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FC Bayern

16.08.2019

Die Bayern verpatzen den Start und holen Philippe Coutinho

Der FC Bayern München hat Philippe Coutinho vom FC Barcelona ausgeliehen.
Bild: Manu Fernandez, AP/dpa

Jahrelang gewann der FCB seine Auftaktspiele – gegen Berlin gab es nur ein Remis. Dafür hat die Liga einen neuen Star: Coutinho kommt vom FC Barcelona.

Es gab schon Spielzeiten, in die der FC Bayern optimistischer gestartet ist. Die Vorbereitung war geprägt vom Stau auf dem Transfermarkt, der Kader ist selbst nach Ansicht einiger Führungsspieler viel zu klein und in Dortmund gibt es einen Konkurrenten, der nach einhelliger Meinung alles richtig gemacht hat. Das alles sind Faktoren, die durchaus auf die Stimmung schlagen können.

Auch die Siegesserie der Bayern zum Bundesligastart riss: Am Freitagabend kam die Mannschaft von Niko Kovac im Auftaktspiel der Bundesliga gegen Hertha BSC nicht über ein 2:2 hinaus. Davor hatte der FC Bayern bei elf Eröffnungsspielen fast immer gewonnen. Lediglich im Jahr 2008 kam der FCB nur zu einem 2:2 – damals gegen den HSV. Zumindest auf dem Transfermarkt gelang dem FCB ein Erfolg: Per Leihe wurde Philippe Coutinho vom FC Barcelona verpflichtet.

Die Ersatzbank der Bayern: Vier Spieler aus dem Drittligateam

Wie dünn die Personaldecke der Münchner ist, offenbarte ein Blick auf die Ersatzbank: Dort nahmen mit Kwasi Wriedt, Paul Will, Lukas Mai und Sarpreet Singh Spieler aus der zweiten Mannschaft Platz. Selbst Rekordeinkauf Lucas Hernandez, der erst vor kurzem mit dem Mannschaftstraining begonnen hatte, war dabei. Leon Goretzka hatt sich kurz vor Anpfiff mit Oberschenkelproblemen abgemeldet, der frisch verpflichtete Ivan Perisic war wegen einer noch in Mailand erhaltenen Gelbsperre keine Option.

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Wahrscheinlich bekommt Niko Kovac bald einen neuen Spieler: Der französische U20-Nationalspieler Michael Cuisance soll von Borussia Mönchengladbach kommen. Ob der 20-Jährige aber sofort eine Verstärkung ist, ist fraglich: In der vergangenen Saison kam er am Niederrhein zu elf Einsätzen, nur einer davon war über die vollen 90 Minuten.

Corentin Tolisso vergab die große Chance zum 3:2-Sieg für die Bayern. Am Ende teilten sich die Münchner und die Hertha beim 2:2 die Punkte.
Bild: Matthias Balk, dpa

Eine gänzlich andere Kategorie ist Philippe Coutinho vom FC Barcelona. Der Brasilianer, der schon nicht mehr im Kader des FC Barcelona im Ligaauftakt stand, wird per Leihe zum FC Bayern wechseln. Das bestätigte Trainer Niko Kovac nach Spielende: „Er ist ein toller Spieler, auf den wir und die Liga uns freuen dürfen.“ Der Brasilianer war vor eineinhalb Jahren für 145 Millionen Euro vom FC Liverpool zum FC Barcelona gewechselt, konnte sich in Spanien aber nicht durchsetzen. Der vorherige Wunschspieler des FC Bayern, Leroy Sané, wird im Laufe der kommenden Woche in Innsbruck infolge seines Kreuzbandrisses operiert.

Gegen Berlin mussten es die Spieler richten, die aktuell einen Vertrag bei den Bayern haben. Dieses Team sah sich einer im Vergleich zur Vorsaison völlig anders auftretenden Hertha gegenüber: Mit aggressivem Pressing schon an der Strafraumgrenze der Bayern versuchten die Berliner, den Meister unter Druck zu setzen. Das gelang zeitweise richtig gut. Die besseren Chancen hatten aber in der Startphase die Bayern. Thomas Müller (7.) und Kingsley Coman (21.) vergaben jedoch. Robert Lewandowski traf schließlich nach einer Vorlage von Serge Gnabry zum 1:0 (24.). Beinahe hätte Gnabry kurz darauf die verdiente Führung ausgebaut. Also alles wie immer? Mitnichten.

Der Bayern-Schreck Lukebakio schlug wieder zu

Einer, der die Bayern schon in der vergangenen Saison mit einem Hattrick geärgert hatte, setzte nach 36 Minuten einen erneuten Nadelstich: Dodi Lukebakios Schuss wurde vom Rücken Vedad Ibisevics unhaltbar für Manuel Neuer abgefälscht – das 1:1. Vergangene Spielzeit hatte der Belgier für Fortuna Düsseldorf einen Hattrick in der Münchner Arena geschnürt und die Bayern damit in eine Herbstkrise gestürzt. Sein Sturmpartner Ibisevic leitete kurz darauf sogar das zweite Berliner Tor ein: Bei seinem Pass sah die aufgerückte Bayern-Abwehr schlecht aus. Marko Grujic schob frei vor Neuer ein (39.).

Welche Qualität die erste Elf der Bayern immer noch hat, zeigte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel. Der Rekordmeister schnürte die Berliner in deren Hälfte ein. Grujic hielt Lewandowski bei einem der Angriffe im Strafraum. Der Pole verwandelte den Elfmeter selbst (60.). Der Sturmlauf der Bayern setzte sich gegen die mittlerweile tief stehenden Berliner fort: Corentin Tolisso etwa hatte das 3:2 auf dem Fuß, setzte den Ball aber aus wenigen Meter Entfernung am Tor vorbei (72.).

Doch je näher der Schlusspfiff des Spiels kam, desto sicherer stand die Defensive der Berliner – zumal von der Bayern-Bank auch keine echten Impulse kamen. Um ein Haar hätte Lewandowski mit einem wuchtigen Kopfball seinen dritten Treffer an diesem Abend erzielt, der Ball ging aber wenige Meter am Tor vorbei (90.). Die Qualitäten von Coutinho hätten den Bayern schon an diesem Abend gut getan.

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