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FC Augsburg

11.01.2020

Marco Richters Ziele: Erst Olympia, dann Champions League

Marco Richter (links, mit Carlos Gruezo) hat im Trainingslager eine Menge Spaß. Seine Freude am Dasein als Profifußballer ist deutlich zu spüren.
Bild: Krieger

Plus Nicht nur auf dem Feld tritt der 22-Jährige forsch auf. Warum die Rückrunde für den Angreifer des FC Augsburg so bedeutsam ist.

Freuen kann sich Marco Richter nicht über diese Szene. Erklären kann er sie auch nicht. Und ungeschehen machen erst recht nicht. Im Heimspiel gegen Mainz musste der Angreifer des FC Augsburg den Ball nur mehr aus wenigen Metern ins leere Tor schieben. Statt ins Netz setzte er die Kugel jedoch daneben. Richter fabrizierte bislang den Fehlschuss der Saison. Inzwischen kann der 22-Jährige über seinen Fauxpas lachen.

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Weil abgesehen von dieser Szene viel Positives im Gedächtnis geblieben ist. Entsprechend entspannt wirkt Richter, als er sich in den weichen Sessel der Hotellobby fläzt. Der Spaß am Dasein als Profifußballer ist ihm während der Tage auf Malta anzumerken, seine Karriere als Bundesligakicker ist über das Anfangsstadium längst hinaus.

Hinter Richter liegen aufregende Monate. Gegen Ende der vergangenen Saison traf er zweimal in Folge doppelt. Es folgte die U-21-Europameisterschaft, in der er drei Treffer und zwei Vorlagen zum Vizetitel beisteuerte. Richter rückte in den Fokus, Gerüchte über einen Vereinswechsel ließen nicht lange auf sich warten. Grinsend sagt er: "Das war ein lustiger Sommer. Was da alles geschrieben wurde."

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Mönchengladbach soll Interesse an Richter gehabt haben

Er räumt jedoch ein, dass nicht alle Gerüchte aus der Luft gegriffen waren. Teils bestand konkretes Interesse, bestätigt er. Unter anderem soll Borussia Mönchengladbach laut Sportbild ein Angebot über zehn Millionen Euro für den trickreichen Flügelangreifer abgegeben haben. Richter gibt zu, er fühlte sich geschmeichelt. "Es freut mich natürlich, wenn ich mit großen Klubs in Verbindung gebracht werde. In Gedanken bin ich momentan aber nur beim FC Augsburg. Alles andere wird kommen oder nicht." Er kümmert sich ums Kicken, seine Berateragentur ums Geschäftliche. Richters Vertrag in Augsburg läuft bis Sommer 2023. Ob er ihn tatsächlich erfüllt? Mindestens fraglich.

So sehen Sieger aus: Hier wird ein Erfolg im Trainingsspiel gefeiert. Vom 5. bis 11. Januar bereitet sich der FC Augsburg auf Malta auf die Rückrunde vor.
18 Bilder
Der FCA auf Malta: Die Bilder aus dem Trainingslager
Bild: Klaus Rainer Krieger


Auf ihn wartet eine wegweisende Rückrunde. Womöglich entscheidet sich in den nächsten Monaten, welchen Weg er einschlägt. Ob er auch dem Druck bei einem Spitzenklub gewachsen sein könnte. Das Rüstzeug scheint er zu besitzen. Der gebürtige Friedberger, dessen Eltern in Mering (Kreis Aichach-Friedberg) wohnen, hat unter dem ehemaligen FCA-Trainer und Nachwuchschef Manuel Baum Grundlegendes geändert.

FCA-Trainer Schmidt lobt: "Ist nahe dran, ein kompletter Bundesligaspieler zu werden"

Technische und spielerische Fertigkeiten brachte der Jungprofi mit, jetzt arbeitet Richter obendrein individuelle Trainingspläne ab und ernährt sich nicht mehr nur von Omas Dampfnudeln. Taktisch hat er dazugelernt, defensives Verständnis entwickelt. FCA-Coach Martin Schmidt erinnert sich an Spiele, in denen Richter öfter nach hinten als nach vorne sprintete, und fasst zusammen: "Er ist nahe dran, ein kompletter Bundesligaspieler zu werden."

In der Vorrunde kam Richter auf 14 Einsätze, elf Mal stand er in der Anfangsformation. Zwischendurch bremste ihn eine leichtere Muskelverletzung aus. Drei Tore und zwei Vorlagen sind ihm in Summe zu wenig. Für die Rückserie hat er klare Vorstellungen: "Ich möchte konstant über 90 Minuten meine Leistung bringen, mehr Tore schießen und mehr Vorlagen geben."

Olympia wäre ein großes Erlebnis

Richters Wirken auf dem Rasen nährt sich vom Selbstbewusstsein. Mitunter verschwimmen die Grenzen zum Eigensinn, wenn er den Torabschluss sucht, statt den Nebenmann einzusetzen. Forsch formuliert er ebenso seine Karriereziele. Europa League wolle er spielen, erklärt er, wenn möglich sogar Champions League. Fürs Erste würde ihm eine Olympia-Teilnahme genügen. Vom Deutschen Fußball-Bund hat er Post bekommen, als Jahrgang 1997 zählt er zum Kreis der möglichen Turnierteilnehmer.

Der Verband musste beim Deutschen Olympischen Sportbund schon jetzt hinterlegen, wer für einen Einsatz in Tokio infrage kommt. Diese Spieler werden in ein verschärftes Anti-Doping-Programm aufgenommen und befinden sich in einem Testpool der Nationalen Anti-Doping Agentur. Richter muss mit überraschendem Besuch rechnen, nimmt dies aber in Kauf. "Nach der U21-EM wäre Olympia ein geiles Erlebnis", betont er. Und der FCA hätte einen weiteren Teilnehmer bei diesem Großereignis. 2016 gewann Philipp Max mit Deutschlands Auswahl Silber.

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Bild: Ulrich Wagner

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