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FC Augsburg

22.10.2020

FCA-Trainer Herrlich angespannt wegen hoher Corona-Zahlen

Heiko Herrlich trägt auch im Stadion vor und nach dem Spiel einen Mund-Nasen-Schutz.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Die Anspannung ist da. Aber der erste der zwei Corona-Tests war bei allen Spielern des FCA negativ. Das Team kann sich ohne Bedenken auf das kommende Spiel vorbereiten.

Am Mittwochmorgen konnte Heiko Herrlich wieder einmal durchatmen. Die Corona-Tests seiner Spieler waren alle negativ. Zu Beginn einer langen Trainingswoche, der FCA spielt erst am Montagabend (20.15 Uhr/DAZN) beim Euro-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen, war der erste von zwei vorgeschriebenen Tests am Dienstagabend durchgeführt worden. „In der jetzigen Zeit ist es jedes Mal eine große Freude, wenn die Nachricht kommt, dass alle Spieler negativ getestet sind“, erklärte der Trainer des FC Augsburg.

Dass dies in Zeiten stark ansteigender Infizierten-Zahlen nicht selbstverständlich ist, zeigt der Fall Serge Gnabry, dessen positiven Corona-Test der FC Bayern am Dienstagabend öffentlich gemacht hatte. Es ist jede Woche eine Wanderung auf einem schmalen Grat für jeden Verein. Gerade aber auch für den FCA. Denn Augsburg ist mit einem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 138,6 (Stand Mittwoch) eines der größten Risikogebiete, nicht nur in Bayern. „Da braucht man nicht Mathematik studiert zu haben, um zu verstehen, dass das Risiko größer wird, wenn die Fallzahlen steigen“, sagt Herrlich.

Herrlich kann sich auf Duell mit Ex-Verein konzentrieren

Die Hygienevorgaben der DFL sind strikt und detailliert, aber eine Infektion kann einfach nicht ausgeschlossen werden. Denn auch die Angestellten eines Bundesligisten haben ein Leben außerhalb der Profi-Blase. „Jeder Spieler, Trainer oder Vereinsmitarbeiter versucht sich maximal zu schützen, aber man kann nicht jede Begegnung vermeiden. Auch ich nehme mal meine Kinder gerne in die Arme“, sagt Herrlich.

Doch derzeit ist der FCA coronafrei und so kann sich Herrlich voll mit seiner Mannschaft auf das Duell mit seinem Ex-Verein konzentrieren. Herrlich war nicht nur von 1989 bis 1993 bei Bayer Spieler, sondern von Juli 2017 bis Dezember 2018 dort auch Trainer. Es war seine letzte Trainerstation, ehe er im März beim FCA Martin Schmidt ablöste.

Da der FCA erst am Montag den fünften Bundesliga-Spieltag beschließt, hat Herrlich seine Trainingsroutine umgestellt. „Ich bin grundsätzlich kein Freund der Montagsspiele, weil wir dann spielen müssen, wenn alle anderen schon durch sind. In diesem Fall sehe ich aber viele Vorteile, weil wir ein paar angeschlagene Spieler hatten.“

Alle Spieler bis auf Moravek und Finnbogason sind fit

So stand für die bei der 0:2-Niederlage gegen RB Leipzig eingesetzten Spieler am Sonntag ein Regenerationstraining auf dem Programm, die anderen Spieler wurden normal belastet. Am Montag hatte das Team frei. Seit Dienstag wird voll trainiert, ehe am Freitag noch einmal ein freier Tag eingelegt wird. „Wir versuchen, unseren freien Tag immer drei Tage vor das Spiel zu legen, damit wir vor dem Spiel etwas mehr Frische haben“, erklärt Herrlich. Und in der langen Woche war er über zwei freie Tage gar nicht unglücklich. Musste doch auch der FCA in der Länderspielpause sieben Nationalspieler abstellen.

Doch nun sind alle Spieler bis auf die Langzeitverletzten Jan Moravek und Alfred Finnbogason fit. Auch Linksverteidiger Iago, der gegen Leipzig erkrankt (kein Corona) pausieren musste. Und auch der angeschlagene Florian Niederlechner ist wieder voll belastbar. Herrlich hatte den Stürmer, der am Knöchel lädiert war und am Samstag ein Schmerzmittel eingenommen hatte, gegen Leipzig erst vorsichtshalber auf die Bank beordert, ihn dann aber in der 54. Minute für Fredrik Jensen eingewechselt.

Doch abwenden konnte Niederlechner die erste Saisonniederlage auch nicht. In der Defensive arbeitete der FCA gegen einen der Bundesliga-Topklubs solide, doch in der Offensive gelang gegen die nach eigenem Ballverlust überaus penetranten Leipziger kaum etwas. „Das Gegenpressing von Leipzig ist das beste der Liga“, ist sich Herrlich sicher.

Der nächste Test beim FCA findet am Sonntagmorgen statt

Trotzdem hatte der FCA Möglichkeit zu kontern. Warum das aber nur selten gelang, zeigte er seiner Mannschaft bei der Videoanalyse am Dienstag. „Wenn wir uns befreien, muss unbedingt die Spielverlagerung erfolgen, um dieser Überzahl zu entgehen, und da hat uns in der einen oder anderen Situation der Mut und der Überblick gefehlt.“

Gegen Leverkusen soll das besser werden. Mit welchen Spielern er das bewerkstelligen will, entscheidet nicht nur er, sondern auch das Coronavirus. Der nächste Test beim FCA findet am Sonntagmorgen statt. Für Herrlich beginnt dann wieder die Ungewissheit, ob sich nicht doch ein Spieler zwischen den Tests angesteckt hat. Herrlich: „Wir tun unser Bestes, aber 100-prozentigen Schutz gibt es nicht.“

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit Florian Niederlechner von September 2020 an:

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