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TV-Kritik zur WM

27.06.2018

Das „Kwartira“ der erzwungenen Witze

Jörg Thadeusz und Micky Beisenherz während ihrer Late Night Show WM-Kwartira.
Bild: Witters

Das Erste setzt während der WM auf eine Late Night Show als Tagesabschluss. Autor Micky Beisenherz und Journalist Jörg Thadeusz enttäuschen als Moderatoren.

Mehr als die Hälfte der Weltmeisterschaft ist vorbei, die WM-Tage werden kürzer. Da bleibt Zeit, einmal einen Blick auf die Sendungen zu werfen, die die Fußball-Übertragungen ergänzen sollen. Eine positive Überraschung wollte dabei das Erste liefern. Der Sender reagierte auf die zum Teil vernichtende Kritik für „Beckmanns Sportschule“, die bei der EM 2016 immer den Abschluss eines ARD-Sendetages bildete, und wartet 2018 mit einer Late Night Show auf: „WM Kwartira“.

Moderiert wird das Format von Autor Micky Beisenherz und Journalist Jörg Thadeusz. Beisenherz schreibt beispielsweise Gags für Comedian Atze Schröder und ist einer der Autoren der beliebten „heute-show“ im ZDF. Sein Partner moderierte zwölf Jahre lang die Talkshow „Thadeusz“ im rbb Fernsehen. Die Besetzung versprach also die bissige Aufarbeitung der WM-Tage und gute, durchdachte Fragen an die wechselnden Gäste.

"WM-Kwartira" in der ARD: Jörg Thadeusz ist wenig innovativ und schlecht vorbereitet

Doch davon ist in dem Format wenig zu sehen. Die halbstündige Sendung beginnt mit einer für Late-Night-Shows typischer Comedy-Einlage der Moderatoren. In der Ausgabe vom Dienstag scherzten die beiden beispielsweise über den bizarren Auftritt der Fußball-Legende Diego Maradona während des Spiels der Argentinier gegen Nigeria: „Er ist nach Christoph Kramer wahrscheinlich der zweite, der sich nicht mehr an eine Weltmeisterschaft erinnern kann.“ Zum Hintergrund: Im WM-Finale 2014 erlitt Kramer eine Gehirnerschütterung und wusste zwischenzeitlich nicht, dass er gerade das Endspiel bestritt.

Die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft.
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Bild: Matt Dunham/AP (dpa)

Die Gäste reichen von Comedians (Michael Mittermeier) bis hin zu ehemaligen Handballern (Stefan Kretzschmar). Am Dienstag empfingen Beisenherz und Thadeusz die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Nia Künzer sowie den Handball-Torwart Andreas Wolff. Thadeusz zeigte sich dabei wenig innovativ, fragte Künzer zum Beispiel: „Wie hat es sich angefühlt, damals bei der WM 2003 das entscheidende Tor zu schießen?“. Mit Wolff sprach er über die Unterschiede zwischen Handball- und Fußballtorhütern oder zeigte sich unvorbereitet: „Sie sind siebenmalige Europameisterin“, sagte er in Richtung Künzer. Die Ex-Fußballerin ist allerdings siebenmalige Deutsche Meisterin.

Das Format hätte durchaus gut werden können, schließlich bietet eine WM viele Nebenschauplätze, die ironisch aufbereitet werden können. Beisenherz und Thadeusz versuchen jedoch, gezwungen lustig zu sein. Und damit bewirken sie das komplette Gegenteil.

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