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Sport in Augsburg

26.03.2020

Sportstätten geschlossen: Wieso darf nur der FCA trainieren?

Die Sportstätten sind überall gesperrt. Trotzdem darf der FC Augsburg sein Training wieder aufnehmen.
Bild: Karl Aumiller

Plus Bundesligist FC Augsburg ist zurück auf dem Rasen, Leichtathlet Aleksandar Askovic wird das alleinige Laufen im Rosenaustadion verwehrt. Wie kann das sein?

Das Leben in den Sportvereinen steht still, nur der FC Augsburg trainiert und kann sich über Regeln hinwegsetzen – dieser Eindruck herrscht aktuell bei einigen Verantwortlichen in Sportklubs, aber auch bei Lesern unserer Redaktion. Einer schrieb in diesem Zusammenhang von der „größten Unverschämtheit in der Corona-Zeit“. Genießt der FCA tatsächlich einen Sonderstatus?

FCA hat laut Stadt "Betriebsplatz" und keinen Sportplatz

Gesperrt sind wegen des Coronavirus' alle Sportanlagen. Rein rechtlich finden die Einheiten der FCA-Profis aber nicht auf einer solchen statt, sondern auf einem „Betriebsplatz“. Diese Einstufung nahm die Stadt vor. Auf eine Anfrage unserer Redaktion, wie es dazu kommt und ob auch andere Vereine ihre Anlagen als „Betriebsplätze“ deklarieren können, reagierte das zuständige Ordnungsreferat bisher nicht.

Bundesligisten bewegen sich rechtlich wohl auf dünnem Eis. Die Beschränkungen, nach denen größere Zusammenkünfte von Personen deutschlandweit untersagt sind, haben laut Sportjurist Martin Gutzeit „weitreichende Konsequenzen für den deutschen Fußball“. Das sagte er dem WDR. Nur zwingende, berufliche Gründe rechtfertigen Ausnahmen. Aus Sicht von Gutzeit liegen die bei Bundesliga-Mannschaften nicht vor. Andere Augsburger Vereine und Einzelsportler sind derzeit kaum sportlich aktiv – oder zumindest anders als gewohnt.

Leichtathlet Askovic darf nicht im Rosenaustadion trainieren

Leichtathlet Aleksandar Askovic von der LG Augsburg kann lediglich seine Runden um den Kuhsee drehen, aber nicht im Rosenaustadion, wo die Bedingungen besser wären. Der 22-jährige Sprinter, der sich zeitweise Hoffnungen auf Olympia in Tokio gemacht hatte, will seinem Betreuer zufolge einen Antrag beim Ordnungsreferat stellen, um dies zu ändern. Es sei schwer verständlich, dass er die Laufbahn nicht einmal allein nutzen kann. Betroffen ist auch die 17-jährige Augsburgerin Luisa Treml, die für die noch nicht abgesagte U20-WM in Nairobi trainiert.

Leichtathlet Aleksandar Askovic darf nicht im Rosenaustadion laufen.
Bild: Ulrich Wagner

Für die Handball-Damen vom TSV Haunstetten ist die Spielzeit beendet, ihre Drittliga-Saison abgesagt. „Training wäre trotzdem notwendig, aber wir müssen jetzt damit leben“, sagt Abteilungsleiter Herbert Vornehm. Die Anlage des Vereins gilt als Betriebsplatz. Vornehm meint: „Ich sehe nicht, dass wir ab April wieder in die Halle können.“ Verständnis dafür, dass der FCA trainieren darf, hat er nicht: „Das ist nicht richtig. Was wollen die machen mit 1,5 Metern Abstand?“

Augsburger Olympia-Kanuten pausieren bis Ostern

Die Drittliga-Volleyballerinnen von der DJK Hochzoll können ebenfalls kein Training machen. „Unsere Sportstätte ist gesperrt“, sagt Teammanagerin Sonja Meinhardt. Da die Spielzeit im Volleyball aber nicht zu Ende gespielt wird, sei die Situation zu verschmerzen. Ab Mai soll die Mannschaft mit Einheiten im Beachvolleyball wieder fit werden. „Ob das geht, ist natürlich fraglich“, sagt Meinhardt.

Im Kanusport ist für Hobbyathleten Pause angesagt. Anders sieht es bei den Leistungssportlern aus. Sie haben sich bis zur Olympia-Verschiebung auf das Großereignis vorbereitet – auch im Eiskanal. Aus Augsburg betrifft das Hannes Aigner, Sideris Tasiadis und Ricarda Funk. „Dabei wurden alle Vorgaben umgesetzt. Es hat nur Einzeltraining stattgefunden“, betont der Sportdirektor des Deutschen Kanu-Verbands, Jens Kahl. Bis Ostern haben die Sportler nun frei.

Die Augsburger Kanuten um Hannes Aigner machen bis Ostern Pause.
Bild: dpa

Wie lange die Sportanlagen gesperrt bleiben, ist offen. Einzig die Verantwortlichen im Fußball versuchen, die Spielzeit zu beenden. Der Bayerische Fußball-Verband plant dies ab 19. April. Der FCA startet nicht vor Anfang Mai wieder in den Bundesliga-Spielbetrieb – darf aber bis dahin fleißig trainieren.

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26.03.2020

..
Es mutet einen schon befremdlich an, wie manchen
Fällen geeignete Etiketten aufgeklebt werden, um
zu "rechtfertigen", was eigentlich nicht sein darf.

Beim Thaikönig "einzige homogene Personengruppe,
bei der keine Fluktuation vorliegt",

beim FCA "Betriebsplatz"

Ach ja - "Jeder Fußballer möchte doch den Ball am
Fuß haben....."

Geht`s noch ??

Wer möchte nicht auch etwas anderes tun statt daheimzubleiben ?!

.

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