Newsticker
Bundesverfassungsgericht: Corona-Demo in Stuttgart bleibt verboten
  1. Startseite
  2. Sport
  3. FC Augsburg
  4. "Klappe halten und arbeiten": So kämpfte Hahn um seinen Platz

FC Augsburg

25.11.2019

"Klappe halten und arbeiten": So kämpfte Hahn um seinen Platz

André Hahn war beim Sieg gegen Berlin ein wichtiger Faktor – nicht zuletzt wegen seines Tors zum 3:0.
Foto: Stefan Puchner, dpa

Plus Während Gregoritsch in der Öffentlichkeit sein Dasein als Ersatzspieler beklagt, wartet der Flügelstürmer auf seine Chance. Das war nicht immer leicht für ihn.

André Hahn genoss diesen Moment. Endlich wieder auf dem Platz stehen. Endlich wieder vor tausenden Zuschauern seinem Beruf nachgehen. Und endlich wieder ein Tor erzielen. Der wuchtige Angreifer hatte sich kurz nach der Pause in der Berliner Spielhälfte den Ball geschnappt, sprintete Richtung Berliner Gestänge und schob die Kugel links unten ins Netz.

Der dritte Treffer beim 4:0 (2:0)-Erfolg des FC Augsburg gegen Hertha BSC war nicht nur für den Fußball-Bundesligisten eine Art Befreiung, Hahn hatte lange auf einen solchen Moment warten müssen. Fast fünf Wochen hatte der 29-Jährige kein Bundesligaspiel mehr bestritten, Anfang Oktober beim 1:5 in Mönchengladbach wirkte er letztmals mit. Für ihn keine leichte Zeit, wie er im Bauch der Augsburger Arena gestand. "Das ist extrem frustrierend. Immer den Kopf oben zu behalten und bester Laune zu sein, ist nicht einfach."

Hahn wittert auf seine Chance auf die FCA-Startelf in Köln

Hahn wirkt im weißen Sportshirt durchtrainiert, Trainingseinheiten und Spielpause ließen ihn Akkus aufladen. Dies war ihm während der Partie anzumerken, gemeinsam mit Sergio Córdova und Florian Niederlechner firmierte er als kleine Büffelherde, die sich durch Berlins Abwehr rammte. Wer sich ihnen in den Weg stellte, machte schmerzhafte Erfahrungen. Spürbar war Hahns Wille, auf sich aufmerksam zu machen. Dem Trainer will er es schwer machen, ihn in der kommenden Partie beim 1. FC Köln wieder aus der Elf zu nehmen (Samstag, 15.30 Uhr).

In einem derart breiten Kader, wie ihn der FCA inzwischen zur Verfügung hat, wächst zwangsläufig die Unzufriedenheit unter den Bankdrückern. Während Mitspieler Gregoritsch sich öffentlich über seine Rolle als Ersatzspieler beklagte und aufgrund seiner drastischen Aussagen bis Dienstag freigestellt wurde, verhielt sich Hahn ruhig und wartete auf seine Chance. "Ich bin eher der Typ, der die Klappe hält und versucht zu arbeiten. Ich bin lange genug dabei und weiß, dass es im Fußball immer auf und ab geht."

Einem Mitspieler wünscht niemand etwas Schlechtes. Dennoch: Als sich Marco Richter nach nicht einmal einer halben Stunde verletzt hatte, eröffnete sich Hahn eine Chance. Und er nutzte diese. "Ich bin froh, dass wir gewonnen haben und ich meinen Teil dazu beitragen konnte", sagte der Angreifer.

Hahn: "Ich habe nicht aufgegeben, habe mich im Training angeboten"

Nach einem mäßigen Saisonstart, in dem er seiner Form hinterherlief, hatte der ehemalige Nationalspieler seinen Platz in der Startelf eingebüßt. Nach dem für ihn persönlich äußerst erfreulichen Nachmittag sah er sich für seinen Fleiß belohnt. "Ich habe nicht aufgegeben, habe mich im Training angeboten und bin froh, dass ich meine Chance bekommen habe." Trainer Martin Schmidt hatte in den vergangenen Wochen den quirligen und technisch versierten Außenstürmern Ruben Vargas und Richter den Vorzug gegeben, gegen Berlin lag ein Schlüssel des Erfolgs in der physischen Stärke eines Niederlechner, Córdova oder eben Hahn. Für Torschütze Hahn, der wenig später beinahe einen Doppelpack schnürte – den Ball aus dem Sprint heraus aber nicht mehr kontrolliert aufs Tor schießen konnte –, fand der Trainer lobende Worte.

Bereits in Paderborn hätte Hahn in seinen Überlegungen eine Rolle eingenommen, berichtete Schmidt, allerdings verletzte sich Hahn im Abschlusstraining. Nun war der Profi zur Stelle, als Richter wegen einer Oberschenkelprellung passen musste. "Man hat gesehen, er war bereit", urteilte Schmidt über Hahn. Im Zuge des Konkurrenzkampfes muss sich der Coach verstärkt als Moderator beweisen. Solange das Team Erfolg hat, wird der Schweizer seine Elf nicht gravierend verändern. Hahns Chancen, in Köln aufzulaufen, stehen folglich nicht schlecht.

Lesen Sie dazu auch

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.  

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren