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FC Augsburg

22.11.2019

Gregoritsch, Hinteregger, Caiuby und Co. – so bestrafte der FCA seine Härtefälle

Caiuby (von links) und Martin Hinteregger haben einen unrühmlichen Abschied beim FC Augsburg hinter sich. Michael Gregoritsch zog kürzlich ebenfalls den Zorn des FCA auf sich.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Dass Spieler ihren eigenen Willen durchsetzen und wenig Rücksicht auf Vereinsinteressen nehmen, häuft sich beim FC Augsburg in jüngster Zeit. Meist reagierte der Klub darauf.

Fußballprofis, die sich dem FC Augsburg anschließen, schätzen das ruhige Umfeld, in dem sich hier gegen den Ball treten lässt. Für die Spieler neben Geld, Ruhm und Erstligabühne ein Argument, sich für diesen Bundesligastandort zu entscheiden. In jüngerer Zeit jedoch ist es rund um die Arena vorbei mit beschriebener Ruhe. Gegen den leidigen Trend der allgemeinen Weichspülerei und Bloß-nicht-was-allzu-Kritisches-sagen-Mentalität äußerten etliche Profis erstaunlich offen ihre Meinung. Mancher verpackte diese geschickt, andere agierten grobschlächtiger.

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Michael Gregoritsch machte klar: Er will den FC Augsburg verlassen

Ein Klub lässt sich prinzipiell ungern unter Druck setzen, dennoch platzierte Philipp Max im Sommer seinen Wechselwunsch per Interview in den Medien. Sinngemäß erklärte der 26-Jährige, der FCA solle ihm als jenes Karrieresprungbrett dienen, als das der Klub ihm versprochen worden war. Weil der Linksverteidiger offenkundig nichts Verwerfliches geäußert hatte, blieb eine öffentlichkeitswirksame Reaktion des FCA aus.

Michael Gregoritsch.
Bild: Wagner

Dem Österreicher Michael Gregoritsch brachte seine weitaus drastischer formulierte Forderung nach Veränderung indes eine mehrtägige Suspendierung wegen „vereinsschädigenden Verhaltens“ ein. Ob damit das Ende dieser Geschichte besiegelt ist, hängt wohl von Gregoritschs Einsicht ab. Letztlich ist der 25-Jährige keine Ausnahme mehr. Auch in puncto Skandälchen und Skandale befindet sich der FCA auf dem Weg zu einem normalen Bundesligisten. Entsprechend Erfahrung auf diesem Gebiet sammelte Sportgeschäftsführer Stefan Reuter zuletzt.

Gregoritsch, Hinteregger, Caiuby und Co. – so bestrafte der FCA seine Härtefälle

Martin Hinteregger kritisierte FCA-Trainer Manuel Baum öffentlich

Der Fall Gregoritsch entwickelte Eigendynamik, weil ihm andere, in der Thematik ähnliche Fälle, vorausgegangen waren. Unvergessen ist Martin Hinteregger. Zu Beginn seines Wirkens erfuhr der Österreicher reichlich Zuspruch. Er lederte offen gegen die Konstrukte von Red Bull und verheimlichte selten seine Meinung. Zum Verhängnis wurden dem 27-Jährigen klare Worte, als er Kritik an Trainer Manuel Baum äußerte. Wörtlich sagte er: „Das ganze Jahr 2018 ist die Kurve eigentlich schon nach unten gegangen. Ich kann nichts Positives über ihn sagen – und werde auch nichts Negatives sagen.“

Martin Hinteregger.
Bild: Arne Dedert, dpa

Im Verhältnis zu seinen Aussagen fiel die Strafe des FCA drakonisch aus: Hinteregger erhielt eine Geldstrafe, wurde suspendiert und musste Einzeltraining absolvieren. Letztlich leitete der Österreicher im Winter den Abgang ein, den er im Sommer vollends provozierte. Kurzfristig hatte der FCA das Hinteregger-Problem mit einer Leihe gelöst, final mit einem Verkauf.

Caiubys Liste an Verfehlungen ist besonders lang

Ähnlich verfuhr der Bundesligist mit Caiuby. Der Brasilianer hatte sich wiederholt Disziplinlosigkeiten erlaubt, unter anderem verlängerte er mehrfach eigenwillig seinen Heimaturlaub, während seine Mitspieler sich für kommende Aufgaben fit machten. Teils wusste nicht einmal der Klub, wo sich Lebemann Caiuby aufhielt. Im Januar 2019 zog Reuter einen Schlussstrich: „Mit seiner Handlungsweise schadet er dem FC Augsburg und vor allem der Mannschaft, die ihn trotz einiger Verfehlungen immer unterstützt hat.“ Der 31-Jährige wurde in die Schweiz zu Grasshopper Zürich verliehen, nach der Rückkehr suchte er vergebens einen neuen Klub. Mäßig erfreut waren Reuter und Co. überdies, dass Caiuby – verurteilt wegen Schwarzfahrens und Körperverletzung – ihnen einen Auftritt im Gerichtssaal bescherte. Ende Oktober löste der FCA den Vertrag mit dem Brasilianer auf.

Hat seinen Vertrag mit dem FC Augsburg aufgelöst: Caiuby.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Ein angestrebter Wechsel wurde einst Daniel Opare zum Verhängnis. Wobei dem FCA nicht nur das geheime Treffen mit Schalke 04 missfiel. Als maßgeblichen Grund für die Suspendierung im Februar 2018 nannte der Bundesligist Lügen, die der Ghanaer verbreitet haben soll. Der Rechtsverteidiger hätte „gegen den Verhaltenskodex verstoßen“, erläuterte Reuter damals. „Opare hat uns bewusst und trotz der Konfrontation mit Fakten wiederholt belogen.“ Opare wurde suspendiert, absolvierte Einzeltraining im Nachwuchsleistungszentrum, ließ seinen Vertrag auslaufen und heuerte im Sommer 2018 beim belgischen Erstligisten Royal Antwerpen an.

Ex-Trainer Manuel Baum und Daniel Opare.
Bild: Ulrich Wagner

Sportliche Gründe sollen einst für die Suspendierung von Angreifer Michael Thurk ausschlaggebend gewesen sein. Im August 2011 wurde er vom Mannschafts- und Spielbetrieb freigestellt, weil man wegen einer Systemumstellung nicht mehr mit ihm plante. Zuvor war der FCA mit Thurk, Trainer Jos Luhukay und Manager Andreas Rettig in die Bundesliga aufgestiegen.

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