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12.07.2010

Der Countdown läuft für die WM 2014 in Brasilien

Der Countdown läuft für die WM 2014 in Brasilien
Bild: DPA

São Paulo (dpa) - Wer in Brasilien über Investitionen für die Fußball-WM 2014 spricht, der nennt immer Milliarden- oder zumindest hohe dreistellige Millionen-Beträge. Die Summen sind so gigantisch wie das riesige Land, in das Südafrika siebenmal und Deutschland fast 25 Mal reinpassen würde.

Die größte Herausforderung für Brasilien, das 1950 bereits eine WM ausrichtete und 2016 auch Gastgeber der Olympischen Spiele ist, wird wohl die Logistik sein. Zwischen einigen Spielstätten liegen tausende Kilometer Entfernung und mehrere Flugstunden.

2014 geht Brasilien mit zwölf Ausrichterstädten und Stadien an den Start. In Südafrika waren es neun Städte und zehn Stadien. Einige der Fußballtempel müssen neu gebaut, andere, wie Rios weltberühmtes Maracanã-Stadion, komplett saniert werden. Das Stadion war für die WM 1950 errichtet worden und ist trotz erheblicher Instandsetzungsaktionen in der Vergangenheit deutlich in die Jahre gekommen.

Im Herbst wird es für zweieinhalb Jahre geschlossen und für etwa 720 Millionen Reais (327 Mio. Euro) grundsaniert. Neue Rampen und ein neues Pressezentrum werden gebaut, Bars und Restaurants integriert, und der ganze Rundbau bekommt einen neuen Anstrich. Das Maracanã-Stadion soll am 13. Juli 2014 Schauplatz des Finales sein.

Der Countdown läuft für die WM 2014 in Brasilien

Allerdings sind die Fristen für den definitiven Beginn der Arbeiten in den WM-Städten schon zweimal verlängert worden und vielerorts, wie auch in Rio, sind die Bauarbeiten noch nicht mal in Auftrag gegeben. Das ärgert den Fußball-Weltverband FIFA, der schon in Südafrika zittern musste, ob für die WM 2010 alles fristgerecht fertig wurde.

FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke hatte Brasilien schon vor Wochen empört angezählt: "Viele der Fristen sind abgelaufen und nichts ist passiert. Das ist unglaublich." In den kommenden Wochen sind die FIFA-Inspekteure im Land und wollen kontrollieren, wie weit die Arbeiten sind, wenn sie denn begonnen haben.

Der Ball dürfte 2014 tatsächlich in zwölf Stadien rollen, auch wenn das Morumbi-Stadion in Brasiliens reichster Stadt São Paulo wegen eines mangelhaften Finanzierungskonzepts gnadenlos von der Liste flog. Gesucht wird dort ein neues Stadion. Um die Logistik in den Griff zu bekommen und stundenlange Flüge während der WM-Wochen in Brasilien zu vermeiden, denkt Brasiliens Fußballverband CBF laut darüber nach, die WM 2014 auf vier Zonen zu verteilen: Nord, Süd, West, Ost. Dort sollen dann die Gruppen spielen.

Wie es wirklich wird im Jahr 2014, kann niemand vorhersagen. Vor der WM in Südafrika und nach der "Vorzeige-WM" in Deutschland gab es immer wieder auch erhebliche Bedenken, ob die erste WM auf afrikanischem Boden wirklich stattfindet. "2007 gab es einen weltweiten Druck und ein Misstrauen gegen Südafrika und Leute, die sagten, Südafrika wäre nicht in der Lage, die WM 2010 auszurichten", erinnerte sich Carlos Alberto Parreira. Er muss es wissen. Der Brasilianer führte Südafrikas Nationalmannschaft zur WM und war auch schon Coach der brasilianischen "Seleção".

Einige Fristen kämen nun näher, sagte der 67-Jährige. Brasilien müsse schnell Entscheidungen treffen. Eine der wichtigsten ist dabei wohl die Neubesetzung der vakanten Stelle des Nationaltrainers. Neben Brasiliens Weltmeistertrainer Luiz "Felipão" Scolari, dem frühere AC-Mailand-Coach Leonardo, Corinthians-Trainer Mano Menezes kursiert auch der Name Parreiras. Sie alle hätten nur eine Aufgabe: die "Mission 2014" zum Erfolg zu führen und den ersehnten sechsten WM-Titel für Brasilien zu holen.

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