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FC Bayern München

12.12.2019

Bayerns Pechvogel kommt glimpflich davon: Comans Glück im Unglück

Kingsley Coman musste frühzeitig das Feld mit einer Knieverletzung verlassen. Er fällt allerdings nicht allzu lange aus.
Bild: Lennart Preiss, dpa

Der FC Bayern freut sich nach dem 3:1-Erfolg gegen Tottenham mehr über die vergleichsweise harmlose Verletzung von Kingsley Coman als über eine Bestmarke.

Am Laufschritt von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt lässt sich wenig ablesen. Der Mann ist Mediziner und eilt immer dann herbei, wenn sich ein Spieler mit dem Emblem des FC Bayern auf der Brust am Boden wälzt. Weil wälzende Bayern per se immer einen Notfall bedeuten könnten, sprintet der Arzt auch noch mit 77 Jahren zu seinen weitaus jüngeren Patienten, als gelte es, Rekorde von Usain Bolt (der natürlich auch zu seinem Patientenstamm gehört hatte) zu brechen. Als Müller-Wohlfahrt am Mittwochabend wehenden Haares die Außenlinie entlangrannte, war für Fans und Verantwortliche der Münchner daher noch keine erhöhte Besorgnis angezeigt.

Kingsley Coman liegt eher einmal zu oft als zu selten am Spielfeldrand. Etliche Verletzungen in seiner immer noch jungen Karriere haben den 23-Jährigen vorsichtig werden lassen. Er kann seinem Körper schlicht nicht bedingungslos trauen – schlechte Voraussetzungen für einen Berufssportler. Als allerdings Joshua Kimmich die Hände vor das Gesicht schlug, schwante auch den restlichen Bayern, dass sich Coman ein weiteres Mal schwerer verletzt haben könnte. "Ich glaube, er dachte im ersten Moment auf jeden Fall, dass etwas kaputt ist", sagte Kimmich nach dem 3:1-Erfolg gegen Tottenham. "Ich habe mich erschrocken, weil ich dann in seine Augen geguckt habe."

Der FC Bayern befürchtete bei Coman Schlimmes

Coman hatte in der 24. Minute sein Bein kurzzeitig auf absurde Weise durchgestreckt, als er dem Ball hinterherlief. Trainer Hansi Flick sagte nach dem Spiel, dass ein "Schatten auf dem Sieg" läge. Da wusste der Trainer noch nicht, dass sein Offensivmann verhältnismäßig glimpflich davongekommen war. Noch in der Nacht auf Donnerstag verbreiteten die Münchner die frohe Kunde. Müller-Wohlfahrt hatte einen" Kapseleinriss im linken Knie" diagnostiziert. Zudem seien die Bizepssehne gezerrt und das Kniegelenk gestaucht. Welch profaner Befund für einen Mediziner, der dem lange Zeit unbekannten Syndesmoseband erst zu Bekanntheit verhalf und in einem Standardwerk ein "Sofort-Programm gegen Freie Radikale" versprach. Welch glückliche Nachricht, wenn doch ein Totalschaden im Knie befürchtet worden war.

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Coman wird dieses Jahr nicht mehr spielen, die Partien gegen Bremen, Freiburg und Wolfsburg verpassen. Er wird allerdings nicht weite Teile der restlichen Saison verpassen. Die Sorgen um Coman verdeutlichten allerdings, wie risikoreich der Kader zusammengestellt ist. Denn auf den offensiven Außenpositionen genügt außer Coman und Serge Gnabry kein weiterer Münchner Spieler gehobenen internationalen Ansprüchen. Thomas Müller hat ebenso wie Philippe Coutinho seine Stärken im Zentrum. Ivan Perisic ist gewiss eine gute Alternative in der Bundesliga. Mainz aber ist nicht Real Madrid. Die Spanier aber sind einer der möglichen Kontrahenten für das Achtelfinale der Champions League. Ausgelost wird kommenden Montag, gespielt im Februar und März. Dann dürfte Coman seine Verletzung auskuriert haben.

Den lockeren Sieg gegen Tottenham schossen Coman noch vor seiner Auswechslung, Müller und der diesmal belebend wirkende Coutinho heraus. Die Londoner mochten sich deswegen nicht grämen.

Mit ein wenig Zutun der Losfee könnte es im Viertelfinale zu einem abermaligen Duell mit Tottenham kommen. Trainer José Mourinho hätte nichts dagegen. "Dann treffen wir uns zu einem richtigen Spiel", sagte der Coach, der am Mittwochabend zahlreiche Nachwuchskräfte eingesetzt hatte.

Diese Partie nämlich diente eher statistischer Freuden. So dürfen die Münchner für sich nun in Anspruch nehmen, mit 18 Punkten und einem Torverhältnis von 24:5 das beste Vorrundenteam aller Zeiten in der Champions League zu sein. Eine Tatsache, deren Nebensächlichkeit beinahe zur kompletten Irrelevanz geraten wäre.

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