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FC Augsburg: So hat Baum den Umschwung mit dem FCA geschafft

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So hat Baum den Umschwung mit dem FCA geschafft

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    Daumen hoch von Manuel Baum: Dem FCA-Übergangstrainer gefiel, was er am Samstag gesehen hat.
    Daumen hoch von Manuel Baum: Dem FCA-Übergangstrainer gefiel, was er am Samstag gesehen hat. Foto: Markus Fischer, Witters

    Manuel Baum suchte den Kontakt. Bereits vor Spielbeginn stand der 46-Jährige am Zaun der Fantribüne. Der Übergangstrainer des FC Augsburg sprach lange mit den Anhängern. Er bat um Unterstützung, darum, dass man an diesem wichtigen Nachmittag zusammenstehe. Ihm war bewusst, dass die Augsburger Situation in der Fußball-Bundesliga prekär war.

    Baum hatte Anfang der Woche das Traineramt von Sandro Wagner übernommen. Kurzfristig bis Weihnachten, für drei Partien also. Gleich die erste endete mit einem 2:0-Erfolg durch die Tore von Dimitrios Giannoulis (6.) und Anton Kade (28.) erfolgreich. Ein Befreiungsschlag für zuvor verunsicherte Augsburger. Einer der ersten Gratulanten am Samstagabend war Wagner. Er habe sich für Mannschaft und Team gefreut, erzählte Geschäftsführer Michael Ströll.

    Baum hatte vor sechs Jahren sein Traineramt beim FC Augsburg verloren, nun ist er zurück. Im Verein seit Sommer als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation. Und seit einer Woche als Übergangstrainer. Kurz vor Spielbeginn stand er vor der Trainerbank. Viele Fotografen um sich herum, wie es in solchen Momenten üblich ist.

    Der FCA spielte mit einem anderen Energielevel

    Der 46-Jährige winkte in viele Richtungen. Man kennt sich in Augsburg. Und man weiß, was man aneinander hat. Baum hatte es in wenigen Tagen geschafft, die Augsburger Mannschaft mit einem anderen Energielevel auf den Platz zu schicken. Mit mehr Einsatz und Aggressivität. Mit einer Herangehensweise, die im Vergleich zu Vorgänger Sandro Wagner deutlich einfacher war.

    „Keep ist simple“ – halte es also einfach, so hatte es der Übergangstrainer schon vor dem Spiel angekündigt. Und er hielt sich daran. Der FCA verteidigte kompakt, hatte bei mehreren Pfosten- oder Lattentreffern allerdings auch Glück und zeigte sich im Angriff effizient. „Ich hatte das Gefühl, das war ein richtiger Flow heute, den man von außen genießen konnte“, sagte Baum.

    Aber wie hatte er den Umschwung geschafft? Vor allem, dass zuvor wankende Spieler plötzlich wieder Lust auf Einsatz und Engagement hatten? „Am Schluss sind die Jungs da draußen, die spielen. Ich begleite sie nur“, sagte er, „wenn man das Spiel gesehen hat, hat man gespürt, dass sie sich miteinander verbunden haben.“ Baum vermittelte ihnen eine Sicherheit, aus der sie Stärke zogen.

    Baum hatte seine Startformation auf drei Positionen verändert. Auffällig war vor allem seine Wahl für die Sturmspitze, in der Anton Kade begann. Eine Idee, die womöglich überraschte, aber Erfolg brachte. Weil Kade nicht nur einen Treffer erzielte, sondern auch mit seinem Anlaufverhalten und den Sprints in die Tiefe Leverkusen Probleme bereitete. Baum hatte auch mit einem neuen Kapitän überrascht. Keven Schlotterbeck war bislang nicht in der Reihe der Vertreter von Jeffrey Gouweleeuw. Baums Wahl fiel dennoch auf ihn. „Er gibt der Mannschaft Energie und kann das ein oder andere Wörtchen mit dem Schiedsrichter wechseln“, sagte Baum.

    Einige Namen von der Trainerliste sind schon gestrichen

    Der Nachmittag entwickelte sich von Beginn an in die Augsburger Richtung. Weil Leverkusen den ersten groben Fehler von Noahkai Banks nicht nutzte. Weil Giannoulis den ersten Angriff mit dem Führungstreffer vollendete. So war der Befreiungsschlag möglich. Und ein fast rundum gelungener Nachmittag.

    Allerdings gab es auch Nebengeräusche. Mit Plakaten kritisierten einige Fans die Vereinsführung wegen mancher Entscheidungen in den vergangenen Monaten. Die Kritik richtete sich vornehmlich an Geschäftsführer Michael Ströll und Präsident Markus Krapf. „Die Fans haben das Recht dazu. Wir leben das in Augsburg, dass wir uns die Dinge offen und ehrlich sagen“, sagte Ströll am Sonntag.

    Missstimmung können sie in Augsburg momentan nicht brauchen. Erst recht nicht nach einem solchen Samstag, der den sportlichen Umschwung zumindest eingeleitet hat. Auch wegen Baum, der einen ungewohnten Nachmittag hinter sich gebracht hatte. Einen, der die Stimmbänder gefordert hatte, weil der 46-Jährige das ständige Rufen und Kommandieren von außen in dieser Form nicht mehr gewohnt war.

    Trotz des erfolgreichen Auftakts wird Baum Stand jetzt nach dem Heimspiel gegen Bremen auf seine bisherige Position zurückkehren. Weil klar besprochen, wie Benjamin Weber hinterher bestätigte. Zusammen mit Michael Ströll sucht der Sportdirektor nach einem neuen Trainer. Ein festes Datum, wann der bekannt gegeben werden soll, haben sich die Augsburger nicht gesetzt. „Wir wollen proaktiv sein und nicht planlos“, sagte Weber am Samstag, „wir suchen den richtigen für unsere Ausrichtung.“ Es gebe eine Liste, die nun abgearbeitet werde. Ein paar Kandidaten seien schon gestrichen, so Weber.

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