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FC Augsburg

13.05.2020

Vor dem Bundesliga-Restart: So lebt es sich im Quarantäne-Hotel des FCA

Rani Khedira liest und telefoniert viel im Teamhotel des FC Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Plus Gefrühstückt wird einzeln am Tisch, einige spielen Playstation, die anderen Stadt, Land, Fluss: Rani Khedira berichtet aus dem Mannschaftshotel des FC Augsburg.

Idyllisch ist es hier. In Bobingen, nur wenige Kilometer vom Trainingsgelände und der WWK-Arena entfernt, ist der FC Augsburg in seinem Teamhotel untergebracht. Wie eigentlich vor jedem Heimspiel, diesmal allerdings unter ganz besonderen Bedingungen. Eine Woche vor dem ersten Spiel muss jeder Bundesligist in Quarantäne.

Manche, wie Union Berlin, sind weit aus der Hauptstadt raus, um Ruhe zu haben. Der 1. FC Köln hat sich ein Quartier mitten in der Stadt ausgesucht, was den ein oder anderen Besuch von Fans vor dem Hotel zur Folge hat. Der FC Augsburg ist dorthin, wo er sich auskennt. Und wo er sich wohlfühlt. Ruhig ist es hier, wenige Kilometer außerhalb von Augsburg.

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Bundesliga in Quarantäne: Ein eigenes Gebäude nur für den FC Augsburg

Seit acht Jahren ist das Hotel Schempp in Bobingen das Teamhotel des FCA, wie es auch auf den Glastüren am Eingang zu lesen ist. Links neben dem Hoteleingang liegt ein türkischer Imbiss, der gerade geschlossen hat. Noch ein Stück weiter ist ein Supermarkt. Rechts liegt ein kleiner Lotto-Toto-Laden. Der Vorteil dieses Standorts: Der FC Augsburg hat ein eigenes Gebäude, das nur für ihn reserviert ist. Da fällt es leichter, all die Hygienevorschriften einzuhalten, die die Deutsche Fußball Liga (DFL) vorschreibt. Spieler und Trainerteam sind nämlich in Quarantäne.

Bis am Samstag das erste Heimspiel nach der Corona-Pause gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) ansteht, werden die Augsburger Fußballer hier mindestens untergebracht sein. "Es ist sehr ungewöhnlich, wenn du in deiner Stadt im Hotel bist. Bis jetzt ist es noch in Ordnung, wir haben noch keinen Lagerkoller. Wir nutzen die Zeit gut, das Trainerteam war sehr einfallsreich. Sie lassen uns immer etwas Freizeit, versuchen aber, dass wir viel Zeit am Stadion verbringen", sagt Rani Khedira.

FCA-Spieler tragen Mundschutz auf dem Weg ins Stadion

Sobald die Spieler das Zimmer verlassen, müssen sie Mundschutz tragen. Beim Frühstück sind sie in Gruppen aufgeteilt. "Die Frühaufsteher gehen früher, die Langschläfer später. Die Tische sollen nur einzeln benutzt werden", sagt Khedira. Auf der Fahrt zum Stadion wird wieder Mundschutz getragen. "Obwohl alle negativ getestet sind, ist es wichtig, dass die Maßnahmen in Fleisch und Blut übergehen", sagt Khedira.

Die freie Zeit im Hotel sollen die Spieler einzeln verbringen oder, falls in kleinen Gruppen, immer mit Mindestabstand. "Ich verbringe meine Zeit im Zimmer und lese oder telefoniere", sagt Khedira. Playstation spielt der Mittelfeldakteur nicht, "das habe ich schon seit Jahren nicht mehr", sagt er. Und zur Stadt-Land-Fluss-Gruppe, die Philipp Max und Marco Richter gegründet haben, zählt er auch nicht. "Da bin ich noch nicht eingeladen worden", sagt Khedira und lacht.

Die meiste Zeit des Tages verbringen die Spieler ohnehin rund um das Stadion. In der vergangenen Woche wurden die Beschränkungen für das Training der Bundesligisten gelockert. Bis dahin waren nur Einheiten in kleinen Gruppen und mit Abstand möglich. Nun findet das Training wieder unter normalen Bedingungen statt, also mit Spielformen und Zweikämpfen. "Es war ungewohnt nach den vielen Wochen, in denen wir nur in Kleingruppen trainiert haben. Man hat gespürt, welch aufregende Energie da war. Jeder wollte sich zeigen und war mit vollem Elan auf dem Platz. Es hat Spaß gemacht, wieder Spielformen zu machen. Es gab auch wieder Situationen, in denen man unter Druck gerät. Darauf hat jeder gewartet", sagt Khedira.

Augsburger müssen sich an die Belastung in der Bundesliga herantasten

Am Freitag spielten die Augsburger im Stadion erstmals Elf gegen Elf. Hinterher gestand Marco Richter, dass ihm nach 70 bis 75 Minuten schon so langsam die Puste ausgegangen sei. "Dann ist Marco schon fit, wenn er erst nach 70 Minuten angefangen hat, zu schnaufen", sagt Khedira und lacht. "Es ist eine ganz andere Belastung, die wir jetzt in den Spielen wieder haben werden. In den Wochen zuvor konnten wir quasi nur Läufe machen oder Sprints, aber nie spiel- oder wirklich realitätsnah trainieren. Man muss wieder seinen Rhythmus finden", sagt Khedira.

Bis zum Spiel gegen Wolfsburg bleiben nur noch wenige Tage. Es wird spannend sein, welchem Team Heiko Herrlich am Samstag vertraut. Bislang lässt er sich nicht in die Karten schauen. Wohl auch, um Wolfsburg zu überraschen.

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