test gegen den belgischen Erstligisten Royal Antwerpen wird Kobel ausreichend Spielzeit bekommen. Seine beiden Konkurrenten, Luthe und Giefer, räumen das Feld natürlich nicht kampflos. Und so stachelt sich das Torhüterquartett, dazu zählt auch der derzeit chancenlose Benjamin Leneis, 19, im Training immer wieder an.

Und was sagen Luthe und Giefer?

Aber Luthe, 31, und Giefer, 28, haben sich schon ihre Gedanken für den Fall der Fälle gemacht, sollte Kobel im Eilverfahren an ihnen vorbeiziehen. Und anders als der Youngster nutzten sie das Trainingslager, um sich zu positionieren. Luthe sagte im Interview mit unserer Redaktion: „Ich habe den FCA über meine Zukunftspläne informiert. Wir sind schon im Dezember im Austausch gewesen, waren es jetzt vor dem Trainingslager auch. Wir finden in den nächsten Tagen oder Wochen sicher einen Konsens, mit dem alle Parteien leben können.“

Gut möglich, dass er den FCA noch kurzfristig verlassen wird, er soll Angebote aus den USA und Japan haben. Zumal der FCA anscheinend mehr auf Fabian Giefer baut. Im Interview mit dem Kicker bestätigte der, dass der FCA eine Anfrage des Zweitligisten FC Ingolstadt abgelehnt hat. Giefer sagte auch, dass ihm Manager Reuter deutlich gemacht habe, dass er „langfristig“ mit ihm plane. „Sonst könnte er mich ja gehen lassen.“

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