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FC Augsburg

17.01.2021

FCA-Torhüter Gikiewicz wütet nach Niederlage: "Wir lachen"

FCA-Torhüter Rafal Gikiewicz ist für seinen Siegeswillen und seinen enormen Ehrgeiz bekannt.
Foto: Jan Huebner

Plus Der Torhüter des FC Augsburg wirft seinen Mitspielern vor, nach der 0:2-Niederlage bei Werder Bremen auf dem Platz gelacht zu haben.

FCA-Torhüter Rafal Gikiewicz ist für seinen Siegeswillen und seinen enormen Ehrgeiz bekannt. Deshalb hat ihn der FC Augsburg vor dieser Saison von Union Berlin geholt. Das Siegergen hatte Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter in der vergangenen Spiel etwas gefehlt. Und wenn dem Polen etwas nicht passt, dann spricht er das auch deutlich an. So ließ Gikiewicz seinem Frust wenige Minuten nach der unnötigen 0:2 (0:0)-Niederlage bei Werder Bremen vor dem Sky-Mikrofon freien Lauf. Er war auf 180.

„Wenn ich unsere Gesichter jetzt sehe: Wir lachen nach einem 0:2. Vielleicht verstehe ich Fußball nicht", polterte der Keeper los und wiederholte seine Vorwürfe Richtung Mannschaftskameraden auf Nachfrage. „Wir verlieren das wichtige Spiel in Bremen 2:0 und lachen jetzt auf dem Platz. Das kann ich nicht akzeptieren. Das geht für mich nicht." Smalltalk unter den Kickern, wie ihn etwa Felix Uduokhai mit den Bremern Maximilian Eggestein und Ömer Toprak führte, ist normalerweise nichts Ungewöhnliches, findet fast in jedem Bundesligaspiel statt. Doch für den emotional aufgeladenen Gikiewicz war das in diesem Moment eben ein Unding.

Der FC Augsburg verliert in Bremen zum zweiten Mal in Folge

Den Routinier treibt in dieser Phase der Saison wohl die Sorge um, dass sich nicht alle Kollegen den Ernst der Lage bewusst sind. Das 0:2 in Bremen war nach dem 1:4 zu Hause gegen den VfB Stuttgart die zweite Niederlage in Folge. Zwar steht der FCA mit 19 Zählern derzeit noch gut da, doch könnte das Punktekonto in den kommenden Wochen genauso schnell schmelzen wie der Schnee in Augsburg bei Tauwetter. Schon am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) kommt nämlich der FC Bayern zum Abschluss der Hinrunde in die WWK-Arena. Dann folgen die Partien gegen Union Berlin (H), Dortmund (A), Wolfsburg (H), Leipzig (A) und Leverkusen (H). Das sind die Top-Sechs-Teams der Liga. Da kann es schnell nach unten gehen.

Foto: Klaus Rainer Krieger

Trainer Herrlich will Gespräch mit Gikiewicz suchen

Trainer Heiko Herrlich, 49, wollte erst einmal mit seinem Torhüter selbst sprechen: „Das ist mir neu. Es wäre schade, wenn nach dieser Niederlage der ein oder andere lacht. Das werde ich intern besprechen.“

Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter hatte nach dem Spiel „riesen Enttäuschung“ bei seinen Spielern erkannt. “Es war eigentlich ein grausiges 0:0-Spiel. Wenn du das in den letzten zehn Minuten aus der Hand gibst, ist das extrem bitter. Ich weiß nicht, was oder wen er da anspricht." Die Äußerungen seines Torhüters direkt nach dem Spiel wollte er aber auch nicht überdramatisieren: „Wir werden das intern in Ruhe besprechen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass einer das locker nimmt oder irgendjemand lacht."

Niederlage des FC Augsburg gegen Bremen war unnötig

Was Gikiewicz so schwer zu schaffen machte: die Niederlage war unnötig wie Fußpilz. Bis in die zweite Halbzeit hinein hatte der FCA die Niedrigniveau-Partie gegen die tiefstehenden Hausherren sicher im Griff, auch wenn in der Offensive der nötige Esprit fehlte, um sich selbst Torchancen zu erspielen. Aber wenn Reece Oxford in der 63. Minute nach einer Ecke aus fünf Meter freistehend nicht über das Bremer Tor geköpft hätte, wären die Bremer wenigstens durch eine Standardsituation für ihre destruktive Spielweise auch bestraft worden.

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Foto: Ulrich Wagner

Doch so ging die Taktik von Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Ende auf, die seines FCA-Kollegen nicht. „Der Grundgedanke im Spiel war, erstmal sicher zu stehen“, sagte Kohfeldt. „Im Laufe des Spiels wollten wir – eigentlich ein bisschen früher, das gebe ich zu – das Risiko erhöhen und dann mit Möglichkeiten in der Offensive hinten raus das Spiel entscheiden.“ So kam es dann auch. Auch weil Heiko Herrlich den gelb-rot-gefährdeten Routinier Daniel Caligiuri, der am Freitag seinen 33. Geburtstag gefeiert hatte, schon in der 53. Minute vom Platz nehmen musste. So fehlte in der Schlussphase in der entscheidenden Szene die Erfahrung des Ex-Schalkers.

Dem FC Augsburg könnte jetzt die positive Grundstimmung fehlen

Der Bremer Felix Agu kam in der 84. Minute auf der rechten Außenbahn unbedrängt zum Flanken, Reece Oxford fälschte den Ball ab, Mads Pedersen war unachtsam und so konnte Theodor Gebre Selassie artistisch zum entscheidenden 1:0 (84.) einschießen. Die Vorentscheidung. „Wir bekommen das gleiche Tor wie gegen Stuttgart zu Hause. Flanke, zweiter Pfosten. Gegner ist frei", war der 33-jährige Gikiewicz fassungslos. Das 2:0 (87.) durch Agu verlief nach fast dem gleichen Muster nur von der linken Abwehrseite aus. Zwei vermeidbare Fehlerketten in der Schlussphase kosteten den FCA nicht nur einen Punkt, sondern was vielleicht noch wichtiger ist, eine positive Grundstimmung vor den nun folgenden schweren Aufgaben.

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.01.2021

Herr Herrlich und Herr Reuter sollten sich auf die Baustellen konzentrieren, die sie, teils ohne Not, immer mehr aufgerissen haben. Führungskraft sieht anders aus, als jetzt den besten Mann in der zusehends desolaten Mannschaft, sprechen zu wollen. Am besten noch eine interne Sperre, damit der Lieblingsspieler von Herrn Reuter zwischen das Torrechteck zurückkehren kann....es wird immer diffuser, unsere ganze Ausrichtung und die Ziele verwässern zusehends....sehr schade!
Nobby Die Stimme der Rosenau

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17.01.2021

Aha, jetzt muss Herrlich mit Gikiewicz "reden", was er da wohl gesehen hat. Vielleicht muss man mal mir Herrlich reden, was der alles nicht sieht! Was man da am Ende gegen Stuttgart und jetzt Bremen gesehen hat, kann man nicht mehr verstehen.

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