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FC Augsburg

27.11.2019

"Möchte mich entschuldigen": Gregoritsch wieder beim Training

Michael Gregoritsch trainiert ab sofort wieder mit der Mannschaft.
Foto: Uli Wagner

Plus Nach dem klärenden Gespräch mit den Verantwortlichen des FC Augsburg darf Gregoritsch ab Mittwoch wieder mittrainieren. Der 25-Jährige hatte sich zuvor entschuldigt.

Es war Dienstag, 17.31 Uhr, als beim FC Augsburg bildlich gesehen weißer Rauch in der Personalie Michael Gregoritsch aufstieg. Genau um diese Uhrzeit ploppte die Mail des Bundesligisten mit der Begnadigung des österreichischen Nationalspielers in den elektronischen Briefkästen der Redaktionen auf. Überschrift: "Michael Gregoritsch kehrt ins Team zurück."

Den ganzen Tag über hatte der FCA die Schotten erst einmal dichtgemacht. Stefan Reuter, der Geschäftsführer Sport des FC Augsburg, hatte nicht auf die Bitte um Rückruf reagiert und auch die Presseabteilung konnte oder wollte keine Auskunft über das Gespräch der sportlichen Führung mit dem wechselwilligen Michael Gregoritsch geben. Aus Vereinssicht verständlich, musste die Pressemitteilung doch erst einmal so zusammengestellt werden, dass beide Seiten in einem möglichst guten Licht dargestellt werden.

Am Donnerstag war der 25-Jährige, der sich während einer Länderspielreise aus FCA-Sicht vereinsschädigend geäußert hatte, aus dem Team geflogen, um sich in Ruhe auf das Spiel gegen Hertha BSC vorbereiten zu können. Zudem hatte der Verein eine Geldstrafe verhängt. Wohl die richtige Maßnahme, gewann der FCA doch mit 4:0.

Am Dienstag hatte Stefan Reuter den aufmüpfigen Mittelfeldspieler nun zum Rapport bestellt. In der Pressemitteilung schreibt der FCA von "guten Gesprächen", in denen man die Sache "aus der Welt geräumt" hätte. Das Ergebnis dieser Gespräche ist, dass Nationalspieler Gregoritsch ab Mittwoch wieder normal mit der Mannschaft trainiert.

Gregoritsch: "Ich möchte mich beim FCA entschuldigen"

Gregoritsch ließ sich in der Vereinsmitteilung mit reumütigen Worten zitieren: "Ich möchte mich beim FCA, der Mannschaft und auch den Fans entschuldigen für meine Äußerungen und vor allem für die Art und Weise, wie ich vorgegangen bin." Anscheinend hat er eingesehen, dass seine Methode nicht die richtige war: "Ich hätte meinem Ärger über meine persönliche Situation nicht über die Öffentlichkeit Luft verschaffen dürfen, sondern hätte dies intern ansprechen müssen", heißt es weiter. Er bedaure das sehr, "zumal ich schon im Sommer sehr gute Gespräche mit der FCA-Vereinsführung hatte, in denen sich der FCA immer sauber und korrekt verhalten hat. Ich werde nun den Blick nach vorne richten, um mich sportlich anzubieten und alles für den Erfolg der Mannschaft zu tun."

Stefan Reuter zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden. "Die Gespräche mit Michael Gregoritsch waren offen und ehrlich", sagte der Weltmeister von 1990. "Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass Michael sein Vorgehen bereut. Er hat sich dafür entschuldigt." Weiter wird er zitiert: "Er weiß, dass sein Verhalten in einem Mannschaftssport nicht richtig war. Daher werden wir ihm die Chance geben, eine sportliche Antwort auf dem Rasen zu geben."

Fällt die überzeugend aus, wäre beiden Parteien geholfen. Der FCA könnte wieder von den sportlichen Qualitäten Gregoritschs profitieren. Die hatte er besonders in der Saison 17/18 gezeigt, als er mit 13 Treffern FCA-Torschützenkönig wurde. Danach zeigte das Formbarometer aber kontinuierlich nach unten. Dennoch vertraute Trainer Schmidt zu Saisonbeginn auf Gregoritsch. Doch nach dürftigen Leistungen verlor der Linksfuß seinen Stammplatz im offensiven Mittelfeld.

Gregoritsch steigt beim FCA wieder in Trainingsbetrieb ein

Jetzt würde sich Gregoritsch auch selbst sehr helfen, wenn er wieder für sportlich positive Schlagzeilen sorgen würde. Denn die Frage darf erlaubt sein, ob sich seine Zukunftsplanung nach dem Schlichtungsgespräch grundsätzlich geändert hat. "Für mich ist jetzt klar, dass ich im Winter aus Augsburg weg bin", hatte er nämlich vor ein paar Tagen noch erklärt. In verschiedenen Medien wurden in den Tagen vor der Begnadigung schon potenzielle Abnehmer genannt: Düsseldorf, sogar der Name Schalke wurde in den Ring geworfen. Das seriöseste Spekulationsobjekt dürfte wohl Werder Bremen sein. Denn die Hanseaten hatten sich schon im Sommer mit dem gebürtigen Grazer beschäftigt. Zum Transfer kam es aber nicht.

Ob Gregoritsch schon am Samstag (15.30 Uhr) beim Vorletzten 1. FC Köln Werbung in eigener Sache betreiben darf, bleibt abzuwarten. Erst einmal wird Gregoritsch wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen. Allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Einheiten bis zum Samstag sind alle nicht öffentlich.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Im Fall Gregoritsch muss der FCA nun klug vorgehen.

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