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FC Augsburg

01.11.2019

FCA-Trainer Schmidt zeigt sich vor Spiel gegen Schalke wenig euphorisch

Gegen Schalke 04 fordert Augsburgs Trainer Martin Schmidt einen Sieg. Mut machen ihm die jüngsten Unentschieden gegen München und Wolfsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Zwar wächst nach zwei Teilerfolgen beim FC Augsburg die Zuversicht. Nun trifft der Bundesligist mit Schalke 04 aber auf einen unliebsamen Konkurrenten.

Als gläubiger Mensch war es für Martin Schmidt am Freitag eine Selbstverständlichkeit, eine Kirche aufzusuchen. An Allerheiligen gedenken Christen ihrer verstorbenen Angehörigen, in der Schweiz verhält es sich dabei nicht anders als in Bayern. Vor ein paar Wochen hätte der Trainer des FC Augsburg womöglich den Ort der Besinnung genutzt, um zusätzlich manches Stoßgebet gen Himmel zu schicken. Blutleere Auftritte, die in deutliche Niederlagen gegen Leverkusen und Mönchengladbach mündeten, und kommende Aufgaben gegen München und in Wolfsburg gaben Anlass, übernatürliche Hilfe anzufordern.

Nach Teilerfolgen gegen die Bayern und die bislang ungeschlagenen Wolfsburger wächst bei Coach Schmidt nun die Zuversicht, endlich zu defensiver Konstanz zu finden. Fürs Erste scheint die Gegentorflut zumindest eingedämmt. Bestärkt wird dieses Gefühl durch das jüngste torlose Remis. Dass der FCA ein Bundesligaspiel ohne Gegentreffer beendet, war letztmals am 5. Mai der Fall. Gegner damals: der FC Schalke 04. Jenes Team also, das der FCA am Sonntag empfängt (18 Uhr).

Nur ein Bundesligaspiel gegen Schalke hat der FCA gewonnen

Mit einem Punkt will sich Schmidt dann nicht mehr zufriedengeben. „Ein Dreier muss her“, betont der 52-Jährige vor der Begegnung. Um sogleich zu relativieren. Manchmal, führt der Schweizer aus, genüge nicht einmal eine gute Leistung, um in der Bundesliga zu gewinnen. Als Warnung dient just die mäßige Bilanz gegen Schalke: Nur eines seiner 16 Ligaspiele gewann der FCA gegen den Revierklub – trotz einiger ansprechender Vorstellungen.

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Die Grundstimmung innerhalb des Augsburger Teams ist deutlich optimistischer, der Blick auf die Tabelle verdeutlicht jedoch, wie prekär die Lage der Augsburger bleibt. Sieben Punkte bedeuten den vorletzten Platz im Bundesliga-Klassement – nur Aufsteiger Paderborn rangiert hinter den Schwaben.

Als Schmidt, gekleidet in schwarzem Kapuzenpulli, auf der Spieltagspressekonferenz Auskünfte erteilt, wirkt er alles andere als euphorisch. Das Bewusstsein für die aktuelle Situation ist ihm anzumerken. Der Schweizer macht sich keine Illusionen, spricht lediglich von zwei „soliden Spielen“ gegen München und Wolfsburg und verweist auf das Zahlenwerk. „Die vergangenen beiden Ergebnisse waren gut, aber das Tabellenbild spricht aktuell eine andere Sprache.“

Schmidt betreibt eine Politik des Machbaren

Gemeinhin scheint der Schweizer nach dem schwachen Saisonstart eine Politik des Machbaren zu betreiben. Die tollsten Ideen helfen einem Trainer wenig, wenn seine Spieler diese nicht umsetzen können. Folge: Statt permanent den Gegner in dessen Hälfte anzulaufen und unter Druck zu setzen, haben die Augsburger ihre Verteidigungslinien um einige Meter in die eigene Spielhälfte verschoben.

Am Sonntagabend muss sich der FCA im Heimspiel gegen Schalke bewähren. Drei Punkte wären extrem wichtig, denn die Mannschaft von Martin Schmidt befindet sich zur Zeit auf einem direkten Abstiegsplatz.
Video: rt1.tv

In Wolfsburg sei die Null hinten das absolute Ziel gewesen, erklärt Realpolitiker Schmidt. Er wehrt sich aber gegen den Eindruck, grundlegend defensiver zu denken als noch zu Beginn der Saison. Ohne Gegentreffer zu bleiben, solle nicht das Credo werden, meint er. Vorgabe vor einem Spiel bleibe, selbst Treffer zu erzielen. Nicht, welche zu verhindern. „Wir wollen auf Tore gehen, das muss unser Anspruch sein“, betont Schmidt.

Er begründet diesen Ansatz einerseits psychologisch. Gerate seine Mannschaft nach zehn Minuten in Rückstand, wäre das Ziel bereits verfehlt. Schmidt: „Das kann negative Gedanken hervorbringen.“ Andererseits will Schmidt aus logischen Beweggründen offensiv agieren lassen: Ohne Tor kein Sieg.

Größere Umbauten in der Startformation bleiben aus

Auch wenn seine Angreifer zuletzt ohne Treffer blieben, dürfte Schmidt an der Doppelspitze Niederlechner/Finnbogason festhalten. Allgemein tendiert der Trainer nicht dazu, größere Umbauten in seiner Anfangsformation vorzunehmen. „Man will nicht aufreißen, was nicht aufzureißen ist“, erklärt er.

Konstanz in den Leistungen und Konstanz in der Startelf sollen sich möglichst bedingen. Entsprechend müssen ehemalige Stammkräfte wie etwa Gouweleeuw oder Gregoritsch weiterhin Geduld beweisen und auf einen Einsatz vom Anpfiff weg warten.

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03.11.2019

@ Julian R.
Wie können Sie es wagen, einen Beitrag des Herrn Alfred W. nicht ernst zu nehmen.
Herr W. ist der Chefkritiker des FCA, der stets durch überaus KONSTRUKTIVE Beiträge den Finger in die Wunden legt und darüber hinaus kraft seiner geballten Kompetenz Lösungen aufzeigt, damit der FCA nicht (wie von ihm bereits mehrfach befürchtet) den Weg in die 3. Liga antritt.
In dieser Gemengelage hat er nun zielsicher S. Reuter als die Wurzel allen Übels erkannt, an der er sich seit geraumer Zeit abarbeitet.
P.S. Wer in diesen Zeilen Ansätze (oder mehr) von Ironie entdecken sollte, darf diese gern behalten

Zum FCA selbst: Heute gegen Schalke einen oder drei "Kann-Punkte" holen und in den nächsten Wochen gegen Paderborn, Hertha, Köln usw die nötigen "Muss-Punkte" einfahren. Dann kann es durchaus noch eine gelungene Saison werden.

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02.11.2019

Herr Schmidt wird die Aufstellung offiziell benennen. Ein anderer bestimmt die Aufstellung die auf dem Platz steht.

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03.11.2019

Sie sind da einer großen Sache auf der Spur!
Manchen ist echt nichts peinlich.

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02.11.2019

Schaut, dass ihr einen Punkt holt, das ist schon ein Grund zum Feiern. Es kommen auch noch leichtere Gegner.

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02.11.2019

" Der Dreier muss her "
Nach zehn Pflichtspielen stand hinten endlich die Null, darauf gibt's ein weiter so, denn jetzt kommt mit Königsblau der nächste Brocken aufs Lechfeld. Die Visitenkarte der Knappen mit vielen Aha-Ergebnissen kann sich sehen lassen, das Pokalspiel gerade noch so heimgewackelt.
Personell gibt es beim FCA kaum Ausfälle, deshalb wirds jetzt knallhart in der Innenverteidigung werden, Gouweleeuw schnupperte in Wolfsburg bereits rein, da ist nach Kapitän Baier auch mit seinem Startelfdebüt zu rechnen.
Die Konsequenz daraus, einer muss raus. Jedvaj wird wohl weichen müssen, außer Trainer Schmidt lässt ihn als RV anstelle von Lichtsteiner auflaufen. In der kroatischen Nationalmannschaft wird er auf der Position eingesetzt.
Eine Option wäre noch die Umstellung auf die Dreierkette, ich denke aber das ist eine Variante für die nähere Zukunft.
Nachdem Koubek zuletzt fehlerfrei agierte ist damit, hoffentlich, die zweite Baustelle geschlossen. Jetzt muss nur noch das Passspiel im Angriffsmodus besser werden, die ungenauen Zuspiele machten so manche Chance schon im Ansatz zunichte. Die Teamstatistik sollte man hier lieber nicht bemühen.

Die Frage stellt sich: Wie viel Selbstbewußtsein hat die Mannschaft mit den zwei guten Auftritten getankt. Der Gegner kommt garantiert mit breiter Brust.
Der FCA muss auf Sieg spielen, ein " dreckiger Sieg " tuts auch, der Dreier muss her, ein Remis reicht nicht um aus dem Tabellenkeller zu kommen.

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02.11.2019

Ich Frage mich, welchen Narren Schmidt an Lichtsteiner gefressen hat? Ein Frambo würde mir wesentlich besser gefallen. Zusammen mit Uduo, Jeff u. Max die Top 4er Kette

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