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FC Augsburg
25.11.2019

Trotz des positiven Laufs: Unter der Oberfläche brodelt es beim FCA

Beim FCA herrschte nach dem 4:0-Erfolg gegen Berlin nicht nur Jubel. Es gab nach dem Spiel auch kritische Töne - Trainer Martin Schmidt muss aufpassen, dass die Stimmung nicht kippt.
Foto: Matthias Balk, dpa

Die Leistungsträger des FCA machen keinen Hehl aus ihrer Unzufriedenheit. Jetzt müssen Trainer und Manager zeigen, dass sie damit umgehen können.

Jetzt war es nicht so, dass die Verantwortlichen des FC Augsburg nach dem 4:0-Heimerfolg gegen Hertha BSC Berlin nur mit einer Trauermiene herumgelaufen wären. Ganz und gar nicht. Trainer Martin Schmidt hatte fast jeden seiner Spieler nach dem Schlusspfiff geherzt, die FCA-Profis feierten dann auch vor der Uli-Biesinger-Tribüne, sogar Alfred Finnbogason stand, die lädierte Schulter mit einer Armschlinge entlastet, mittendrin.

Schließlich hatte sich der FCA mit dem zweiten Zu-null-Sieg in Folge nach dem 1:0 in Paderborn nicht nur auf Platz zwölf der Liga vorgepirscht, sondern, was fast noch wichtiger ist, sich sechs Zähler Abstand auf den ersten direkten Abstiegsplatz erarbeitet.

FCA-Trainer Schmidt sieht das Team auf dem richtigen Weg

Nach dem schwachen Saisonstart hat sich der FCA stabilisiert. Und so versuchten Trainer Martin Schmidt und Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter in der Mixed-Zone doch die positiven Aspekte am späten Sonntagnachmittag herauszuarbeiten. „Im September wurden wir belächelt, im Oktober haben wir langsam gepunktet und die letzten zwei Spiele haben gezeigt, dass es der richtige Weg ist“, sagte Schmidt. „Wir haben die letzten vier Spiele dreimal zu null gespielt“, stellte Reuter zufrieden fest. „Das ist ein deutliches Zeichen, die Mannschaft steht kompakter und wie gut sie Fußball spielen kann, hat man gesehen, als der Druck abgefallen war. Wir hätten sicher das eine oder andere Tor machen können.“

Stimmt alles, doch schon nach kurzer Zeit fanden sich die zwei sportlichen Entscheider in der Verteidigungsposition wieder. Denn die Spieler, die sich eine halbe Stunde zuvor den Fragen der Journalisten gestellt hatten, hatten den Jubelmodus mit Eintritt in die Katakomben abgedreht. Torschütze André Hahn ließ keinen Zweifel, dass er mit seiner Reservistenrolle zuletzt unzufrieden war: „Das ist extrem frustrierend. Immer den Kopf oben zu behalten und bester Laune zu sein.“ Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw, der erstmals in dieser Saison von Beginn an spielte, grummelte: „Es hat meiner Meinung nach zu lange gedauert“, und stellte klar: „Wenn ich fit bin, muss ich spielen.“

Der Trainer muss seine Personalentscheidungen besser kommunizieren

Unter der Oberfläche köchelt es beim FCA weiter. Auch Stürmer Alfred Finnbogason hatte vor seiner Verletzung geäußert, dass er sich nicht als Ersatzspieler sieht. Dieses Reizklima ist durchaus gewollt. So hatte die sportliche Führung im Sommer mit einem Dutzend Neuzugängen bewusst die bestehenden Hierarchien aufgebrochen. Der Konkurrenzkampf sollte die Leistung fördern. Doch ohne feste Strukturen fand das Team zu Beginn der Saison nicht in die Spur. Die vorgesehenen Stützen wie ein Michael Gregoritsch oder ein Stephan Lichtsteiner trugen nicht. Erst mit dem Comeback der Leitwölfe wie Daniel Baier, Alfred Finnbogason, oder jetzt auch Jeffrey Gouweleeuw kam der Erfolg zurück.

Schmidt weiß, dass er in den nächsten Wochen seine Personalentscheidungen besser kommunizieren muss als zuletzt. Die Qual der Wahl zieht sich bald durch alle Mannschaftsteile. Es wird weiter Härtefälle geben. Schmidt gibt sich durchaus lernbereit: „Die Moderation dieses tollen Kaders liegt jetzt an mir und an der sportlichen Leitung. Wir müssen dies in gute Bahnen und ein Positivität lenken.“

Manager Reuter erwartet von den Spielern Geduld und dass sie ihre Antwort auf dem Rasen geben. „Auf Dauer wird kein Trainer der Welt an Qualität vorbeigehen. Wenn du die Woche für Woche unter Beweis stellst, dann ist es eine Frage der Zeit, wann die Chance kommt. Und dann musst du da sein.“ Finnbogason, Gouweleeuw und Hahn lieferten erst auf dem Trainingsplatz und später auf dem Spielfeld Leistung und sprachen dann. Michael Gregoritsch hatte seine sportliche Chance nicht genutzt und moserte hinterher. Durchaus ein Unterschied.

Nun soll es zum klärenden Gespräch zwischen Reuter, Schmidt und dem suspendierten Österreicher kommen. Zeigt Gregoritsch Einsicht, steht ihm die Tür für eine Rückkehr in den Kader offen. „Ab Dienstag hat er eine sehr große Chance, wieder dabei zu sein“, meinte Reuter. „Wir werden Gregoritsch definitiv brauchen, weil er super Qualität hat.“ Die muss er aber auch zeigen.

Lesen Sie dazu auch: Philipp Max zur Unruhe beim FCA: "Es war nicht das erste Mal"

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