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07.02.2018

Paderborn gegen den FC Bayern: Übermut kann schmerzen

Fussball
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Paderborn konnte Bayern nicht gefährlich werden, doch Drittliga-Spieler wie Christopher Antwi-Adjej leisteten Profis wie Joshua Kimmich starke Gegenwehr.
Bild: Witters

Paderborn hat gezeigt, wie Mannschaften mit dem FC Bayern umgehen können. Vielleicht sollten sie das aber nicht so tun wie der Drittligist. Unsere Randbemerkung zum DFB-Pokal.

Nicht jede Grenze ist so klar gezogen, wie jene zwischen Süd- und Nordkorea. Beide Seiten wissen: Ein kleiner Schritt zu weit, ist ein großer Schritt in Richtung Schmerzen. Ähnlich klare Demarkationslinien gibt es auch im Sport. Bayerns Grätscher der Herzen, Jens Jeremies, senste einst seinen Gegenspieler im Mittelfeld um, um ihm kurz danach zu erklären: „Siehst du die Mittellinie? Kommst du drüber, macht es aua. Hier drüben aua, da drüben gut.“

Leider besteht das Leben viel zu selten aus derart eindeutigen Abgrenzungen. Statt gesundem Schwarz-Weiß-Denken überall Grautöne. Die Grenzen sind fließend. Auf dem Weg zwischen Mut und Dummheit liegen beispielsweise noch Wagemut und Übermut. Wo genau auf dieser Wegstrecke der Auftritt der Paderborner gegen den FC Bayern zu verorten ist, bleibt jedem selbst überlassen. Interessanterweise konnte mit Jupp Heynckes der Trainer der siegreichen Mannschaft dem offensiven Spiel der Paderborner mehr abgewinnen, als der deren Coach Steffen Baumgart. Man habe den „Arsch vollgekriegt“, fasste er die 0:6-Niederlage stimmig zusammen. Den Hintern versohlt zu bekommen, ist in manch Familie Konsequenz aus einem zur Dummheit tendierenden Übermut. Papas handsignierte Beatles-LP mit Acrylfarben zu verzieren, mag ein erster Akt der Abnabelung sein. Allerdings ein schmerzhafter.

Der FC Bayern hat sich über das Spiel gefreut

Den Paderbornern Dummheit vorzuwerfen, führt zu weit. Sie wählten schlicht einen unterhaltsameren Weg ins Unheil als die meisten Erstligisten der vergangenen Jahre. Ein ausschließlich auf Schadensbegrenzung ausgelegtes Konzept führt im Pokal aber auch nicht allzu weit. Im besten Fall würde nach 120 Minuten ein torloses Remis stehen. Und im Elfmeterschießen ist das Glück dann ja doch wieder aufseiten der Bayern.

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Den kommenden Gegnern kommt nun die Rolle des jüngeren Geschwisterchens zu. Ihnen kommt das Privileg zu, aus Fehlern lernen zu können, die sie nicht selbst machen mussten. Sie haben gesehen, wie die Münchner auf eine Grenzüberschreitung reagieren: energisch. Sie haben aber auch gesehen, dass die Münchner auch anfällig sind, so sie unter Druck gesetzt werden. Die richtige Schlussfolgerung: Mutig auftreten, ohne die Bayern zu ärgern. Oder auch: die Quadratur des Kreises.

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