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FC Augsburg

14.07.2020

"Mehr Glück als Verstand": Wie FCA-Fans die Saison beurteilen

Einmal mehr ist der FC Augsburg in der Fußball-Bundesliga geblieben. Ganz zufrieden sind die Fans mit der Saison aber nicht.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Über allem steht für die Anhänger des FC Augsburg der Klassenerhalt. Gänzlich zufrieden sind aber die wenigsten. Welche Kritik sie an Trainer und Spieler üben.

Für die Anhänger des FC Augsburg war es ein Novum. Als ihre Mannschaft auf dem Rasen gegen den Abstieg kämpfte, mussten sie tatenlos zusehen. Im Stadion durften sie wegen der Corona-Einschränkungen nicht lautstark anfeuern, das Geschehen in der Fußball-Bundesliga verfolgten sie vor dem Fernseher.

Was Markus Kamenew dabei sah, sorgte bei ihm nicht unbedingt für Ekstase. Zieht der Vorsitzende des Fanklubs „Burning Nuts“ ein Saisonfazit, so fällt dieses ernüchtert aus: „Der Klassenerhalt ist nett, aber Spaß gemacht hat mir das nicht.“ Kamenew und seine Klubmitglieder greifen wiederholt Themen des FCA auf und packen diese in humorvolle Grafiken. In der vergangenen Saison war der ehemalige Trainer Martin Schmidt auf Facebook mit einem „Bullshit-Bingo“ vertreten, Nachfolger Heiko Herrlich war schon als „Geisterjäger“ unterwegs.

"Mehr Glück als Verstand": Wie FCA-Fans die Saison beurteilen

FCA-Fanclub-Chef: "Herrlich hatte mehr Glück als Verstand"

Bei Kamenew muss sich Herrlich noch beweisen, sein Wirken nach der Corona-Pause hat den Fanklubchef wenig überzeugt. „Herrlich hatte mehr Glück als Verstand“, sagt er. Die als Live-Stream übertragenen Pressekonferenzen mit dem FCA-Trainer seien „wenig ergiebig“ und „null informativ“, Aufstellungen empfand der FCA-Fan als fragwürdig.

Warum Herrlich rotieren ließ, obwohl er auf eine eingespielte, erfolgreiche Elf zurückgreifen konnte, sei für ihn nicht nachzuvollziehen. Für den Ligaverbleib entscheidend war aus seiner Sicht der Torwartwechsel weg von Tomas Koubek hin zu Andreas Luthe. Dass mit Rafal Gikiewicz ein weiterer Torhüter verpflichtet wurde, kann Kamenew nicht verstehen. „Luthe jetzt vom Hof zu jagen, wäre ein absolutes No-Go.“

Augsburgs Torwart Tomas Koubek musste seinen Platz im Kasten räumen.
Bild: Jordan Raza, dpa

FCA-Fan Schreittmiller: "Jahr ohne Abstiegskampf - das wäre schön"

Das Torwart-Thema beschäftigt die Fans. Prinzipiell bringt Max Schreittmiller von den „Lechgermanen“ Verständnis für das Handeln der FCA-Verantwortlichen auf, personelle Fehlgriffe verzeiht er und betont: „Es besteht immer das Risiko, dass man Rohrkrepierer hat.“ In Koubeks Fall räumt aber auch er ein, man habe zu lange an diesem festgehalten. Schreittmiller war zufrieden, dass der FCA einmal mehr die Liga gehalten hat, in Summe betrachtet er die Auftritte der Augsburger zwiegespalten. „Tolle Spiele waren dabei, aber auch unterirdische“, sagt er.

Wohlwollend hat Schreittmiller vernommen, dass FCA-Sportgeschäftsführer Stefan Reuter angekündigt hat, Dinge zu verbessern. „Mich stimmt für die kommende Saison zuversichtlich, dass man alles überdenken wird“, erklärt der langjährige FCA-Fan. Unter Trainer Markus Weinzierl erlebte Schreittmiller die Hochphase des FCA in der Bundesliga, einen ähnliche Entwicklung würde er sich für die Spielzeit 20/21 wünschen. „Ein Jahr ohne Abstiegskampf – das wäre schön.“

Torhüter Rafal Gikiewicz verlässt den 1. FC Union Berlin und wechselt zum FC Augsburg.
37 Bilder
Das ist der FCA-Kader für die Saison 2020/21
Bild: Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa

Die Lager in den FCA-Fanklubs sind geteilt

Im FCA-Fanklub „Stauden“ aus Mittelneufnach überwiegt die Freude über den Klassenerhalt, doch auch hier ist das Lager wie in etlichen anderen Fanklubs geteilt. Mitglied Harald Glas erzählt, die einen seien allein mit dem Ligaverbleib zufrieden, andere hingegen sagen, man müsse als etablierter Bundesligist mehr erreichen.

Blickt Glas auf neun Jahre Bundesliga, wirkt er zufrieden. Das sei unter anderem ein Verdienst Reuters, sagt er. Auch Glas treibt die Torwartfrage um. Luthe sei ein „anständiger Kerl“, der immer da war, wenn er gebraucht wurde. Insgeheim rechnet Glas mit einer Ablösung zwischen den Pfosten. „Menschlich ist das verwerflich, in der Bundesliga aber fast schon normal.“

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