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FC Augsburg

13.02.2020

Warum Niederlechner gegen Freiburg im Blickpunkt steht

So kennt man Florian Niederlechner: Er lässt seinen Emotionen beim Torjubel freien Lauf.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Der Stürmer des FCA ist nach dem Spiel gegen den SC Freiburg ins Aktuelle Sportstudio eingeladen. Auch darum erwartet Trainer Schmidt eine besondere Leistung.

Am Samstag nach dem Spiel wird es Florian Niederlechner eilig haben. Dann wird der Stürmer des FC Augsburg mit einem Flieger, den das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) gechartert hat, nach Mainz geflogen, zum „Aktuellen Sportstudio“. Eine Einladung in das sportliche Flaggschiff des öffentlichen Fernsehens ist auch im Zeitalter der Bezahlsender Sky und DAZN für jeden Bundesligaspieler immer noch eine Ehre. Und es verwundert nicht, dass am Samstag ausgerechnet Niederlechner von der Redaktion ausgewählt wurde.

FCA gegen Freiburg: Gelingt Niederlechner ein Tor gegen die alten Kumpels?

Erstens spielt (15.30 Uhr/Sky) der FCA gegen den SC Freiburg, seinem Ex-Klub. Erst vor dieser Saison war der 29-Jährige von der Dreisam an den Lech gewechselt und dann gehört der 29-Jährige zu den Überraschungen in der Bundesliga. Mit 20 Scorer-Punkten (elf Toren und neun Pässe) ist er hinter Timo Werner (20+6) zweitbester deutscher Stürmer. Schon in der Vorrunde hatte Niederlechner im Hinspiel in Freiburg beim 1:1 den Ausgleich erzielt. Auf ein Tor seines Stürmers hofft diesmal auch FCA-Trainer Martin Schmidt wieder: „Das sind doch alles seine Kumpels und da willst du mit einem Tor doch dokumentieren, dass du es kannst.“

Florian Niederlechner lebt das schnelle Umschalten des FC Augsburg

Und Schmidt erwartet nach dem 0:5 in Frankfurt eine Reaktion – auch von Niederlechner. Er hat sich in dieser Saison zu einem seiner Führungsspieler entwickelt. In allen 21 Spielen stand er in der Startelf. Wenn man von der Augsburger Offensive spricht, spricht man in diesen Wochen nicht über WM-Teilnehmer Alfred Finnbogason, sondern über den gelernten Industriekaufmann aus dem Dorf Hohenlinden nahe dem oberbayerischen Ebersberg.

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Er ist der erste Verteidiger des FCA, lebt wie kein anderer das schnelle Umschalten und das Pressing in vorderster Linie. Ein Mentalitätsmonster eigentlich, doch auch er muss sich für die teilweise erschreckenden Auflösungserscheinungen in dieser Saison in Gladbach (erste Hälfte) und in Frankfurt mitverantworten.

Niederlechner muss das Team des FC Augsburg anführen

Deshalb nimmt ihn sein Trainer vor dem Spiel gegen Freiburg besonders in die Pflicht. Er müsse das Team jetzt weiter anführen, nicht nachlassen bei den Läufen gegen den Ball und ohne den Ball. „An dem wird er gemessen, das weiß er und das wird er auch gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber dokumentieren.“ In der Rubrik „Intensive Läufe“ zählt er zu den Top Zwanzig der Liga, mit seiner Laufdistanz von 232 Kilometern ist er sogar Sechster. Eine Entwicklung, die so nicht abzusehen war, und die ganz eng mit Freiburgs Trainer Christian Streich und mit Martin Schmidt zusammenhängt.

Noch vor zehn Jahren hatte Niederlechner mit einer Profikarriere abgeschlossen. „Da habe ich keine Sekunde daran gedacht, dass ich mal in der Bundesliga lande. Ich habe am Tag fünf Latte macchiato getrunken, am Nachmittag gab es immer einen Döner oder eine Pizza. Und wenn am Donnerstag irgendwo eine gute Party war, bin ich da auch noch weggegangen“, sagte Niederlechner vor kurzem in einem Interview des Audio-Portals Amazon.

Auf dem Weg zum Profi nahm Niederlechner einen Umweg

Damals spielte er beim Bayernligisten FC Ismaning. Erst mit 20 wechselte der gelernte Industriekaufmann, der in der B-Jugend beim TSV 1860 ausgemustert worden war, zum Drittligisten SpVgg Unterhaching in den Profifußball. Beim Zweitligisten FC Heidenheim wurde dann Bundesligist FSV Mainz 05 auf den Stürmer aufmerksam. 2015 wechselte er nach Mainz und zu Trainer Martin Schmidt. „Ich war noch nicht so weit“, erklärte Niederlechner in einem früheren Interview. Nach nur einem halben Jahr machte er einen Schritt zurück – zum Zweitligisten SC Freiburg. Und dort formte Christian Streich den dynamischen, aber teilweise unorthodox daherkommenden Stürmer zu einem Spezialisten im Spiel gegen den Ball.

Florian Niederlechner ist ein Top-Transfer für den FCA

Und hätte sich Niederlechner nicht im November 2017 die Kniescheibe gebrochen, wäre vielleicht alles anders gelaufen. So kam er beim SC Freiburg nicht mehr so richtig in Fahrt und im Sommer wechselte er für geschätzte 2,5 Millionen Euro Ablöse zum FCA. Neben Ruben Vargas einer der Top-Transfers von Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter.

Beim 0:5-Debakel in Frankfurt lief aber alles schief. Gegen Freiburg gibt es die Chance zur Wiedergutmachung. Und Niederlechner will sie mit einer extra Portion Motivation nutzen, ist sich Trainer Martin Schmidt sicher: „Jeder weiß, dass vorher was kommen muss. Denn keiner will mit einer Niederlage da hin oder etwas über ein schlechtes Spiel erzählen.“

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