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Fußball
05.08.2022

Machtdemonstration zum Start: FC Bayern siegt 6:1 bei Eintracht Frankfurt

Sadio Mané (links) im Zweikampf mit Ansgar Knauff von Eintracht Frankfurt. Mané schoss für den FC Bayern das dritte Tor.
Foto: Michael Bermel, Eibner-pressefoto

Der FC Bayern nutzt den Bundesliga-Start zur Machtdemonstration: Mit 6:1 siegt der Rekordmeister in Frankfurt. Vor allem im ersten Durchgang war die Dominanz extrem.

Natürlich war an diesem Freitagabend nur das erste von insgesamt 306 Bundesliga-Spielen in dieser Saison gespielt. Natürlich waren es nur drei von theoretisch möglichen 102 Punkten, die sich die Bayern in Frankfurt sicherten. Und dennoch mag angesichts des Auftritts des Rekordmeisters die Frage erlaubt sein: Wer, bitteschön, soll diesen FC Bayern stoppen? Mit 6:1 fegte der Meister der vergangenen zehn Spielzeiten die Eintracht aus dem eigenen Stadion, schon zur Pause hätten die Bayern mit sieben oder acht Toren führen können, beließen es aber bei fünf Treffern. Das Spiel zwischen dem nationalen Champion und dem Europa-League-Sieger hätte ein Spiel auf Augenhöhe werden sollen – stattdessen geriet es zu einer Machtdemonstration der Münchner.

Dabei hatte sich Frankfurt im Vorfeld noch kämpferisch gegeben. Vor allem die Verpflichtung von Mario Götze und dessen starker Einstand beim Pokalspiel gegen Magdeburg (4:0), bei dem er zum Spieler des Spiels gekürt wurde, hatten Anlass zur Hoffnung gegeben. Oder, um es mit dem Eintracht-Coach Oliver Glasner zu formulieren: "Wir hissen nicht die weiße Fahne, sondern wir werden alles daran setzen, mit einem Sieg in die Saison zu starten. Die ganze Welt schaut zu. Dem wollen wir gerecht werden." Dieser Ansatz darf wohl als gescheitert erachtet werden. Zusehen musste erstmal der Bayern-Neuzugang Matthijs de Ligt. Für den Niederländer reichte es laut Trainer Nagelsmann "noch nicht, aber sehr bald" für die Startelf. Beginnen durfte dieselbe Elf wie im Supercup gegen RB Leipzig, der einzige Neue war Sadio Mané.

Der erste Streich: Joshua Kimmich traf im Frankfurter Pyro-Nebel zum 1:0 für den FC Bayern.
Foto: Uwe Anspach, dpa

Joshua Kimmich traf mit einem Schlitzohr-Freistoß zum 1:0

Zu sehen bekamen de Ligt und die 51.500 Zuschauer einen forschen Start der Frankfurter, die die Bayern mit aggressivem Pressing anliefen, eine Jahresration an Rauchtöpfen, die im Eintracht-Block abgebrannt wurden – und sehr bald eben auch die ersten Tore. Joshua Kimmich brachte einen Freistoß aus rund 25 Minuten im Frankfurter Kasten unter (5. Minute). Ein Treffer der Marke Schlitzohr: Bayerns Nummer Sechs hatte zuvor eine Flanke angedeutet und vollendete dann mit Unterstützung des Innenpfostens. Gut möglich, dass SGE-Keeper Trapp wegen der Nebelschwaden zudem keine freie Sicht hatte. Wenig später erhöhte Benjamin Pavard auf 2:0 (11.).

Nach einer Ecke kam der Franzose aus etwa zehn Meter an den Ball und hämmerte die Kugel ins Netz. Karl-Heinz Rummenigge hatte den Angriff der Bayern kürzlich noch als "schnellste Offensive Europas" gerühmt und dabei die Sprintqualitäten der Herren Mané, Sané, Coman, Gnabry und Musiala im Sinn gehabt. Dass es der FC Bayern in der neuen Saison auch derart eilig mit dem Toreschießen haben würde, hätte aber auch der ehemalige Vorstandschef nicht geglaubt.

Der FC Bayern überrannte die Frankfurter Eintracht

Die Eintracht, vom frenetischen Heimpublikum angepeitscht, bemühte sich zwar um Offensivaktionen, vergaß aber dabei oft die Restabsicherung. Bei einem Konter der Bayern hätte das 3:0 eigentlich fallen müssen – Müller schaffte es aber, den Querpass von Gnabry an den Pfosten zu setzen (23.). Lindström hatte kurz darauf die große Chance zum Anschlusstreffer, wurde aber erneut seinem Ruf als Chancentod gerecht (27.). Kurz darauf klingelte es wieder im Eintracht-Kasten: Nach einem Lattenschuss von Musiala kurz zuvor machte Sadio Mané per Kopf sein erstes Bundesliga-Tor (29.). Die Bayern-Offensive überrannte die Gastgeber förmlich. Nahezu jeder Angriff war gefährlich, fast immer kam der Ball auf den Kasten. Die Folge: Jamal Musiala traf zum 4:0 (35.), Serge Gnabry besorgte das 5:0 (43.). Die aus Frankfurter Sicht niederschmetternden, aus Bayern-Sicht euphorisierenden Zahlen zur Halbzeit: 17:3 Torschüsse für die Münchner. Die Stadionregie der Frankfurter bemühte sich zur Pause um Aufbauhilfe und spielte "Three Little Birds" von Bob Marley und den Wailers. Der Refrain lautet: "everything‘s gonna be alright", also "alles wird gut werden". Zu diesem Zeitpunkt war aber längst klar: Fußballerisch wird an diesem Abend für Frankfurt rein gar nichts gut werden.

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Der Patzer von Manuel Neuer führte zum einzigen Frankfurter Tor

Frankfurts Trainer Glasner reagierte in der Pause und wechselte dreimal aus: Lindström, Rode und Borré wichen für Kolo Muani, Jakic und Lenz. Die Partie war nun etwas ausgeglichener, was aber zu großen Teilen am FC Bayern lag, der nun drei Gänge zurück geschaltet hatte. Dass die Frankfurter aber tatsächlich noch ein Tor bejubeln durften, ging auf die Kappe von Manuel Neuer: Der Nationalkeeper verlor den Ball in einem unnötigen Dribbling gegen Kolo Muani. Der Franzose schob zum 1:5 ein – und die Heimfans jubelten, als ob es der Siegtreffer gewesen wäre. Daraus, dass die Bayern es nun stellenweise besonders lässig angingen, konnten die Frankfurter aber kein Kapital schlagen, im Gegenteil: Jamal Musiala machte das halbe Dutzend voll und traf nach einer Kombination fast spielerisch zum 6:1 (83.).

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06.08.2022

Ein guter Start in die neue Saison.
Und nächste Woche endlich wieder Live dabei :)

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06.08.2022

Die Abwehr der SGE Frankfurt taumelt noch immer im eigenen Strafraum umher!

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