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FC Bayern

19.05.2019

Ribérys Kunstwerk als Abschiedsgeschenk

Möglicherweise hätte Franck Ribéry sein letztes Hemd für die Bayern gegeben. Musste er aber nicht, bejubelte so aber seinen letzten Treffer in München.
Bild: Matthias Balk

Franck Ribéry und Arjen Robben liegt es nicht, in Nebenrollen zu glänzen. Also zeigen die beiden noch mal, was der Liga künftig fehlen wird.

Im Wissen, es handelt sich um das letzte Mal, lässt sich noch bewusster genießen. Die letzte Zigarette bevor die Lunge entlastet wird. Wehmütiger Genuss. Oder eben jenes Tor, das als letztes des Artisten Franck Ribéry in der Allianz-Arena notiert sein wird. Der 36-Jährige narrte noch mal eine komplette Abwehr und lupfte den Ball nach dem gelungenen Solo formvollendet über Frankfurts bemitleidenswerten Torwart Kevin Trapp. Ribéry verabschiedete sich mit einem Kunstwerk von den Fans, die ihn am Samstag ausdauernd feierten. Immer wieder skandierten sie seinen Namen. Schon vor dem Anpfiff vergoss der Franzose erste Tränen. Weitere sollten später folgen, als er die Meisterschale bereits entgegengenommen hatte und sich am Mikrofon von den Fans verabschiedete: „Danke für alles. Zwölf Jahre. Unglaublich. Es war eine tolle Zeit. Ich liebe euch. Mia san mia.“

Dieses bajuwarische Mantra trugen die Münchner am Samstag offensiv zur Schau. Ein Punkt gegen die Frankfurter hätte ja schon genügt, um die 29. Meisterschaft perfekt zu machen. Doch den Bayern war daran gelegen, sämtliche Eventualitäten so früh wie möglich auszuschließen. Dem Treffer von Kingsley Coman in der vierten Minute folgten zahlreiche weitere hervorragende Einschussmöglichkeiten. Einzig Trapp hatten es die ermatteten Hessen zu verdanken, nicht schon zur Halbzeit debakulös zurückzuliegen. Tatsächlich ließ der eingewechselte Sebastien Haller mit seinem unvermittelten Ausgleich kurz nach der Pause die Frankfurter – und auch die Dortmunder – kurz hoffen. Ein weiterer Treffer für die Frankfurter hätte signifikante Veränderungen an der Bundesligaspitze zur Folge gehabt.

Kaum eine Abwehrreihe, die Robben und Ribéry nicht zum Opfer fielen

Dieser Nachmittag folgte aber einer anderen Choreografie. David Alaba und der für den angeschlagenen Leon Goretzka eingewechselte Renato Sanches beerdigten geschwind die Hoffnungen der Hessen. Es folgten die letzten Minuten der Münchner Vereins-Ikonen Ribéry und Arjen Robben in ihrer jahrelangen Heimstätte. Der Franzose pinselte noch mal ein Tor gewordenes Kunstwerk auf den Rasen, kurz darauf erarbeitete die Mannschaft auch Robben ein Abschiedsgeschenk. Er musste den Ball nur noch aus einem Meter über die Torlinie schießen. Mit der siebten Meisterschaft in Folge endet die Ära der über Jahre hinweg weltbesten Flügelzange. Kaum eine Abwehrreihe in Europa, die den beiden nicht zum Opfer gefallen ist. Noch aber sieht sich das Duo nicht ganz am Ende seiner gemeinsamen Zeit. „Nächste Woche setzen wir noch einen drauf“, kündigte Robben am Stadionmikrofon an. Nächste Woche spielen die Bayern in Berlin gegen Leipzig noch den Pokalsieger aus. Möglicherweise erhält dann auch noch Rafinha die Chance, sich spielend von den Anhängern zu verabschieden. Denn neben Ribéry und Robben verlässt auch der Brasilianer den Verein.

Offen ist hingegen noch die Zukunft von Jérôme Boateng und James. Bei beiden deutet sich aber ein Abschied an. Kovac fand dauerhaft keine wirkliche Verwendung für den Kolumbianer, sodass die Münchner ihre Kaufoption für den von Real Madrid ausgeliehenen Edeltechniker wohl kaum ziehen werden. Boateng wiederum wollte die Münchner ja schon im vergangenen Sommer verlassen, durfte aber nicht. Seit mehreren Wochen sitzt er hauptsächlich auf der Bank. Am Samstag verließ er als erster Spieler das Stadion, feierte auch anschließend nicht mit der Mannschaft. Nicht jeder bekommt den Abschied, den er sich wünscht.

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